Wirtschaft

Schweiz exportiert ein Fünftel weniger Uhren

Aktualisiert am 04.02.2010

Die Schweizer Uhrenindustrie hat wie die übrige Exportwirtschaft ein schlechtes Jahr hinter sich. Der Branchenverband schätzt das laufende Jahr verhalten optimistisch ein.

Die Schweizer Exporte brachen 2009 im Vergleich zum Rekordjahr davor um 22,3 Prozent ein. Eine Erholung zeichnete sich zum Jahresende ab. Im Dezember wurden Schweizer Uhren im Wert von 1,227 Mrd. Fr. exportiert. Das sind 7,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Teuerungsbereinigt beträgt das Minus 6,7 Prozent. Damit habe sich der positive Trend vom November auch im letzten Monat des Jahres fortgesetzt, teilte der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mit.

Bei den Armbanduhren sanken die Exportumsätze im Dezember vor allem bei den Golduhren, während bimetallische Uhren ein deutliches Wachstum erzielen konnten. Stahlprodukte lagen etwa auf dem Niveau vom Dezember 2008. Nach Preisklassen stiegen die Verkäufe bei den Uhren unter 3000 Fr. um 11,6 Prozent. Bei den teureren Uhren lagen die Verkaufszahlen deutlich unter denen vom Dezember 2008.

Geographisch konnten die Exporte vor allem in den Fernen Osten gesteigert werden. Die Exporte in die USA zeigen Zeichen der Erholung, bleiben aber immer noch im Minus. Die grossen europäischen Märkte und Japan tendierten weiter abwärts.

Verluste bei sämtlichen Materialien

Für das gesamte Jahr 2009 resultiert gegenüber dem Jahr davor ein Rückgang um 22,3 (real 21,7) Prozent auf 13,227 Mrd. Franken. Die Branche habe als Folge der Weltwirtschaftskrise unter einem allgemeinen Einbruch der Nachfrage auf sämtlichen Märkten und in allen Segmenten gelitten. Allerdings sieht die FH von den Märkten ersten Anzeichen einer Erholung der Uhrenexporte im Jahr 2010. Diese werde jedoch bescheiden sein und im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten erst in der zweiten Hälfte des Jahres mit positiven Veränderungen zu Buche schlagen.

Im Gesamtjahr resultierten Verluste bei sämtlichen Materialien. Der Gesamtwert wurde aber vor allem durch die rückläufigen Gold- und Stahluhren beeinträchtigt. Bei den Uhren mit einem Preis von über 500 Fr. gab es die grösste Abnahme. Den deutlichsten Rückgang verzeichneten 2009 die Exporte in die USA, auch wenn sich die Märkte Ende Jahr erholt hätten. Der rückläufige Trend in Japan habe sich im Lauf der Monate verstärkt. Hongkong büsste weniger ein, namentlich dank einem sehr guten Ergebnis im Dezember.

Verhalten optimistisch

«Das Jahr 2010 wird besser», sagte FH-Präsident Jean-Daniel Pasche auf Anfrage der SDA. Doch wie genau die Erholung verlaufen werde, lasse sich nicht voraussagen. Die Lage bessere sich «Schritt für Schritt», präsentiere sich aber je nach Marke sehr unterschiedlich. Schwierig bleiben dürfte das laufende Jahr für Zulieferer. (vin/sda)

Erstellt: 04.02.2010, 11:43 Uhr

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