Wirtschaft

Swisscom sistiert Glasfaser-Kooperationen

Aktualisiert am 16.09.2011 7 Kommentare

Wegen Einwänden der Wettbewerbskommission tritt die Swisscom bei den Glasfaser-Kooperationen auf die Bremse. Der Telekomkonzern überprüft nun die abgeschlossenen Verträge und sistiert die neuen Kooperationen.

Unterbricht die Kooperationen für Glasfasernetze: Die Swisscom, hier ein Swisscom-Gebäude in Zürich.

Unterbricht die Kooperationen für Glasfasernetze: Die Swisscom, hier ein Swisscom-Gebäude in Zürich.
Bild: Keystone

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Die neuen, aber bereits fertig verhandelten Kooperationsverträge könnten vorläufig nicht unterschrieben werden, teilte die Swisscom (SCMN 352 0.09%) heute mit. Der Konzern müsse das Kooperationsmodell aufgrund der neuen Ausgangslage infrage stellen. Das Investitionsvolumen der noch nicht unterschriebenen Verträge beläuft sich auf 800 Millionen Franken.

Insgesamt umfassen die Kooperationsverträge ein Investitionsvolumen von 1,7 Milliarden Franken. Die bereits unterzeichneten Verträge erlauben eine Erschliessung von rund 16 Prozent der Schweizer Wohnungen und Geschäfte mit Glasfaser, die noch offenen Kooperationen würden zusätzlich rund 14 Prozent beisteuern.

Deutliche Verlangsamung

Bei den bereits abgeschlossenen Verträgen will die Swisscom mit den Partnern nun prüfen, ob Anpassungen am Kooperationsmodell mit vertretbarem unternehmerischem Risiko umsetzbar seien. Ein Alleinbau durch die Swisscom würde aber eine deutliche Verlangsamung des Glasfaserausbaus bedeuten und zu weniger Wettbewerb führen, schreibt der Konzern.

Das aktuelle Mehrfaser- und Kooperationsmodell sei während der letzten zwei Jahre an einem runden Tisch unter Leitung der Comcom mit allen Beteiligten entwickelt worden, hält die Swisscom fest. Dank dieser Einigung der Branche sei in der Schweiz eine einzigartige Dynamik im Glasfaserausbau ausgelöst worden.

Vertragsklauseln kritisiert

In ihrem Bericht zu den Glasfaserkooperationen in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich kritisierte die Wettbewerbskommission (Weko) verschiedene Vertragsklauseln, welche elementare Eckpunkte des Kooperationsmodells sind. Einige Vertragsklauseln enthielten «harte Kartellabreden», hiess es.

Im Bericht und aufgrund neuer Äusserungen des Sekretariats der Weko werde deutlich, dass das Sekretariat die Kooperationen ausschliesslich streng rechtlich beurteilen werde, ohne die reale Marktdynamik abzuwarten, schreibt die Swisscom weiter.

Das Weko-Sekretariat nehme dabei eine unrealistische Marktabgrenzung vor, indem es das Glasfasernetz isoliert und nicht als Teil des gesamten Breitbandmarktes betrachte. Mit seiner Beurteilung verbiete das Weko-Sekretariat faktisch die Kooperationen in der aktuellen Form. (wid/sda)

Erstellt: 16.09.2011, 08:39 Uhr

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7 Kommentare

Berta Müller

16.09.2011, 09:01 Uhr
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Das Gejammere der Swisscom ist unterträglich, hat sie ihr (Telefon-)Netz doch mit unseren Steuern aufgebaut. Antworten


Jörg Hufschmied

16.09.2011, 08:53 Uhr
Melden 6 Empfehlung

"sei während den letzten zwei Jahren an einem runden Tisch unter Leitung der ComCom mit allen Beteiligten entwickelt worden" so nennt Swisscom also ihre Erpressungen gegen die EW's und andere Marktteilnehmer... Gut greift die Weko ein, denn Swisscom hätte sich ihr neues Monopol mit Steuergeldern wunderbar finanziert. Übrigens auf Kosten derer, die ja am runden Tisch alles mitentwickelt hätten... Antworten



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