Schweizer wollen Steuerhinterziehung erschweren

Nicht die Kunden, sondern die Banken sollen die alljährlichen Bankauszüge direkt an die Steuerämter verschicken. Dafür sprach sich in einer Umfrage fast die Hälfte der Befragten aus.

47 Prozent der von «ECO» Befragten sind mit dem Vorschlag von BDP-Präsident Martin Landolt einverstanden: Eine Frau füllt die Steuererklärung des Kantons St. Gallen aus. (Archivbild)

47 Prozent der von «ECO» Befragten sind mit dem Vorschlag von BDP-Präsident Martin Landolt einverstanden: Eine Frau füllt die Steuererklärung des Kantons St. Gallen aus. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Den Schweizerinnen und Schweizern ist Steuerhinterziehung ein Dorn im Auge. Gemäss einer Umfrage im Auftrag der Sendung «ECO» von SRF befürwortet fast die Hälfte aller Befragten, dass die Banken die alljährlichen Bankauszüge direkt an die Steuerämter verschicken.

Heute versenden die Banken Ende Jahr die Konto- und Depotauszüge an die Kontoinhaber. Diese sollten die Auszüge dann mit der Steuererklärung an die Steuerverwaltung schicken.

Vor einem Monat lancierte BDP-Nationalrat Martin Landolt (GL) in der «NZZ am Sonntag» die Idee, dass die Banken den Steuerverwaltungen automatisch diejenigen Informationen zukommen lassen sollen, «die jeder ehrlich deklarierende Steuerzahler sowieso jährlich der Steuerverwaltung zustellt».

Nicht alle waren ehrlich

Gemäss der Umfrage bei über 1100 Personen, deren Resultate der Nachrichtenagentur sda vorliegen, unterstützen 19 Prozent der Befragten den Vorschlag des Parlamentariers «vollumfänglich»; gut 28 Prozent unterstützen ihn «mehrheitlich». Damit sind gut 47 Prozent der Befragten mit dem Vorschlag einverstanden. 43 Prozent lehnen die Idee ab und knapp jeder Zehnte hatte keine Antwort auf die Frage.

Die Wirtschaftssendung «ECO» befragte die Teilnehmenden auch nach ihrer Steuerehrlichkeit: 3,5 Prozent der Befragten gaben zu, schon einmal Teile ihres Einkommens oder Vermögens nicht deklariert zu haben. 5 Prozent gaben auf diese Frage keine Antwort. (rbi/sda)

Erstellt: 11.05.2013, 22:46 Uhr

Artikel zum Thema

«So kann man Steuerhinterziehung nicht bekämpfen»

Hintergrund Die Hälfte der britischen Überseegebiete hat dem automatischen Informationsaustausch zugestimmt. Das hört sich zunächst revolutionär an. Dieser Schritt dürfte aber kaum Transparenz bewirken. Mehr...

Bankierpräsident: «Mir sind keine Fälle bekannt»

Die Schweizer Banken hätten US-Kunden nicht systematisch bei der Umgehung von Steuerpflichten geholfen, sagt ihr oberster Repräsentant Patrick Odier. Er drängt auf eine rasche Einigung mit den USA. Mehr...

Uli Hoeness ist nicht allein

Die deutsche Finanzbehörde hatte in den vergangenen 20 Jahren immer wieder prominente Fälle von Steuerhinterziehung – vor allem im Sport. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Blogs

Mamablog 20 Spielideen für den Strand
Blog Mag Essen als Kult
Politblog Barbaren unter uns

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Die Welt in Bildern

Erinnert an einen Pizzaiolo: Auf riesigen Tellern lässt diese Frau in der chinesischen Provinz Jiangxi Chilischoten, Spargelbohnen und Chrysanthemum-Blüten an der Sonne trocknen. (21. Juli 2017)
Mehr...