Wirtschaft
Das Protokoll der UBS-GV
Aktualisiert am 15.04.2009 54 Kommentare
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16:44: Schluss der Generalversammlung: Peter Kurer bedankt sich für das Vertrauen der Aktionäre, dass in der Annahme der Anträge seinen Ausdruck gefunden habe. Er lädt wie üblich zum Apéro ein und wünscht «angeregte Gespräche».
16:43: 850 Millionen Aktienstimmen stimmen dem Antrag zu, 53 Millionen lehnen ihn ab. Die UBS erhält 30 Millionen Franken neues genehmigtes Kapital.
16:39: Fünftes Traktandum: Der Verwaltungsrat will sich neues Kapital im Umfang von 10 Prozent des bisherigen Aktienkapitals, also knapp 30 Millionen Franken, genehmigen lassen, um bei Bedarf die Kapitalbasis der Bank zu stärken. Der VR legt bei den neuen Aktien selber die Bezugsrechte fest, ebenso den Ausgabepreis und den Zeitpunkt der Ausgabe. Insbesondere kann er ausschliessen, dass die bisherigen Aktionäre ein Bezugsrecht haben.
16:38: 886 Millionen Aktienstimmen sprechen sich für die Schaffung des Kapitals aus, 18 Millionen dagegen. Es ist gutgeheissen.
16:30: Jetzt geht es um das vierte Traktandum, die Schaffung von bedingtem, also reserviertem, Kapital im Umfang von 10 Millionen Franken für die Schweizerische Nationalbank. Der Grund: 2016 oder vier Jahre später wird das Darlehen der Nationalbank an die ausgegliederte Zweckgesellschaft, auf der faule Papiere der UBS deponiert sind, auslaufen.
Sollte bis dahin ein Verlust auf dem Darlehen resultieren, kann die SNB mithilfe von Optionen innerhalb von 12 Jahren maximal 100 Millionen Aktien im Wert von 10 Millionen Franken beziehen – dafür ist das bedingte Kapital gedacht.
16.29: 895 Millionen Stimmen sprechen sich für eine 3-jährige Amtsdauer der BDO Visura als Revisionsstelle aus, 7 Millionen dagegen.
16.20: Und an die Adresse der UBS-Mitarbeitenden sagt Villiger: «Ich appelliere an Euch, den Mut nicht zu verlieren. Nur zusammen können wir es schaffen.»
16.18: Über die zukünftige Ausrichtung der UBS sagt Villiger folgendes: «Die UBS wird ein Geschäftsmodell entwickeln müssen, das nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg ermöglicht. Aber auch hier sollte die Politik der Versuchung widerstehen, der UBS ein Kleid aufzwingen zu wollen, das ihre Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigt. Auch das könnte niemals im Interesse der Steuerzahler und des Landes liegen.»
16.13: Villiger nimmt auch Stellung zur staatlichen Unterstützung der UBS und die Folgen: «Viele befürchten, die faktische Staatsgarantie könnte die Bank zu leichtfertigem Verhalten verleiten. Ich darf Sie beruhigen. Wir betrachten die Staatshilfe als schmerzliche Niederlage, aus der wir mit aller Kraft die richtigen Lehren ziehen wollen. Nachdem öffentliche Gelder zur Stützung der UBS aufgewendet werden mussten, ist es richtig und legitim, dass sich die Politik mit uns befasst. Das haben wir zu akzeptieren.»
16.09: Villiger äussert sich auch zur laufenden Debatte um das Bankgeheimnis. «Es ist legitim, den Anlegern mit dem Bankgeheimnis den Schutz ihrer Privatsphäre ganz allgemein zu garantieren. Natürlich darf das Bankgeheimnis Verbrechern und Betrügern keinen Schutz bieten. Das tut es längst nicht mehr, denn es wurde in den letzten Jahren Schritt für Schritt modifiziert. Ich behaupte, dass die Schweiz heute einer der saubersten Finanzplätze überhaupt ist.» Und Villiger meint weiter. «Es ist aber ebenso legitim, wenn andere Länder die Steuervermeidung bekämpfen wollen. Wenn der Bundesrat deshalb die Auskunftspflicht beim Vorliegen konkreter Verdachtsmomente erweitern will, haben wir das nicht zu kritisieren.»
