Wirtschaft

Tito Tettamanti kauft «Basler Zeitung»

Aktualisiert am 08.02.2010

Die Verlegerfamilie Hagemann und die Publigroupe verkaufen ihre Anteile an der «Basler Zeitung Medien» an die Investoren Tito Tettamanti und Martin Wagner.

Financier und Medienunternehmer: Tito Tettamanti.

Financier und Medienunternehmer: Tito Tettamanti. (Bild: Keystone)

Alte Geschäftspartner: Tito Tettamenti und Martin Wagner beim Verkauf von Jean Frey an Springer.

Alte Geschäftspartner: Tito Tettamenti und Martin Wagner beim Verkauf von Jean Frey an Springer. (Bild: Keystone)

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Tito Tettamanti übernimmt 75 Prozent der «Basler Zeitung Medien» (BZM), der Basler Medienanwalt Martin Wagner 25 Prozent, wie es in einer Mitteilung vom Montag hiess. Über den Verkaufspreis machten die Parteien keine Angaben. Wagner wird neuer Verwaltungsratspräsident der BZM und Verleger der «Basler Zeitung»; der bisherige Verwaltungsratspräsident Matthias Hagemann bleibt Mitglied des Verwaltungsrates. Die Familie Hagemann habe seit dem vergangenen Herbst einen Käufer für die BZM gesucht, wurde Hagemann in der Mitteilung zitiert.

Ziel der Übernahme sei, die «Basler Zeitung» als unabhängige Tageszeitung zu erhalten, liess sich Martin Wagner zitieren. Man habe ein Signal gegen die Pressekonzentration in der Schweiz setzen wollen. Matthias Geering bleibt Chefredaktor der «Basler Zeitung».

Auch bei der «Weltwoche» engagiert

Tito Tettamanti, Jahrgang 1930, engagiert sich nicht zum ersten Mal im Mediengeschäft. Vor acht Jahren hatte er mit anderen Investoren die damalige Jean Frey AG («Weltwoche», «Bilanz») übernommen. An diesem Mediendeal war auch Martin Wagner beteiligt. Wagner fungierte als Verwaltungsratspräsident von Jean Frey. Im Sommer 2006 holte er Roger Köppel, der zwischenzeitlich nach Berlin zur «Welt» gegangen war, zur «Weltwoche» zurück und verkaufte ihm die Zeitschrift. Der Rest von Jean Frey wurde Ende 2006 an den deutschen Springer Verlag verkauft. Tettamanti trat auch als Publizist auf und veröffentlichte mehrere Bücher. Ein Thema handelte von der Steuervermeidung als anarchistischer Kampf gegen «die Megamaschine Staat». Tettamanti versteht sich als rechtskonservativer Visionär.

Sein durch Firmenübernahmen und Aktienverkäufe erwirtschaftetes Vermögen wird auf 400 Millionen Euro geschätzt. In seinen Anfängen betätigte sich Tettamanti als Treuhänder und Immobilieninvestor - zunächst im Tessin, später in Kanada. In den Achtzigerjahren war er in New York tätig, nach dem Börsencrash von 1987 kehrte der Tessiner in die Schweiz zurück. Als Aktionär von Sulzer, Saurer oder Rieter legte er sich mit dem Schweizer Wirtschafts-Establishment an. Im Jahre 2005 machte er mit seinen Engagements bei Ascom und SIG Holding von sich reden. Zuletzt wurde es ruhiger um den Tessiner Financier.

Aufbau von Constantin Film

Der Rechtsanwalt und Medienunternehmer Martin Wagner, der 25 Prozent an der «Basler Zeitung» übernimmt, war bisher unter anderem Eigentümer von Radio Basilisk. Vor knapp drei Wochen machte Wagner bekannt, dass er den Radiosender an die Familie Hagemann verkauft. Wagner begründete dies mit einer beruflichen Neuorientierung. Wagner beteiligt sich seit kurzem am Aufbau der neuen Schweizer Filmproduktionsfirma Constantin Film Schweiz. Die Firma will dafür sorgen, dass der Film «Sennetuntschi» von Michael Steiner ins Kino kommt. (vin/sda)

Erstellt: 08.02.2010, 10:16 Uhr

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