Wirtschaft
Tamedia übernimmt Edipresse – 20 Stellen weg
Tamedia beteiligt sich in einem ersten Schritt mit 49,9 Prozent an Edipresse und übernimmt in zwei weiteren Schritten bis 2013 alle Aktien. Edipress beteiligt sich im Gegenzug an Tamedia, wie die beiden Medienhäuser mitteilen. Die internationalen Aktivitäten sind vom Zusammenschluss nicht betroffen.
Der Kaufpreis der ersten beiden Beteiligungsschritte liegt bei 226 Millionen Franken. Der Preis des dritten Schrittes sei abhängig vom Geschäftsgang von Edipresse, heisst es in der Mitteilung. Im Rahmen dieses Schrittes wird sich die Edipresse-Gruppe mit einem Aktienpaket an Tamedia beteiligen.
Tamedia wird viertgrösstes Medienunternehmen
Durch die Fusion von Edipresse und Tamedia entsteht gemessen am Umsatz die viertgrösste Mediengruppe der Schweiz. Der Umsatz soll sich auf 1,25 Milliarden Franken belaufen, wie Tamedia-CEO Martin Kall vor den Medien erklärt.
Damit liege die neue Mediengruppe hinter der Publigroupe, der SRG und Ringier auf dem vierten Rang. Allein 870 Millionen Franken des Umsatzes wird die Gruppe mit Tageszeitungen erwirtschaften. Weitere 150 Millionen Franken werden die Zeitschriften bringen.
Edipresse wird jedoch nicht alle seine Schweizer Magazine in die Heirat einbringen. So wird die meist äusserst rentable Wirtschaftszeitung «Bilan» in die internationalen Aktivitäten von Edipresse eingebracht, die nicht Gegenstand der Fusion sind.
Mit der Fusion streben die beiden Verlage Synergien an. Gemäss Martin Kall soll sich das Ergebnis mittelfristig um 30 Millionen Franken erhöhen.
Ringier: No Comment
Die Tamedia-Konkurrentin Ringier wollte die Übernahme von Edipresse nicht näher kommentieren. De facto ändere sich für Ringier vorläufig nichts, begründete dies Konzernsprecher Marco Castellaneta.
Es seien fast dieselben Titel und dieselben übrigen Medien auf dem Markt wie bisher, sagte Castellaneta. Ringier nehme die Fusion deshalb zur Kenntnis, verzichte aber auf einen Kommentar.
Nur noch eine Westschweizer Pendlerzeitung
Möglichst schnell zusammenlegen wollen die beiden Partner die beiden Westschweizer Pendlerzeitungen «20minutes» und «Le Matin bleu». Sie wollen damit auf das beschränkte Potenzial des Werbemarktes in der Romandie reagieren.
Auf nationaler Ebene ausbauen wollen Tamedia und Edipresse ihre Zusammenarbeit bei den Onlinerubrikenplattformen, insbesondere im Stellenmarkt. Basis für diesen Schritt bilde die Zusammenarbeit bei der Schweizer Immobilienplattform «Homegate», an der Tamedia und Edipresse bereits seit 2004 beteiligt sind.
Die beiden Medienhäuser begründen den Zusammenschluss mit den strukturellen Veränderung der Mediennutzung sowie der Verlagerung der Werbeinvestitionen. Neue Informationsplattformen und der Eintritt neuer internationaler Wettbewerber in den Schweizer Medienmarkt führten zu tiefgreifenden Umwälzungen.
Gute Ergänzung
Der Zusammenschluss ermögliche bedeutende Synergien. «Aus der Fusion wird ein Schweizer Medienunternehmen entstehen, das unsere gemeinsamen Wertvorstellungen und Ziele vertritt», zeigen die beiden Verwaltungsratspräsidenten von Edipresse und Tamedia, Pierre Lamunière und Pietro Supino, in einer gemeinsamen Erklärung überzeugt.
Die Medien von Edipresse als Westschweizer Medienhaus und die Medien von Tamedia mit Schwerpunkt in der Deutschschweiz ergänzten sich sehr gut, heisst es weiter. Beide Unternehmen sind Herausgeber mehrerer regionaler Tageszeitungen und verlegen Sonntagszeitungen, Zeitschriften, Pendlerzeitungen sowie Onlineplattformen. (bru/sam/sda)
Erstellt: 03.03.2009, 16:21 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