16.04: «Es ist unser Ehrgeiz, der Marke UBS ihren alten Glanz wieder zu verleihen, und zwar durch Leistung, Korrektheit, Redlichkeit und die Schaffung von Werten für alle Anspruchsgruppen, angefangen bei den Kunden und den Ländern, in denen wir tätig sind, bis hin zu den Aktionären, Gläubigern, Steuerzahlern, Behörden und Mitarbeitern», sagt Villiger weiter. «Dass der Kunde und nicht der Bonus im Zentrum steht, muss uns allen wieder in Fleisch und Blut übergehen. »
15.57: Villiger dankt den ausscheidenden Verwaltungsratsmitgliedern. «Sie haben gerade im vergangenen Jahr einen eindrücklichen Transformationsprozess eingeleitet. Peter Kurer hat das Präsidium unter schwierigen Umständen und aus Pflichtbewusstsein vor einem Jahr übernommen, und er hat für die Zukunft wichtige Meilensteine gesetzt.» Er dankt auch dem neuen Oswald Grübel. Indem er den Job als Konzernchef der UBS angenommen habe, habe Grübel Mut und Verantwortungsbewusstsein gezeigt.
15.55: Jetzt spricht Kaspar Villiger.
15.51: Schliesslich zieht auch Axel P. Lehmann in den Verwaltungsrat der UBS ein (893 Millionen Aktienstimmen gegen 6,4 Millionen Aktienstimmen).
15.48: Ebenfalls neu im Verwaltungsrat ist Ann F. Godbehere (890 Millionen Aktienstimmen gegen 9 Millionen Aktienstimmen).
15.44: Neu im Verwaltungsrat ist auch Michel Demaré (899 Millionen Aktienstimmen gegen 7 Millionen Aktienstimmen).
15.38: Kaspar Villiger ist gewählt, der ehemalige Bundesrat nimmt Einsitz im UBS-Verwaltungsrat als Nachfolger des abtretenden Präsidenten Peter Kurer. Der Entscheid fällt deutlich (897 Millionen Aktienstimmen gegen 12 Millionen Aktienstimmen).
15.35: Die Diskussion ist beendet, jetzt folgen die Wahlen. Die neuen Verwaltungsratsmitglieder werden für eine einjährige Amtszeit gewählt.
15.30: Ein anderer Aktionär, ein früherer Swissair- und heutiger Swiss-Angestellter, bezeichnet Villiger als Schönwetterpolitiker. Villiger habe als Bundesrat im Fall der Swissair versagt. Der Kritiker äusserte auch den Filzvorwurf.
15.26: Die Aktionärin Brigitta Moser empfiehlt die Wahl von Villiger. Er sei eine integre Persönlichkeit. Mit dem schlechten Image der UBS habe Villiger nichts zu tun. Die UBS brauche dringend ein besseres Ansehen für eine bessere Zukunft. Villiger sei eine gute Wahl für den Neuanfang, sagte die Aktionärin.
15.22: Die Diskussion ist eröffnet. Ein Aktionär äussert sich zur Kandidatur von Villiger. Er hofft, dass der neue VR-Präsident schneller und geschickter handelt als seinerzeit als Bundesrat bei der Sanierung der SBB-Pensionskasse.
15.16: Kurer präsentiert die neuen Kandidaten für den Verwaltungsrat: Kaspar Villiger (neuer UBS-Präsident) sowie Michel Demaré, Ann Godbehere und Axel Lehmann.
15.11: VR-Präsident Kurer, der selber sein Amt zur Verfügung stellt, würdigt die Verdienste von drei scheidenden langjährigen Verwaltungsratsmitgliedern: Ernesto Bertarelli, Gabrielle Kaufmann-Kohler und Jörg Wolle.
