Wirtschaft

So viel verdient ein Bankangestellter

Ein Bankangestellter in der Schweiz verdient im Durchschnitt fast 6700 Franken im Monat. Trotzdem fordert der Bankpersonalverband Lohnverhandlungen. Boni sollen mit mehr Augenmass verteilt werden.

Bankangestellte verdienen weniger als Arbeiter in der Pharmaindustrie: Paradeplatz, Zürich. (Bild: Keystone )

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Der Schweizer Bankpersonalverband (SBPV) fordert für die Bankangestellten in der Schweiz «echte» Lohnverhandlungen. Die Interessenvertretung bemängelt, dass nur wenige Finanzhäuser dieses Recht der Arbeitnehmer anerkannten.

In der Vereinbarung über die Anstellungsbedingungen der Bankangestellten (VAB), dem Gesamtarbeitsvertrag der Branche, sei dieses aber festgeschrieben, bekräftigte der SBPV. Der Verband weiss von 13 Banken, bei denen es 2011 Salärverhandlungen gab, darunter die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse.

«Echte» Verhandlungen

Allerdings haben laut SBPV viele Banken den Gesamtarbeitsvertrag nicht unterzeichnet. «Der Arbeitgeberverband Banken zählt 107 Mitglieder, doch nur 50 haben sich den VAB unterstellt», sagte SBPV-Zentralsekretärin Denise Chervet in Zürich. Zwar seien alle Schwergewichte der Branche den VAB unterstellt, aber nicht etwa 12 von 24 Kantonalbanken.

Ziel des Verbands sei, dass 2012 alle Banken die VAB mittragen werden. Nach Ansicht des SBPV bestehen «echte» Verhandlungen, wenn es mindestens zwei Gesprächsrunden gibt, die Arbeitnehmer Einblick in die Lohnentwicklung haben und generelle Transparenz auch bei der Umsetzung der Beschlüsse herrscht.

6700 Franken Monatslohn

Dabei will die Arbeitnehmerorganisation auch erreichen, dass Boni mit mehr Augenmass verteilt werden: Übertriebene individuelle Leistungskomponenten führten zu einem ungesunden Konkurrenzdruck unter den Angestellten und förderten gefährliche Verhaltensweisen.

Gestützt auf Angaben des Bundesamts für Statistik gibt der SBPV den durchschnittlichen Monatslohn eines Bankangestellten in der Schweiz, der keine Kaderfunktion ausübt, mit 6699 Franken an. Das ist deutlich mehr als beispielsweise im Tiefbau (5895 Franken), aber auch bedeutend weniger als in der Pharmaindustrie (8246 Franken).

Gleiche Löhne für Frauen

Im Sinne einer neuen Branchenkultur fordert der SBPV die Banken dazu auf, die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen zusammen mit den Sozialpartnern zu überprüfen. Gerade wegen der unsicheren Lage der Finanzmärkte und der Banken ist laut der Organisation ein geeigneter Zeitpunkt gekommen, über Lösungen zu diskutieren.

Der SBPV zeigt sich überzeugt, dass Lohngleichheit für die einzelnen Banken einen Wettbewerbsvorteil bringt. «Ausserdem: Es geht hier nicht um freiwillige Vereinbarungen, sondern um die zwingende Einhaltung eines Gesetzes», sagte Zentralsekretärin Chervet. (bru/sda)

Erstellt: 17.01.2012, 13:34 Uhr

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10 Kommentare

Annemarie Richard

18.01.2012, 04:55 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Bin gegen jegliche Transparenz. Zuviele (Unter-Ober-Mittelschicht) Neider - leider! Früher wurde nicht über Löhne gesprochen. Zumindest diese Angelegenheit vor Jahren besser als im 2012. Antworten


Seraina Führer

17.01.2012, 20:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Solch gewerkschaftlich Nötigungsorganisationen sind Schnee von gestern. Antworten


Heinz Gubler

17.01.2012, 19:06 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Wenn sich das untere Bank-Personal mit ihrem Kader vergleicht, dann sind sie natürlich zu kurz gekommene Habenichtse.
Vergleichen sie aber ihr Salär mit demjenigen von Tausenden von Coiffeusen, FloristInnen, VerkäuferInnen etc.,dann sind sie wahrlich fürstlich entlöhnt.
Gretchenfrage: Ist das Glas nun halb voll oder halb leer?
Antworten


Greg Müll

17.01.2012, 16:51 Uhr
Melden 3 Empfehlung

1:12 INITIATIVE kommt!! Damit 1% zu 99% vielleicht mal eine "Chance -ngleichheit" hat + die gekaufte Demokrati und Finanzfilziokratie ein Ende hat. (Geldschöpfung in demokrtatische Hände) Antworten


steve walker

17.01.2012, 16:32 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Der Vergleich mit Arbeitern in der Pharmaindustrie ist schräg. Ein beträchtlicher Teil des genannten Lohnes sind Schichtzulagen, was ja in der Bankenwelt nicht wirklich ein Thema ist. Weshalb kein Vergleich mit Verwaltungsangestellten in der Logistik- oder Versicherungsbranche? Antworten


Roger Meier

18.01.2012, 06:20 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Schichtzulagen in kaufmännischen Berufen sind doch eher selten, oder!? Es gibt aber auch bei den Banken Unterschiede - z.B. Front und Backoffice sind nicht gleich entlöhnt, Cash und Privatkundenberater auch nicht. Der Druck und die zeitlichen Ausmasse sind auch nicht dieselben. In den Banken werden übrigens traditionell keine Überstd. abgerechnet, selten ist ein Job in Vertragszeit machbar...


Robert Kuhn

17.01.2012, 15:01 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Selten so gelacht. Kenne eine Telefonistin bei einer Bank ohne (höhere) Ausbildung, die bereits vor 5 Jahren einen Nettolohn (ohne 13. Monatslohn) von SFr 6600 erhielt! Antworten


Rolf Rinderknecht

18.01.2012, 08:10 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Sehr geehrter Herr Kuhn
Von einem Einzelfall lässt sich nicht auf das Ganze schliessen.
Hätten Sie den Artikel gelesen, hätten Sie festgestellt, dass es sich um einen Durchschnittswert handelt. Beispielsweise kenne ich eine Cash Service Mitarbeitende, die 4900.-- Brutto /Mnt. verdient.


Rolf Gunz

17.01.2012, 14:28 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Aber ich dachte jeder Bänker verdient 1 Mio und mehr ? Antworten


Hans Ineichen

17.01.2012, 13:55 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Im Schnitt CHF 6'700.-. Soll das nun viel sein? Ich dachte immer die verdienen alle so um die 9000 bis 12'000... Wenn man natürlich nur 4500 bis 5000 verdient sind 6700 wahrscheinlich astronomisch viel. Die Banker haben aber auch meist noch ein paar Ausbildungen mehr als Bauarbeiter.... und nein, ich bin nicht Banker. Doch ich neide niemandem seinen Lohn. Sollen die Andern sich mehr ausbilden! Antworten



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