Wirtschaft

Schwierigkeiten bei Panalpina

Der Speditions- und Logistikkonzern Panalpina ist 2009 massiv zurückgeworfen worden. Das Nigeria-Geschäft und ein US-Korruptionsverfahren machen dem Unternehmen zu schaffen.

Ein turbulentes Jahr: Der Hauptsitz der Firma Panalpina in Basel.

Ein turbulentes Jahr: Der Hauptsitz der Firma Panalpina in Basel.
Bild: Keystone

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Der eingebrochene Welthandel hat den Basler Logistikkonzern Panalpina (PWTN 105.5 -0.19%) stark belastet. Der Gewinn tauchte 2009 um 90,8 Prozent auf 10,4 Millionen Franken. Das Jahr hätte nicht schwieriger sein können, bilanzierte der Konzern am Donnerstag.So sei der Umsatz um fast ein Drittel auf 5,95 Mrd. Fr. zurückgegangen. Der Betriebsgewinn ist von 193 Millionen Fr. auf noch 29,9 Mio. Fr. gefallen.

Auf der Kostenseite habe Panalpina zwar schnell reagiert, hiess es. Der von Monika Ribar geführte Konzern baute rund 1857 Vollzeitstellen oder 12 Prozent der Belegschaft ab. Doch die Massnahmen hätten nicht ausgereicht, um den drastischen Rückgang beim Volumen und den raschen Anstieg der Einkaufpreise in der zweiten Jahreshälfte auszugleichen.

Im vierten Quartal indes belebte sich das Geschäft wieder: Die transportierten Volumen stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 11 Prozent. Wegen Preisdrucks sank der Umsatz hingegen von 2,16 Mrd. Fr. im Vorjahr auf 1,87 Mrd. Franken. Unter dem Strich stand sogar ein Quartalsverlust von 11 Mio. Franken nach einem Überschuss von 9 Mio. Fr. in der Vorjahresperiode.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung nun vor, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Im Vorjahr waren noch 1,90 Fr. je Aktie bezahlt worden. Die Aktie eröffnete am Donnerstag zu Beginn 2,9 Prozent schwächer auf 76 Franken.

Zahlreiche Verfahren

Wenig Neues gibt es in Sachen Kartell- und Korruptionsvorwürfen. Kartellbehörden in der Schweiz, der EU, den USA und Neuseeland ermitteln gegen Panalpina. Eine Prognose über den Ausgang des Verfahrens der EU-Kommission und eventuelle Bussgelder sei jedoch nicht möglich. Daher habe Panalpina weiterhin keine Rückstellungen gebildet.

Die Einstellung des Nigeria-Geschäfts infolge einer Korruptionsaffäre schmälerte den Bruttogewinn 2009 um 42 Mio. Franken. Teuer zu Buche schlugen auch die laufenden Untersuchungen wegen Kartell- und Korruptionsvorwürfen. Rechts- und Beratungskosten minderten den Betriebsgewinn (EBITDA) um 55 Mio. Franken.

Unternehmen bleibt zuversichtlich

Panalpina gab für das laufende Geschäftsjahr keinen konkreten Ausblick ab. Das Unternehmen glaube aber an eine moderate Erholung des Luft- wie auch des Seefrachtmarkts mit Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich. Das Unternehmen ist zuversichtlich, mindestens mit dem Wachstumstempo des Marktes Schritt zu halt. (jak/sda)

Erstellt: 11.03.2010, 09:25 Uhr

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