15.09: Auch die sechste Bestätigungswahl ist eine Formsache. Für ein weiteres Amtsjahr im Verwaltungsrat wird William G. Parrett mit 898 Millionen Aktienstimmmen gewählt, 17 Millionen Aktienstimmen sind dagegen.
15.04: Verwaltungsrat Bruno Gehrig wird für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Der Entscheid fiel mit 896 Millionen Aktienstimmen gegen 19 Millionen Aktienstimmen. Zuvor empfahl ein Aktionär, Gehrig nicht zu wählen.
14.59: Verwaltungsrat Rainer-Marc Frey wird für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Der Entscheid fiel mit 879 Millionen Aktienstimmen gegen 30 Millionen Aktienstimmen.
14.54: Verwaltungsrätin Sally Bott wird für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Der Entscheid fiel mit 895 Millionen Aktienstimmen gegen 17 Millionen Aktienstimmen.
14.51: Verwaltungsrat David Sidwell wird für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Der Entscheid fiel mit 894 Millionen Aktienstimmen gegen 21 Millionen Aktienstimmen.
14.48: Verwaltungsrat Peter Voser wird für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Der Entscheid fiel mit 899 Millionen Aktienstimmen gegen 17 Millionen Aktienstimmen.
14.46: Jetzt beginnen die Verwaltungsratswahlen.
14.38: Hans-Jakob Heitz äussert Kritik an der künftigen Zusammensetzung des Verwaltungsrats. Er bemängelt, dass Kleinaktionäre im Verwaltungsrat keine Vertretung hätten. An die Adresse des designierten Verwaltungsratspräsidenten Kaspar Villiger sagte Heitz, dass man grosse Hoffnungen in ihn setze.
14.28: Beim nächsten Traktandum gehts um die Wahlen für den Verwaltungsrat der UBS. Vier Verwaltungsratssitze sind neu zu besetzen. Vor allem soll der Nachfolger des abtretenden Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer gewählt werden: Kandidat ist Alt-Bundesrat Kaspar Villiger. Neben Villiger sollen auch Michel Demaré, Ann Godbehere und Axel Lehmann als neue VR-Mitglieder gewählt werden. Sie kandidieren für Ernesto Bertarelli, Gabrielle Kaufmann-Kohler und Jörg Wolle.
14.23: Die Aktionäre stimmen über das neue Vergütungsmodell ab. Der Entscheid der Konsultativabstimmung fällt klar: 808 Millionen Aktienstimmen sind für den Antrag des Verwaltungsrats. Die Gegner des Antrags kommen auf 97 Millionen Aktienstimmen.
14.13: Kurer sagt, dass diese Kritik nicht berechtigt sei. Denn das neue Bonus-Malus-System habe genau den Effekt, den sich der Vorredner wünsche.
14.12: Ein Aktionär lobt grundsätzlich das neue Vergütungsmodell der UBS. Es fehle allerdings ein wichtiger Punkt im neuen Modell: «Es muss explizit festgehalten werden, dass in Verlustjahren keinerlei Bonuszahlungen ausbezahlt werden. Die Reserven der Bank dürfen nicht angetastet werden.»
13.57: Kurer antwortet, dass der Verwaltungsrat diesen Antrag prüfen werde.
13.55: Ein UBS-Aktionär der dritten Generation, wie er sagt, hofft, dass mit dieser Generalversammlung eine neue Ära der Grossbank beginnt. Dazu brauche es aber auch mutige Massnahmen. Er fordert die Schaffung eines Fonds, um Aktien der UBS zurück zu kaufen. Gespiesen werden solle der UBS-Fonds durch die Rückzahlung von «nicht rechtmässigen und unverdienten» Bonuszahlungen. Er stellt einen entsprechenden Antrag zu Handen des Verwaltungsrats.
