Swiss streicht Flüge nach Israel

Die Lufthansa-Gruppe, zu der die Swiss gehört, fliegt ab sofort nicht mehr nach Tel Aviv. Auch zahlreiche weitere Fluggesellschaften stoppen aus Sicherheitsgründen ihre Flüge nach Israel.

Wird vorerst nicht mehr am Flughafen von Tel Aviv zu sehen sein: Eine Maschine der Swiss. (12. Juli 2014)

Wird vorerst nicht mehr am Flughafen von Tel Aviv zu sehen sein: Eine Maschine der Swiss. (12. Juli 2014) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Die Lufthansa-Gruppe stellt ihre Flüge nach Tel Aviv für zunächst 36 Stunden ein. Wie das Unternehmen mitteilte, sind davon die Flüge der Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss betroffen. Begründet wurde die Entscheidung mit der «unsicheren Lage» am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv.

Nach Swiss-Angaben sind von Zürich aus drei Flüge betroffen. Kunden können kostenlos umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen, wie es in der Swiss-Mitteilung heisst.

Die Entscheidung sei zur Sicherheit der Passagiere und Crews getroffen, «auch wenn uns derzeit noch keine verschärften Reisewarnungen der zuständigen Behörden vorliegen», schreibt Lufthansa in einer Mitteilung.

Der Lufthansa-Konzern bietet nach eigenen Angaben üblicherweise pro Tag im Schnitt sieben bis zehn Flüge nach Tel Aviv an, die von Frankfurt am Main, Berlin, München, Zürich und Wien starten.

US-Behörde sperrt israelischen Luftraum

Neben der deutschen Lufthansa sagten auch Air France, Air Canada, Alitalia und KLM wegen Sicherheitsbedenken Flüge in die israelische Stadt ab. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verbot amerikanischen Fluggesellschaften für 24 Stunden, Tel Aviv anzufliegen. Begründet wurde dies mit der «potenziell gefährlichen Situation, die durch den bewaffneten Konflikt in Israel und Gaza geschaffen wurde».

Die US-Airline Delta musste nach eigenen Angaben am Dienstag wegen einer Rakete eine Boeing 747 mit 290 Menschen an Bord zum Pariser Flughafen Charles de Gaulles umleiten. Die Rakete sei rund 1,6 Kilometer vom Flughafen Ben Gurion eingeschlagen, hiess es in der Mitteilung der FAA. Man werde die Lage weiterhin beobachten und einschätzen. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, das Geschoss habe ein Haus schwer beschädigt und einen Israeli im Tel Aviver Vorort Jehud leicht verletzt.

Israel beschwichtigt

Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, forderte Israels Transportministerium die Airlines auf, ihren Entscheid rückgängig zu machen.

Das Ministerium versuchte, die Sicherheitsbedenken zu zerstreuen: «Der Flughafen Ben Gurion ist sicher und gut geschützt. Es gibt überhaupt keinen Grund, weshalb amerikanische Fluggesellschaften ihre Flüge nach Israel stoppen sollten», hiess es in einer Mitteilung.

Anderer Meinung ist offenbar die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA): Gemäss Medienberichten rät sie Airlines dringend von Flügen von und nach Tel Aviv ab.

Ukraine entfacht Debatte über Flugsicherheit

Die radikale Hamas-Bewegung feuert seit Wochen aus dem Gazastreifen Raketen auf Ziele in Israel ab. Die israelische Armee reagierte zunächst mit Luftangriffen und startete vergangenen Donnerstag auch eine Bodenoffensive. Bei den Kämpfen wurden bereits mehr als 600 Palästinenser getötet, die israelische Seite beklagte den Tod von 27 Soldaten und zwei Zivilisten.

Nach dem wahrscheinlichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine ist eine Debatte über die Sicherheit der zivilen Luftfahrt in Krisengebieten entbrannt. Das Flugzeug der Malaysia Airlines war am vergangenen Donnerstag über einem von den prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgestürzt, alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die ukrainische Regierung und zahlreiche westliche Staaten halten einen Abschuss durch die Separatisten für wahrscheinlich. Die prorussischen Kämpfer geben hingegen Kiew die Schuld (thu/AFP)

(Erstellt: 22.07.2014, 17:54 Uhr)

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