Wirtschaft

Schweizer essen lieber Süsses aus dem Ausland

Pro Kopf haben die Schweizer letztes Jahr 3,4 Kilo Süsses verspeist. Dabei haben vor allem die ausländischen Produzenten profitiert.

Profitierte nicht von der Umsatzsteigerung: Guetzlifabrik von Hug in Malters.

Profitierte nicht von der Umsatzsteigerung: Guetzlifabrik von Hug in Malters.
Bild: Keystone

Die Schweizer Zuckerwarenindustrie hat letztes Jahr im Inland weniger Bonbons verkauft als im Vorjahr. Die Exporte zogen dagegen mengenmässig wieder an, währungsbereinigt allerdings bei gehaltenen Umsätzen. Pro Kopf wurden letztes Jahr 3,4 Kilogramm Bonbons geschleckt, 100 Gramm weniger als im Vorjahr.

Im Inland setzten die Schweizer Zuckerwarenhersteller im vergangenen Jahr mit 7370 Tonnen insgesamt 8,9 Prozent weniger Bonbons ab als im Vorjahr, wie der Schweizerische Verband der Backwaren- und Zuckerwaren-Industrie am Montag bekannt gab. Der Umsatz sank um 6,5 Prozent auf 102 Millionen Franken.

Umsatzeinbussen im Inland und unvorteilhafte Wechselkurse führten dazu, dass der Gesamtumsatz der Branche um 1,7 Prozent auf 327 Millionen Franken zurückging. Der Import von Zuckerwaren stieg mengenmässig um 1,9 Prozent an. Der Marktanteil der einheimischen Zuckerwarenhersteller sank deshalb von 30,1 auf 27,8 Prozent.

Grösster Anteil ging ins Ausland

Der Gesamtabsatz von industriell gefertigten Schweizer zuckerhaltigen und zuckerfreien Bonbons, Kaugummis, Dragees, Marzipan sowie von Husten- und Halsbonbons wurde um 2,1 Prozent auf 29'206 Tonnen gesteigert. Der weitaus grösste Anteil davon ging ins Ausland. Die Exporte legten um 6,4 Prozent auf 21'836 Tonnen zu.

Der damit erzielte Umsatz stagnierte währungsbereinigt bei 225 Millionen Franken. Der Anteil an zuckerfreien Exportprodukten sank von 64,9 auf 61,6 Prozent. An der Spitze der knapp 90 Exportmärkte für Schweizer Zuckerwaren stand erneut Deutschland mit einem Exportanteil von 23,3 Prozent, vor den USA mit 20,5 Prozent, Frankreich mit 12,9 Prozent und den Niederlanden mit 7,7 Prozent.

Der Exportanteil an der Gesamtproduktion der Branche legte weiter zu, und zwar von 71,7 auf 74,8 Prozent. Die 14 Schweizer Zuckerwarenhersteller beschäftigten letztes Jahr 808 Mitarbeitende. Sie setzen auf einen weiteren Ausbau des Exportgeschäfts und wollen im Inlandmarkt das an Importprodukte verlorene Terrain zurückgewinnen.

(tan/sda)

Erstellt: 15.02.2010, 09:30 Uhr

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