13.46: «Wir lehnen das neue Vergütungsmodell der UBS klar ab», sagt Dominique Biedermann von der Stiftung Ethos. «Dieses Modell kann Lohnexzesse nicht verhindern». Es sei kein Maximalbonus im Verhältnis zum Basissalär vorgesehen, sagte Biedermann. Eine Beschränkung im Verhältnis zum Grundsalär fehle auch für die Anfangszuteilung von Aktien unter dem neuen Beteiligungsplan. Ethos sei überzeugt, dass exzessive Vergütungen mit zu hohen variablen Lohnbestandteilen nicht verhindert werden könnten. Variable Lohnbestandteile von 80 bis 90 Prozent der Gesamtvergütung seien weiterhin möglich. Diese Abzockermentalität sei falsch. Biedermann forderte die Ablehnung des neuen Modells.
13.40: Eine Obergrenze der Saläre sei nicht sachgerecht, antwortete Kurer. Keine Bank kenne solche Obergrenzen.
13.37: «Die Obergrenzen von Vergütungen fehlen», sagt der erste Redner. Die Wirksamkeit des Bonus-Malus-Systems werde überschätzt. Zudem werde der einseitige Shareholder-Ansatz weiter geführt. Soziale und ökologische Faktoren spielten bei der Erfolgsbeteiligung der Führungskräfte keine Rolle, kritisierte er.
13.36: Die Diskussion über das neue Vergütungsmodell ist eröffnet.
13.35: «Die UBS hält bei ihrem Salärsystem für das oberste Kader an der Kombination einer fixen Entlöhnung mit einer variablen Komponente fest, will aber die variablen Leistungen an ein längerfristig ausgerichtetes Bonus-Malus-System binden», erklärt Kurer weiter. Der Verwaltungsratspräsident werde nur noch einen Fixlohn erhalten.
13.25: Die Generalversammlung der UBS geht weiter. «Die Vergütung der obersten Führungskräfte bleibt ein heikles Thema», stellt VR-Präsident Kurer fest. Er erklärt das neue, im letzten Winter beschlossene Vergütungsmodell. Mit der Einführung eines Bonus-Malus-System bei den variablen Vergütungen sollen Lohnexzesse verhindert werden.
13.05: VR-Präsident Kurer verkündet eine Pause von 20 Minuten. Beim nächsten Traktandum geht es um das neue Vergütungsmodell. Dazu wird eine Konsultativabstimmung stattfinden.
13.04: Nach rund zweistündiger Diskussion genehmigt die Generalversammlung den Jahresbericht 2008 sowie die Konzernrechnung: Der Entscheid fällt mit rund 886 Millionen gegen rund 25 Millionen Aktienstimmen.
12.39: Der frühere starke Mann der UBS, Marcel Ospel, wurde von einem anderen Aktionär namentlich kritisiert. Er sei der Hauptschuldige des Schlamassels, in dem die UBS stecke. Der Redner setzt grosse Hoffnungen in die neue Führung der Grossbank. Denn: «Wir wollen eine UBS, auf die wir wieder stolz sein können.»
12.28: Ein anderer Aktionär vermisst, dass die UBS keine Visionen habe. Es sei nicht klar, was die Bank in zehn Jahren sein wolle. Die UBS müsse sich wieder stärker auf die Kunden fokussieren. «Kunden halten und Kunden gewinnen: Darum geht es.»
12.16: «Zum wiederholten Mal werden wir Aktionäre bestohlen», kritisierte ein weiterer Aktionär. Die UBS habe Boni ausbezahlt, obwohl sie einen riesigen Verlust gemacht habe. Die Boni seien aus den Reserven ausbezahlt - dies sei nicht statthaft.
12.05: Die Aktionärin Brigitta Moser verlangte eine Ablehnung der Anträge zum ersten Geschäft - und zwar wegen fahrlässiger ungetreuer Geschäftsbesorgung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung. Angesichts der groben Fehler, die die UBS-Verantwortlichen gemacht hätten, könnten der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2008 nicht genehmigt werden.
