So spioniert Apple die Kunden aus

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 09.07.2010 59 Kommentare

Mit dem Kauf eines iPhones oder eines anderen Produkts akzeptiert jeder Kunde neue Datenschutzrichtlinien. Der eidgenössische Datenschützer warnt vor dem Regelwerk. Wir zeigen die heiklen Passagen.

Welche Daten kennt Apple?: Apple-Store in Houston.

Welche Daten kennt Apple?: Apple-Store in Houston.

Info-Adresse

Wer Apple direkt zu seiner Datenschutzrichtlinie befragen möchte: privacyeurope@apple.com.

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Der eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür warnt vor der neuen Datenschutzrichtlinie von Apple (AAPL 562.29 -0.54%) – weil sie es dem Computer-Hersteller erlaubt, allerlei private Daten seiner Kunden zu sammeln und weiterzugeben. Dabei ist die Richtlinie völlig legal: Wer ein Apple-Produkt kauft, gibt mit dem Kaufvertrag sein Einverständnis zur Datennutzung. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zitiert die heikelsten Passagen aus der Datenschutzrichtlinie. Sie ist am 21. Juni eingeführt worden.

Wie die Daten verwendet werden: «Apple und seine verbundenen Gesellschaften können diese personenbezogenen Daten untereinander austauschen und sie nach Massgabe dieser Datenschutzrichtlinie verwenden. Diese Gesellschaften können solche Daten auch mit anderen Informationen verbinden, um unsere Produkte, Dienstleistungen, Inhalte und Werbung anzubieten oder zu verbessern.»

Wie die Daten erfasst werden: «Wenn Sie eine Apple-ID erstellen, Ihre Produkte registrieren, sich für einen Geschäftskredit bewerben, ein Produkt kaufen, ein Softwareupdate downloaden, sich für einen Kurs in einem Apple Einzelhandelsgeschäft anmelden oder an einer online Umfrage teilnehmen, können wir eine Vielfalt von Daten erfassen (...)»

Welche Daten erfasst werden: «(...) einschliesslich Ihre Namen, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Informationen zu Ihrer bevorzugten Kontaktaufnahme und Kreditkarteninformationen.» Ausserdem: «Wir erfassen Informationen wie namentlich Beruf, Sprache, Postleitzahl, individuelle Geräteidentifizierungsmerkmale sowie den Ort und die Zeitzone, wo Apple-Produkte verwendet werden (...).» Sowie: «Apple und unsere Partner und Lizenznehmer (können) präzise Standortdaten erfassen, verwenden und weitergeben, einschliesslich des geographischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit.»

An wen die Daten weitergegeben werden: «Mitunter wird Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben, die mit Apple zusammenarbeiten, um Produkte und Dienste zu erbringen, die Apple helfen, Marketingleistungen an Kunden zu erbringen.» Bezüglich der Standortdaten: «Diese Standortdaten werden von Apple und unseren Partnern und Lizenznehmern verwendet, um Ihnen standortbezogene Produkte und Dienste anzubieten und diese zu verbessern.»

Auch der Staat kann Daten erhalten: «Mitunter kann es für Apple nötig sein – aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen, Rechtsvorgängen, Rechtsstreitigkeiten und/oder Anfragen von öffentlichen und Regierungsbehörden innerhalb oder ausserhalb Ihres Wohnsitzlandes – Ihre personenbezogenen Daten offen zu legen. Ausserdem können wir Daten über Sie offen legen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies für die nationale Sicherheit, Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig ist.»

Wie die Daten verwendet werden können: «Apple gibt personenbezogene Daten weiter an Unternehmen, die Dienste erbringen, wie zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, Kreditgewährung, Ausführung von Kundenbestellungen, Lieferung von Produkten an Sie, Verwaltung und Pflege von Kundendaten, das Zurverfügungstellen eines Kundendiensts, die Bewertung Ihres Interesses an unseren Produkten und Leistungen sowie das Betreiben von Kundenforschung oder die Durchführung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.»

Apple weist auf Anfrage darauf hin, dass der Kunde auf dem iPhone (OS4) und iPad unter Einstellungen / Allgemein die Ortungsdienste deaktivieren könne. Viele Apps wie beispielsweise jene der SBB oder von Navigationssystemen bieten ebenfalls die Möglichkeit, die Standortbestimmung auszuschalten. Eine ganze Reihe von Diensten lassen sich dann jedoch nicht mehr sinnvoll nutzen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.07.2010, 10:11 Uhr

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59 Kommentare

Michael A. Bühlmann

09.07.2010, 11:30 Uhr
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Zum Glück gibt es die Alternative zum iPhone. Diese Geräte laufen unter Android einem Linux-Abkömmling. Beispielsweise htc macht solche Geräte und die brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. Antworten


Andre-Marie Ruf

09.07.2010, 10:59 Uhr
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Ausweichmöglichkeiten gibt es zuhauf. Im Bereich PC (jaja, schon ok Apple Fanboys... da jetzt wieder ein Aufschrei des Entsetzens rumgehen wird!) ist es halt Windows 7 (Linux ist für normale Anwender einfach keine valable Alternative) und fürs Handy Android und das neue Samsung Galaxy. Antworten



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