Wirtschaft
So wirkt sich die Kursuntergrenze aus
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 07.09.2011 31 Kommentare
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- Der Franken und das Gold
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- Hier entsteht die nächste Immobilienblase
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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat eine Untergrenze des Frankens zum Euro festgelegt. Wie wirkt sich das auf heimische Immobilienpreise aus und büsst Gold seinen Status als sicherer Hafen ein? Klar ist, dass der Schweizer Börsenindex SMI in der Folge zugelegt hat. Offen bleibt, ob der anvisierte Wert von 1.20 ausreichen wird.
Immobilien: Sebastien Galy, Chefanalyst für Fremdwährungen bei der Sociéte Genérale, geht davon aus, dass die erhöhte Geldmenge durch die aktuelle SNB-Massnahme neue Anlagen sucht. Und zwar in Schweizer Immobilien, die ein sicherer Anlagehafen sind und das «neue Gold» werden.
Die Gefahr einer flächendeckenden Blasenbildung sieht Robert Weinert von Wüest & Partner aber nicht. «Nur in vereinzelten Ballungsräumen sind die Immobilienpreise überhitzt.» Dass sich eine Immobilienblase bildet, dazu bräuchte es Spekulation, so der Experte. «Das sehe ich nicht.»
Wie nachhaltig die Wechselkursuntergrenze auf den Immobilienmarkt wirken wird, bleibe abzuwarten. Letztlich hänge dessen Entwicklung mehr von der Realwirtschaft ab. «Wenn das Wirtschaftswachstum langfristig stagniert, könnte die Nachfrage nach Immobilien leicht zurückgehen», so Weinert. Und zwar sowohl beim Wohnungseigentum als auch bei der Nachfrage nach neuen Mietwohnungen.
Gold: Der Wert des Schweizer Frankens hat an Wert eingebüsst. Parallel dazu ist der Goldpreis um mehr als 30 US-Dollar gesunken. Besteht hier ein Zusammenhang? «Auf den ersten Blick hat das keinen Sinn», sagt die Währungsspezialistin der Zürcher Kantonalbank, Susanne Toren. Viele Anleger würden offenbar glauben, es stehe auch hinter dem Gold eine Zentralbank. Das Umfeld für Gold habe sich nach dem Schritt der SNB aber nicht verdunkelt.
Die Wirtschafts- und Währungsentwicklung legt eher nahe, dass der Goldpreis aufgrund der weltweiten Verunsicherung und der dadurch steigenden Nachfrage weiter anziehen müsste. Aber das kurzfristige Erstarken des Dollars zum Franken, in dem die Feinunze notiert, führt dazu, dass der Goldpreis leicht nachgegeben hat. Sowohl das Gold als auch der Schweizer Franken werden als sichere Häfen von den Anlegern betrachtet.
«Abzuwarten bleibt, ob der Franken-Euro-Kurs bei 1.20 kleben bleibt oder weiter steigen wird», so Toren. Aber solange sich nichts daran ändert, gibt es darüber hinaus keine vernünftige Erklärung, weshalb der Goldpreis auch in Zukunft in die eine oder andere Richtung ausschlagen sollte.
Neu ist hingegen, dass das Silber im Vergleich zum Platin wieder an Bedeutung zugenommen hat. Bei der vergangenen Finanzkrise 2008 befand sich der Preis von Platin im Schlepptau des Goldpreises. Jetzt hat Silber Platin abgelöst. Der Grund: Die Katastrophenszenarien sind bei den aktuellen Währungskrisen weitaus drastischer, sodass auch die Ängste der Edelmetallanleger 'archaischer' ausgeprägt sind. «In dem Fall greifen die Konsumenten eher zu Silber als zu Platin, weil Silber seit jeher Zahlungsmittel und Rettungsanker war. Und das noch viel eher als Platin», sagt Toren.
Börse: Der Schweizer Börsenindex SMI hat infolge der von der SNB festgelegten Untergrenze des Frankens zum Euro um gut 100 Punkte angezogen. Denn bei den börsennotierten Unternehmen wurden deshalb die Gewinnschätzungen um vier bis sechs Prozent nach oben korrigiert.
Grund zum Jubel gibt das laut Vontobel-Chefanalyst Panagiotis Spiliopoulos aber nicht, «das ist nur weniger schlimm». Spiliopoulos hält einen Kurs von 1.20 des Frankens zum Euro immer noch für eine Katastrophe. Was an der Börse unverändert eingepreist bleibe, seien nach wie vor heruntergeschraubte Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensgewinne im nächsten Jahr im Vergleich zu 2011.
Die Währungsumrechnungen für Exportunternehmen werden durch die Untergrenze zwar berechenbarer. «Aber wenn die Nachfrage einbricht, hilft das den Unternehmen auch nicht allzu viel.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.09.2011, 17:01 Uhr
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31 Kommentare
Es ist richtig, 1.20 zum Euro ist eine Katastrophe. Der natürliche Kurs zum USD läge tiefer als 70 Rappen. Die SNB hatte gestern innerhalb von nur 12 Minuten indirekt den Dollar um 20% angehoben. Alle, die in den USA einkaufen, trifft das hart. 1/5 mehr bezahlen. Das kann man nicht mehr unter Währungsrisiko abbuchen, denn die heutigen Währungskurse sind durch die SNB manipuliert und verzerrt. Antworten
Ist die Sichtweise richtig, dass zukünftig im Falle einer Unterschreitung der 1.20er-Untergrenze davon ausgegangen werden darf, dass die SNB pleite ist, obwohl sie an sich gar nicht pleite gehen kann? Ehrlich gesagt, ich habe ein ganz schlechtes Gefühl in der Sache. Antworten
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