12.00: Hans-Jakob Heitz, Vertreter von Kleinaktionären, forderte einen Abschied von der Gier und mehr Kontrolle. Wichtig für eine Bank und vor allem für die UBS in dieser Situation sei vor allem eines: «Vertrauen, Vertrauen und Vertrauen». Die UBS müsse rasch und nachhaltig Vetrauenskapital aufbauen.
11.55:Ein Aktionär kritisiert: Die UBS habe durch ihr mangelhaftes Risikomanagement viel Leid verursacht. «Es ist schwer zu sagen, wie viel physisches und psychisches Leid das unsorgfältige Handeln der USB ausgelöst hat, die Summe der Leiden ist aber sicher gross.»
11.45: Zum laufenden Traktandum «Genehmigung des Jahresberichts, der Konzernrechnung und der Rechnung des Stammhauses», bei dem es unter anderem um die Salärpolitik geht, schrieben sich gegen 50 Redner ein, wie in der Zwischenzeit bekannt wurde. VR-Präsident Kurer befürchtet eine sieben- bis achtstündige Verhandlungsdauer. Kurer räumte ihnen je fünf Minuten Redezeit ein. Zudem behielt er sich vor, eine Pause anzuordnen.
11:30: Roby Tschopp von der Aktionärsvereinigung Actares sagte, die eingeleiteten Kurskorreturen genügten nicht. Die UBS müsse ethischer werden. Auf die Frage von Tschopp sagte Kurer, im Zusammenhang mit den Steuerverfahren in den USA habe die UBS die Verantwortlichkeiten überprüft und disziplinarische Massnahmen einschliesslich Entlassungen vorgenommen.
11.22: Weitere Aktionäre treten auf. Ein Aktionär lobte den Neuanfang mit Oswald Grübel als Konzernchef. Gleichzeitig äusserte er seine Enttäuschung über den abtretenden VR-Präsidenten: «Herr Kurer, Sie waren ein Märchenerzähler», sagt der Aktionär.
11.18: Verwaltungsratpräsident Kurer weist die Vorwürfe von Minder zurück. Bei der UBS gebe es keinen Vorab-Bonus für neue Topmanager. Bei Lohnzahlungen für ehemalige Verwaltungsräte gehe es um rechtliche Ansprüche über das Arbeitsende hinaus, sagt Kurer. Zudem hätten mehrere Verwaltungsratsmitglieder, darunter Marcel Ospel, einen Teil der Bonuszahlungen zurückerstattet.
11.12: In der Diskussion tritt Thomas Minder, der die Anti-Abzocker-Initiative lanciert hat, tritt ans Rednerpult. Er kritisiert die Salärpolitik der UBS, obwohl diese geändert worden ist. Insbesondere äussert er seine Verärgung über Entschädigungen vor Stellenantritten. Damit meinte Minder die Antrittsgage von 11 Millionen für die neuen Topmanager Markus Diethelm und Jerker Johansson. Ein weiterer Punkt seiner Kritik ist: «Warum sind Ex-Verwaltungsräte noch auf der Lohnliste?» Der frühere Konzernchef und VR-Präsident Marcel Ospel habe mit der Lohnfortzahlung während zwölf Monaten noch eine Abgangsentschädigung von 2,3 Millionen Franken erhalten.
11.10: Nach der Rede von Konzernchef Grübel befasst sich die Generalversammlung mit der Jahresrechnung 2008 sowie dem Jahresbericht 2008. Bei diesem Traktandum sind auch die Entschädigungen der UBS-Manager ein Thema.
11.06: UBS-Konzernchef Grübel fasst seine Gedanken zusammen: «Ja, unsere Bank wird sich verkleinern. Andererseits gewinnen wir an Fokus, und zwar auf unsere Stärken. Und ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Konzentration die richtige Basis für den zukünftigen Erfolg schaffen werden.» Die UBS habe Fehler gemacht, sagt Grübel. «Aber wir werden aus den Fehlern lernen».
