Swatch-Aktie verliert nach Hayeks Tod deutlich

3,2 Prozent unter dem Vortageswert wird das Papier des Uhrenherstellers gehandelt. Analysten setzen nun auf den Sohn des Patrons.

Wenn Einzelschicksale auf die Kurse wirken: Ein Händler in Frankfurt beobachtet das Börsengeschehen.

Wenn Einzelschicksale auf die Kurse wirken: Ein Händler in Frankfurt beobachtet das Börsengeschehen. Bild: Keystone

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Hayeks Tod sei ein grosser Verlust für das Unternehmen, urteilten Analysten. Allerdings sei nicht mit Veränderungen in der Strategie und der Eigentümerstruktur der Swatch Group zu rechnen, die von Hayeks Sohn Nick als Geschäftsführer geleitet werde, hiess es. Die Swatch Gruppe hatte am Vorabend mitgeteilt, dass Nicolas G. Hayek selber sichergestellt habe, dass die Kontinuität sowohl im Aktionariat, als auch im Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung gewährleistet sei.

Am Dienstag sanken die Namenaktien der Swatch Group bis gegen 10.25 Uhr um 3,2 Prozent auf 315 Franken. Die Konkurrenzpapiere von Richemont büssten mit 2,7 Prozent auf 39,55 Fr. ähnlich stark an Wert ein, während der Gesamtmarkt (SMI) um 1,5 Prozent tiefer notierte.

Vollblutunternehmer

Nicolas Hayek starb am Montagabend im Alter von 82 Jahren an seinem Arbeitsplatz an Herzversagen. Der Vollblutunternehmer mit libanesischen Wurzeln war die treibende Kraft hinter der Wiedergeburt der Schweizer Uhrenindustrie in den 1980-er Jahren. Der als «Mr. Swatch» bezeichnete Hayek war noch Delegierter des Verwaltungsrates der Swatch Group. Das Unternehmen wird seit 2003 von seinem 1954 geborenen Sohn Nick Hayek geleitet.

Hayek stand der Gruppe seit 1986 vor und war gleichzeitig ihr wichtigster Aktionär. Der Hayek-Pool hält 41 Prozent (Hayek selbst war mit 40,2 Prozent beteiligt) der Stimmen und 24 Prozent des Kapitals.

Sein Sohn Nick arbeitet seit 1994 für die Swatch Group und wurde im Jahr 2003 zum Geschäftsführer ernannt und in diesem Jahr in den Verwaltungsrat gewählt. Die Tochter von Nicolas Hayek, Nayla Hayek, ist derzeit stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende.

Keine Änderungen erwartet

Für Analyst René Weber von der Bank Vontobel war Nicolas Hayek einer der beeindruckendsten Schweizer Unternehmer und unbestritten für das Überleben der Schweizer Uhrenindustrie verantwortlich. Zudem habe er die Swatch Group an die weltweit erste Stelle der Uhrenhersteller geführt. Sein Ableben sei ein enormer Verlust für das Unternehmen und für die Schweiz, schrieb Weber. Allerdings rechnet der Vontobel-Analyst nach dem Tod von Nicolas Hayek mit keinen grösseren Veränderungen in der Strategie und der Eigentümerstruktur der Swatch Group. Gleicher Meinung sind die Analysten der Citigroup.

Es sei davon auszugehen, dass Geschäftsführer Nick Hayek im Verwaltungsrat den Vorsitz übernehme und Marc Hayek zum neuen CEO ernannt werde, schrieb Vontobel-Analyst Weber. Der 39-jährige Marc Hayek ist der Sohn von Nayla, Chef von Blancpain und arbeitet seit 2001 in der Gruppe. (cpm/sda)

Erstellt: 29.06.2010, 10:48 Uhr

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