Swiss-Mitarbeiter von Lufthansa benachteiligt

Der Mutterkonzern der Swiss befindet sich in der grössten Reorganisation der Firmengeschichte. Das Schweizer Personal beklagt den Informationsfluss.

Nicht an vorderster Front: Swiss-Arbeitnehmer werden offenbar von der Lufthansa nicht umfassend informiert. (Archiv)

Nicht an vorderster Front: Swiss-Arbeitnehmer werden offenbar von der Lufthansa nicht umfassend informiert. (Archiv) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, wurden Anfang Februar die deutschen Personalvertreter über Details der aktuellen Reorganisation der Lufthansa in Kenntnis gesetzt. Kurz danach seien Mitte Februar die österreichischen Arbeitnehmervertreter auf den neusten Stand gebracht worden. Die Schweizer Personalvertreter hätten hingegen bis heute keine Informationen erhalten.

Kritik gegenüber dem Umgang des deutschen Mutterkonzerns mit den Schweizer Sozialpartnern äusserten im Medienbericht namentlich ein Sprecher des Pilotenverbands Aeropers, der Präsident der Kabinenpersonalgewerkschaft Kapers und der Präsident der Bodenpersonalgewerkschaft SEV-Gata.

Kritisiert wird zudem, dass die Swiss-Personalvertretung an den regelmässigen mehrtägigen Euro-Infotreffen nicht teilnehmen können. Die 2011 gegründete Plattform Euro-Info habe bei der Lufthansa die Funktion eines europäischen Betriebsrates. Ein nächstes Treffen soll Ende März stattfinden.

Swiss dementiert Vorwürfe

Laut Swiss betreffen die derzeit besprochenen Themen jedoch die gesetzlich verankerte deutsche/EU-Mitbestimmung. Die Swiss-Gewerkschaften seien zudem mit den Schwester-Gewerkschaften bei der Lufthansa eng vernetzt, erklärte der Swiss-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

«Ein europäischer Betriebsrat ist bei Swiss keine Thema aufgrund unterschiedlicher gesetzlich verankerter Mitwirkungsregelungen je nach Land und je nach GAV», so der Swiss-Sprecher. Er betonte, dass die Sozialpartner einmal pro Quartal von der gesamten Swiss-Geschäftsleitung empfangen würden, um Aktualitäten aus erster Hand zu erfahren und zu besprechen.

Noch mehr Arbeitsplätze werden gestrichen

Zudem seien pro Personalkategorie umfangreiche Mitwirkungsrechte in den GAVs verankert. Sobald Swiss-Arbeitnehmende auf Stufe GAV vom Konzernumbau betroffen wären, kämen die üblichen und gelebten Mitwirkungsrechte gemäss GAV zur Anwendung.

Mit ihrem Umbau will die Lufthansa jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Nachdem unter dem Sparprogramm Score in den letzten Jahren bereits 2000 von 3500 angekündigten Stellen abgebaut wurden, sollen nun noch die restlichen 1500 Arbeitsplätze gestrichen werden. (fal/sda)

(Erstellt: 28.02.2016, 13:07 Uhr)

Stichworte

Artikel zum Thema

Golfstaaten-Airlines düpieren Swiss

Airlines aus den Emiraten wollen über die Schweiz nach Mexiko fliegen. Bei der Swiss läuten die Alarmglocken. Mehr...

Wolkenhure für einen Tag

Geladene Gäste und die neue Boeing 777 der Swiss, beide vollgetankt, hoben zum ersten Linienflug nach New York ab. Mehr...

Swiss Re macht deutlich mehr Gewinn

Swiss Re hat im letzten Geschäftsjahr den Konzerngewinn um 31 Prozent gesteigert. Im Sommer übernimmt ein neuer Chef. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Anzeigen

Werbung

Kommentare

Sponsored Content

Frauen haben Lust

Selbstbewusste Frauen befriedigen Ihre Lust im Internet.

Die Welt in Bildern

Stolze Mama: Walross-Mutter Arnaliaq zeigt in Quebec ihren Nachwuchs (26. Mai 2016).
(Bild: Jacques Boissinot) Mehr...