Steuerfahnder umkreisen Bank Bär

Aktualisiert am 05.02.2010

Auf ihrer Jagd nach Steuersündern haben deutsche Ermittler laut einem Medienbericht den Münchner Grossunternehmer Robert Schuler-Voith im Visier – und seine Schweizer Bank.

Einer ihrer Ex-Manager gab Daten heraus: Die Fassade von Julius Bär im November 2008.

Einer ihrer Ex-Manager gab Daten heraus: Die Fassade von Julius Bär im November 2008.
Bild: Keystone

Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» verdächtigen die Behörden den Münchner Industriellen Robert Schuler-Voith, mehrere Millionen Euro vor dem Fiskus versteckt zu haben. Die Familie Schuler-Voith gehört zu den reichsten Clans in Deutschland. Ihr gehören der Maschinenbauer Schuler sowie Anteile am Küchengerätehersteller Leifheit.

Laut FTD haben Fahnder aus Nordrhein-Westfalen bereits im Dezember das Haus Schuler-Voiths durchsucht und dabei mögliches Beweismaterial sichergestellt. Den Ausschlag für die Durchsuchung gaben demnach Daten, die der frühere Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer 2002 den Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen übergeben hatte. Erst am Mittwoch hatte Elmer als Gast der RTL-Sendung «Stern TV» bestätigt, dass er mit den Beamten in Düsseldorf zusammenarbeite. Diese hätten sich im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen deutschen Bundesländern an einer Zusammenarbeit interessiert gezeigt.

Verzichtete die Bank auf Abklärungen?

Schuler-Voith soll unter dem Decknamen «Dr. Schuler» über die Bank Julius Bär Geld in einem Trust auf den Cayman Islands deponiert und so das Vermögen vor den Steuerbehörden versteckt haben. Allerdings ist gemäss dem Bericht «noch nicht zweifelsfrei geklärt», ob es sich bei dem in den Akten erwähnten «Dr. Schuler» tatsächlich um Schuler-Voith handelt.

Besonders brisant für die Schweiz: Das renommierte Wirtschaftsblatt verfügt nach eigenen Angaben über Unterlagen, die «bei den Ermittlern den Verdacht aufkommen lassen, dass Julius Bär bei der Gründung des Trusts nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen über ihren Kunden eingeholt hat». Der damalige Präsident Thomas Bär habe lediglich bescheinigt, dass er den betreffenden Kunden kenne und er davon ausgehe, dass das Geld keinen kriminellen Hintergrund habe. «Damit könnte Mitarbeitern der Bank ein Verstoss gegen die Geldwäscherichtlinien und Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen werden», so die FTD.

Es gebe keine Hinweise, dass die gestohlene CD aus Deutschland Daten von Julius Bär enthalte, erklärte Bankchef Boris Collardi am Freitag an einer Telefonkonferenz. (oku)

Erstellt: 05.02.2010, 08:59 Uhr

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