Shell kündigt Wachstum an und streicht Jobs

Aktualisiert am 16.03.2010

Der niederländisch-britische Erdölkonzern Shell hat eine erhebliche Ausweitung seiner Ölproduktion angekündigt. Gleichzeitig verschwinden aber auch 1000 Stellen.

Ausbau mit weniger Personal: Shell.

Ausbau mit weniger Personal: Shell.
Bild: Keystone

Im Laufe des Jahres 2012 werde die Ölproduktion im Vergleich zu 2009 um elf Prozent auf 3,5 Millionen Fass (159 Liter) pro Tag gesteigert, erklärte Shell-Chef Peter Voser am Dienstag. «Wir sind fest entschlossen, eine neue Welle des finanziellen und produktiven Wachstums in Gang zu setzen», betonte er bei der Vorstellung der Shell-Strategie für die nächsten Jahre.

2010 seien Kostensenkungen im Umfang von einer Milliarde Dollar vorgesehen. Bis Ende 2011 sollen 2000 Arbeitsplätze gestrichen werden, 1000 mehr als zuvor bereits von Voser angekündigt worden war. In welchen Unternehmensbereichen des Konzerns, der weltweit rund 100'000 Menschen beschäftigt, die 1000 zusätzlichen Stellen wegfallen werden, sagte Voser nicht.

«Zu kompliziert»

Shell hatte im vergangenen Jahr bereits 5000 Jobs gestrichen und für dieses Jahr den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen angekündigt. In Den Haag erklärte ein Firmensprecher auf Anfrage, dass die neuen Stellenkürzungen ohne betriebsbedingte Entlassungen realisiert werden sollen.

«Das Unternehmen ist zu kompliziert geworden und hat langsamer auf Marktentwicklungen reagiert, als uns das lieb war», räumte Voser ein. Deshalb werde Shell künftig effektiver aufgestellt. Neben Sparmassnahmen plant der nach Marktwert grösste Erdölkonzern Europas «substanzielle» Investitionen in neue Projekte.

Ausbau in Nordamerika und Australien

«Wir konzentrieren uns dabei auf die finanzielle Leistung, auf die Geldschöpfung und die Erträge», sagte Voser. Neue Öllagerstätten sollen mit Blick bis zum Jahr 2020 in Nordamerika und Australien erschlossen werden. Auch in zusätzliche Raffineriekapazitäten werde Shell umfangreich investieren. (sam/sda)

Erstellt: 16.03.2010, 11:54 Uhr

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