11.03: «Die UBS der Zukunft soll eine globale Bank sein, die als Kerngeschäft das internationale Wealth Management und insbesondere auch das Schweizer Geschäft betreibt und dort eine führende Position einnimmt», erklärt Grübel. «Dabei müssen wir uns bewusst sein, dass sich die überdurchschnittlichen Renditen der vergangenen Jahrzehnte vorläufig nicht fortsetzen werden.»
10.58: Grübel nimmt Stellung zur künftigen Geschäftspolitik der UBS. «Neben dem Privatkundengeschäft hat auch das Investmentbanking weiterhin seine Berechtigung, trotz aller Vorbehalte.» Gerade der Finanzplatz Schweiz habe allerdings ein grosses Interesse an Investmentbanken als Handelsplattformen, wenn er seine Position als einer der bedeutendsten Investorenmärkte der Welt behaupten wolle. «Die Zeiten unnötiger Risiken sind aber vorbei», betont Grübel.
10.56: «Der politische Einfluss hat sich massiv erhöht», stellt Grübel fest. «Die Tatsache, dass sich die Schweiz für uns engagiert hat, war wichtig. Jetzt aber müssen wir beweisen, dass wir auf eigenen Füssen stehen können, aus eigenem Interesse und im Interesse des Schweizer Steuerzahlers.»
10.51: «Als weitere Massnahme ist auch ein erheblicher Stellenabbau unumgänglich. Im Bankgeschäft sind Mitarbeiter der wichtigste Wettbewerbsfaktor. Aus diesem Grund ist ein Stellenabbau in unserer Branche immer ein harter Schritt. Kein Manager tut dies leichtfertig, auch ich nicht», sagt Grübel. «Dieser Stellenabbau ist schmerzhaft, aber unvermeidlich.»
10.49: «Das Einsparpotenzial, das wir anvisieren, liegt bei insgesamt 3,5 bis 4 Milliarden Franken bis Ende 2010, und zwar auf Basis der Kosten per Ende 2008. Generell werden wir unsere Ausgaben auf diejenigen Aktivitäten konzentrieren, die nötig sind, um unsere Kunden optimal zu betreuen und unsere Bank so effizient wie möglich zu führen.»
10.47:Grübel erklärt weiter: «Eine Bank, die Verluste macht, kann auch kein Vertrauenskapital aufbauen. Deshalb ist die Wiederherstellung und Erhöhung der Profitabilität derzeit unsere dringendste Aufgabe.»
10.45: «Als wichtigste Aufgabe müssen wir unser Vertrauenskapital wieder aufbauen. Damit meine ich das Vertrauen von Ihnen als Aktionärinnen und Aktionäre, das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden, sowie das Vertrauen der politischen Institutionen», sagt Grübel.
10.42: «Leider kann ich Ihnen noch keine erfreulichen Nachrichten überbringen, sondern muss Ihnen weitere schlechte Zahlen und einschneidende Massnahmen zumuten», sagt Konzernchef Grübel zu Beginn seiner Rede. «Nachdem sich die UBS in eine missliche Lage manövriert hat, sind wir heute noch nicht so weit, das negative Umfeld aufzufangen oder Chancen nutzen zu können. Doch wir wissen, wo wir ansetzen müssen, wie ich Ihnen im Folgenden darlegen werde.»
10.40: Der abtretende Verwaltungsrätspräsident Kurer bedankt sich bei allen und insbesondere bei den Aktionären und beendet seine Rede. Nach Kurer tritt Oswald Grübel ans Rednerpult.
10.37:«Wir dürfen uns nicht von finanzpolitischen Reduit-Reflexen leiten lassen. Es wäre fatal, unsere grossen Banken klein machen zu wollen, wie von gewissen Kreisen gefordert wird», sagt Kurer zur aktuellen Debatte um das Bankgeheimnis.
10.33: «Was die UBS jetzt braucht, sind Ruhe und Vertrauen». Desto schneller werde die UBS den Turnaround schaffen, sagt Kurer. Von der politischen Diskussion erwartet er mehr Gelassenheit.
