Wirtschaft

Spuhler winkt der ganz grosse Deal

Für zwei Milliarden Franken bestellen die SBB demnächst Fernverkehr-Doppelstockzüge. Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler sagt, wieviele Jobs ihm das bringt - und was er von einer Bundesratskandidatur hält.

Spuhler verkauft Zug um Zug: Übergabe eines Triebzuges an die RhB im letzten Herbst.

Spuhler verkauft Zug um Zug: Übergabe eines Triebzuges an die RhB im letzten Herbst.
Bild: Keystone

Auch SVP-Nationalrat und Bahnunternehmer Peter Spuhler buhlt mit seiner Stadler Rail um den Zwei-Milliarden-Franken-Auftrag der SBB für die neuen Fernverkehr-Doppelstockzüge. «Wir sind als mittelständisches Unternehmen schon oft gegen die Weltkonzerne angetreten – und sind schon einige Male als Sieger vom Feld gegangen», sagt er im Interview mit der Zeitung «Sonntag».

Antreten muss er diesmal gegen Siemens und Bombardier. Spuhler gibt sich selbstbewusst: «Wir haben im Gegensatz zu Siemens unsere Züge an die SBB immer pünktlich geliefert. Die S-Bahn-Züge DTZ von Siemens kamen mit über 2 Jahren Verspätung zum Einsatz.»

Zu alt für Landesregierung

Stadler Rail mit Sitz im thurgauischen Bussnang konnte im Jahr 2009 den Umsatz bei knapp 1,1 Milliarden Franken halten. «Die Zahl der Mitarbeiter ist gestiegen», sagt Spuhler. «Wir werden dieses Jahr die 3000er-Marke knacken.» Entscheidend für den Mitarbeiterbestand ist auch die Frage, ob Spuhler den SBB-Auftrag erhält. «Einige hundert» Stellen hingen bei Stadler Rail davon ab. «Hinzu kommen nochmals etwa gleichviele Stellen in der Schweizer Zulieferindustrie. Denn alle Züge, die wir hier produzieren, haben einen Schweizer Wertschöpfungsanteil von 80 Prozent.»

Der Unternehmer Spuhler bleibt in der Politik, Bundesrat werden will er jedoch nicht: «Das ist kein Thema, und es wird auch nie eines. Ich bin zu gerne Unternehmer.» Und auch in zehn Jahren nicht: «Nein, mit 60 wird man nicht mehr Bundesrat.» (cpm)

Erstellt: 21.03.2010, 08:50 Uhr

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