Strehle und Eisenhut neue Tagi-Chefs – Zeitung mit vier Bünden

Heute wurde das bestgehütete Geheimnis der Medienbranche gelöst: Die neuen Chefredaktoren des Tages-Anzeigers heissen Res Strehle und Markus Eisenhut.

Markus Eisenhut.

Markus Eisenhut.

Andreas «Res» Strehle.

Andreas «Res» Strehle.

Es wurde seit Monaten vermutet, dass dieses Duo zum Zuge kommt. Jetzt ist es bestätigt. Die Nachfolge von Peter Hartmeier treten Andreas Strehle und Markus Eisenhut an. Strehle übernimmt seine neue Aufgabe am 1. Mai 2009, Eisenhut wechselt auf den 1. Juni 2009 zum Tages-Anzeiger.

Res Strehle stiess im Frühling 2007 vom Magazin zum Tages-Anzeiger. Von 2001 bis 2007 war der 58-Jährige während sechs Jahren Chefredaktor und zuletzt auch Geschäftsführer des Wochentitels. Er entwickelte das Magazin gemeinsam mit seinem Team publizistisch weiter und war massgeblich am Aufbau der Partnerschaft mit der Basler Zeitung und der Berner Zeitung beteiligt. Unter Res Strehles Leitung steigerte die Wochenendbeilage ihre Leserschaft deutlich und schrieb erstmals in ihrer Geschichte schwarze Zahlen. Vor seinem Wechsel zu Tamedia war der promovierte Ökonom unter anderem für die Weltwoche, die Bilanz sowie für Facts tätig und gehörte 1981 zu den Gründern der Wochenzeitung WoZ. Res Strehle ist Autor mehrerer Bücher und war Dozent an der Hochschule St. Gallen, der Schule für Soziale Arbeit, Zürich, sowie am Medienausbildungszentrum (MAZ) Luzern.

Bern, Welschland, Rumänien, Ungarn

Markus Eisenhut stiess 2006 von der 20 Minuten AG, für die er als Projektleiter die Lancierung der Pendlerzeitung 20 minutes in der Westschweiz vorbereitete, zur Berner Zeitung. Gemeinsam mit Ko-Chefredaktor Michael Hug entwickelte er die regionale Ausrichtung der Berner Zeitung weiter und baute die erfolgreiche Zusammenarbeit des Titels mit unabhängigen Partnern aus. Zuvor war der 46-Jährige massgeblich an der Neuausrichtung des Mediengeschäftes des Vorarlberger Medienhaus in Rumänien und Ungarn beteiligt. Von 2001 bis 2003 leitete Markus Eisenhut die Redaktion der Pendlerzeitung 20 Minuten, die ihre Leserschaft in dieser Zeit mehr als verdoppelte. Vor seinem Wechsel zu 20 Minuten war Markus Eisenhut, der an der Universität Zürich Recht und Germanistik studierte, stellvertretender Chef vom Dienst des Tages-Anzeigers, Nachrichtenchef der SonntagsZeitung, Redaktor der Schweizer Illustrierten sowie Sportchef von Blick und SonntagsBlick.

Markus Eisenhut und Res Strehle arbeiten bereits seit Herbst 2008 gemeinsam an einer Weiterentwicklung des Tages-Anzeigers. Das neue Konzept sieht vier Zeitungsbünde vor. Der Auftritt der grössten abonnierten Tageszeitung der Schweiz soll mit einer neuen Gestaltung ab Herbst 2009 hochwertiger und die Leserführung stark verbessert werden.

Personalabbau in noch offener Höhe

Mit dem neuen Konzept verbunden ist die Anpassung der Kostenstruktur an die in den letzten Jahren deutlich zurückgegangenen Werbe- und Vertriebserlöse. Die Budgetreduktion soll über Einsparungen in Redaktion und Verlag, in der Produktion durch die Umstellung auf eine Vierbund-Zeitung und die Fokussierung auf redaktionelle Eigenleistung erreicht werden. Die Budgetreduktion wird zu einem Personalabbau in noch offener Höhe sowie Frühpensionierungen führen.

Der Tages-Anzeiger soll weiterhin über starke Ressorts sowie ein gut ausgebautes Korrespondentennetz verfügen und gleichzeitig in Zusammenarbeit mit dem Newsnetz und News vermehrt auch die Stärken eines umfassenden Medienverbundes ausspielen. Die Regionalisierung des Tages-Anzeigers wird fortgesetzt und mit der Zusammenführung sämtlicher regionalen Berichte in einem Bund im Hauptblatt gestärkt. Über die Einzelheiten des neuen Konzeptes für den Tages-Anzeiger soll im Verlauf des Sommers 2009 entschieden und informiert werden. (sam)

Erstellt: 31.03.2009, 11:39 Uhr

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