Wirtschaft

Stellenabbau bei der Axpo

Aktualisiert am 23.01.2012 18 Kommentare

Der Energiekonzern streicht bis zu 140 Stellen. Der Gewinn des Unternehmens ist im letzten Jahr massiv eingebrochen. Fukushima und seine Folgen hätten sich negativ ausgewirkt.

Die Stilllegung und Entsorgung von Kernkraftwerken hat Konsequenzen für den Konzern: Das Atomkraftwerk Beznau am 28. Mai 2011.

Die Stilllegung und Entsorgung von Kernkraftwerken hat Konsequenzen für den Konzern: Das Atomkraftwerk Beznau am 28. Mai 2011.
Bild: Keystone

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Der Energiekonzern Axpo (AXP10 105.3 -0.05%) muss sich für die Zukunft fit trimmen und baut ab März bis zu 140 Stellen ab. Es wird auch zu Entlassungen kommen, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Der Gewinn im Geschäftsjahr 2010/11 (per 30. September) ist massiv eingebrochen: Das operative Ergebnis (Ebit) beträgt noch 139 Millionen Franken, das konsolidierte Unternehmensergebnis 45 Millionen Franken. Im Vorjahr lagen die Gewinne bei 538 Millionen Franken respektive 409 Millionen Franken.

Folgen von Fukushima

Negativ ausgewirkt hätten sich die Turbulenzen auf den Finanz- und Währungsmärkten, die Folgen des Unfalls in Fukushima, die Kostenüberprüfung für die Stilllegung und Entsorgung von Kernkraftwerken sowie regulatorische Entscheide, heisst es in der Mitteilung.

Zugleich will Axpo 21 Milliarden Franken für den Neu- und Ausbau von Produktionskapazitäten investieren. Bereits im September hat Axpo angekündigt, mit einem Stellenabbau zu rechnen. Mit der nun kommunizierten Grössenordnung und weiteren Massnahmen will das Unternehmen den Betriebsgewinn Ebit um bis zu 100 Millionen Franken verbessern.

Axpo-Tochter EGL mit tieferem Reingewinn

Das Energiehandelsunternehmen EGL hat im Geschäftsjahr 2010/11 einen Gewinnrückgang um 12 Prozent auf 22,2 Millionen Franken verzeichnet. Die Bruttomarge sank gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf 502,1 Millionen Franken, wie EGL heute mitteilte.

Als Grund für den tieferen Gewinn macht das Tochterunternehmen der Axpo unter anderem einen Abschreiber in Höhe von 39,8 Millionen Franken verantwortlich, der von Netzentgeltforderungen des Übertragungsnetzbetreibers Swissgrid herrührt.

Aktionäre sollen auf Dividende verzichten

Immerhin hätten jedoch zumindest die betrieblichen Kosten um mehr als 40 Millionen Franken verringert werden können, schreibt EGL weiter. Die tiefere Bruttomarge erklärt sich das Unternehmen durch das schlechtere Ergebnis im Energiehandel und den schwachen Euro.

Die Aktionäre sollen gemäss Antrag des Verwaltungsrates auf eine Dividende verzichten. Damit gemeint ist in erster Linie der Mutterkonzern Axpo, der praktisch 100 Prozent der EGL-Aktienanteile hält. Nach der vollständigen Integration in den Axpo-Konzern per Oktober 2012 ist dann die Dekotierung der EGL-Aktien von der Schweizer Börse vorgesehen.

Neue Windparks geplant

Axpo plant bis 2030 Investitionen in Kraftwerke in der Höhe von 21 Milliarden Franken. Die Axpo, die sich mehrheitlich im Besitz von Kantonen befindet, setzt dabei einerseits stark auf Windkraftwerke im Ausland. Mit solchen Windparks will die Axpo 3,9 Terrawattstunden Strom produzieren. Ebenfalls will der Stromkonzern an Wasserkraftskonzessionen in Frankreich herankommen und bis zu drei grosse Gaskombikraftwerke bauen.

Konzernchef Heinz Karrer schloss heute vor den Medien in Zürich nicht aus, dass solche Gaskraftwerke auch in der Schweiz gebaut würden. Ob sich solche Investitionen auch lohnen, sei aber von den politischen Rahmenbedingungen abhängig.

Karrer wies insbesondere darauf hin, dass der notwendige Ausbau der Stromproduktion nicht alleine in der Schweiz zu bewerkstelligen sei. Gemäss Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini wird die Abhängigkeit der Schweiz von der Stromproduktion im Ausland ansteigen.

Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) kritisierte in einer Stellungnahme, die Axpo wolle ihr Geld lieber in Gaskraftwerke im Ausland investieren, statt sich der Verantwortung für eine Energiewende in der Schweiz zu stellen.

(kle/sda)

Erstellt: 23.01.2012, 06:55 Uhr

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18 Kommentare

Thomas Hugentober

23.01.2012, 08:22 Uhr
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Folgen von Fukushima??? Wie billig, diese Ausrede. Wie wärs mit Unfähigkeit des Managements? Antworten


Adrian Naumann

23.01.2012, 08:17 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Wie war das? Die Energiewende als Jobwunder? Naja, vielleicht ein paar subventionierte Pöstchen bei Umweltorganisationen.
Schade, dass ein grundsolides CH-Unternehmen wegen überstürzter politischer Entscheide gefährdet wird.
Jetzt tönts: Die machen ja noch immer Gewinn. Aber alleine das Pumpspeicherwerk Linthal kostet etwa 50 mal den konsolidierten Gewinn, für Investitionen reichts nicht mehr!
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