10.27: «Wir haben die Bonuszahlungen reduziert wie kein Finanzinstitut dieser Welt», sagt Kurer. «Wir haben einen Kulturwandel in in der Bank eingeleitet. Damit wollen wir erreichen, dass die UBS in Zukunft schneller handeln kann.»
10.20:VR-Präsident Kurer erklärt, welche Massnahmen die UBS getroffen hat, um die Krise zu bewältigen. «Wir haben die Risikokontrolle neu definiert. Wir haben eine strategische Neuausichtung der Bank vorgenommen. Wir haben die Bilanz massiv gekürzt und gleichzeitig die Bank rekapitalisiert. Wir haben Verwaltungsrat und Management personell beinahe vollständig ausgewechselt.»
10.15: Kurer ruft die Turbulenzen in der Bankenwelt in Erinnerung. Das bisher bekannte Wallstreet-Modell sei eingebrochen.
10.10: VR-Präsident Peter Kurer blickt auf seine einjährige Amtszeit zurück. «Wir haben einen grundlegenden Transformationsprozess eingeleitet und durchgeführt.» Die UBS befinde sich aber nach wie vor in einer schwierigen Situation.
10.09: 4985 Aktionäre und Aktionärinnen sind anwesend. Rund 925 Millionen Aktienstimmen sind vertreten. Das entspricht etwa 48 Prozent aller stimmberechtigten Aktien.
10.00: Der abtretende Verwaltungsratspräsident der UBS, Peter Kurer, eröffnet die Generalversammlung in Zürich und begrüsst die Aktionäre.
Situation vor der Generalversammlung
Heute Morgen, wenige Stunden vor der Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion, hat die UBS einige Eckwerte zum ersten Quartal 2009 sowie einen drastischen Einschnitt beim Personal bekannt gegeben. Die grösste Schweizer Bank baut bis zum nächsten Jahr 8700 Stellen ab, davon 2500 in der Schweiz. Bis Ende 2010 sollen die Kosten um gegen vier Milliarden Franken gesenkt werden. Schlecht sieht es bei den Kundengeldern aus. Die Bank verlor in den ersten drei Monaten netto weitere rund 23 Milliarden Franken. UBS-Konzernchef Oswald Grübel sprach laut der vorab veröffentlichten Rede vor den Aktionären von einem unbefriedigenden Ergebnis. Er warnte auch vor übertriebenen Erwartungen in den nächsten Quartalen.
An der Generalversammlung wählen die Aktionäre auch einen neuen Verwaltungsratspräsidenten, weil Peter Kurer sein Amt zurückgibt. Kandidat ist Alt-Bundesrat Kaspar Villiger. Neben Villiger sollen auch Michel Demaré, Ann Godbehere und Axel Lehmann als neue Verwaltungsrats-Mitglieder gewählt werden. Die drei Kandidaten ersetzen Ernesto Bertarelli, Gabrielle Kaufmann-Kohler und Jörg Wolle. (vin)
Erstellt: 15.04.2009, 19:55 Uhr
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54 Kommentare
Ein Quartals-Vertrauens-Verlust von 23 Mrd CHF an verlorenen Kundengeldern reicht noch nicht aus, um zu begreifen, dass die UBS katastrophale Fehler in der Kommunikation und im Vertrauen schaffen an der Basis macht?! Wenn man weiterhin Lohnexzesse nicht verhindern will und Boni ausschüttet mit Staatsgeldern, dann wird das Vertrauen noch mehr schwinden und die Kundengelder davonfliegen! Antworten
@ Gabriel Rickenbacher. Herr Kurer arbeitet wohl länger als Ihre lächerlichen 14 Stunden. Und schläft an Wochenenden wohl auch weniger als sie. Wenn schon sachliche Begründungen. Warum er mehr verdient als Sie? Er hat eine hoch angesehene Ausbildung und ist Chef der grössten Schweizer Bank. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



