UBS – in Babyschrittchen zur Erholung

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 03.11.2009 68 Kommentare

Ein weiteres Mal hat die UBS enttäuscht. Und bei den Zukunftsaussichten bleibt sie verhalten. Doch genau genommen legt die Grossbank zu – langsam, aber stetig.

Schaut verhalten optimistisch nach vorn: UBS-Chef Oswald Grübel

Schaut verhalten optimistisch nach vorn: UBS-Chef Oswald Grübel
Bild: Keystone

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Nach erneuten Verlusten: Schafft die UBS im kommenden Jahr den Weg aus der Krise?

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UBS-Aktienkurs

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Wieder schreibt die UBS einen höheren Verlust als ihn die Analysten erwartet haben. Wieder gibt sie Abflüsse von Kundengeldern bekannt. Wieder sieht sie diesen Trend weiter anhalten. So erstaunt es wenig, dass die UBS-Aktie heute Morgen um bis zu 5,5 Prozent abgestürzt ist.

Der Grund für den ungnädigen Umgang der Börse mit den UBS-Papieren liegt vor allem in den verhaltenen Prognosen für ihre nächste Zukunft. Die Grossbank erwartet weitere Abflüsse von Kundengeldern und auch im vierten Quartal eine höhere Bewertung der eigenen Schulden, was den Gewinn weiterhin drücken wird. Immerhin soll das operative Ergebnis besser werden. Doch die Bank fügt vorsichtig an, dass dies «von der Marktentwicklung und anderen Faktoren» abhänge. Die Bank betont ausserdem, die Erholung des aktuellen Gewinntreibers Investmentbanking befinde sich noch in der Anfangsphase – auch mit dieser Aussage dämpft die UBS Erwartungen im Vergleich zu anderen Banken, die vor allem diesem Bereich hohe Gewinne verdanken. Auch für das Schweizer Geschäft, das bereits dieses Mal enttäuscht hat, bleiben die Aussichten verhalten: Das tiefe Zinsniveau werde den Erträgen Grenzen setzen. Mehr Klarheit dazu, wie es mit der UBS weitergeht, erhoffen sich die Analysten vor allem vom Investorentag, den die Bank am 17. November durchführen wird.

Bessere Bonität wieder für den Verlust verantwortlich

Mit dem heute vorgelegten Ergebnis steht die UBS erneut im Schatten ihrer inländischen Konkurrentin Credit Suisse. Der Vergleich mit den anderen Banken darf aber auch nicht überbewertet werden. Keine europäische Bank ist von der Finanzkrise härter durchgeschüttelt worden als die UBS und die Abweichungen von den Erwartungen sind nicht gravierend. Rein operativ schreibt die UBS Gewinne und diese sind sogar höher als im Vorquartal.

Der Verlust von 564 Millionen (nach Steuern) geht wie schon im Vorquartal vor allem auf Sonderfaktoren zurück. Darunter dominiert erneut die höhere Bewertung der eigenen Schuld. Diesmal macht dieser Posten 1,436 Milliarden Franken aus, im letzten Quartal waren es noch 1,213 Milliarden Franken. Was hier negativ in die Erfolgsrechnung eingeht ist aber eigentlich ein Grund zum Feiern: Die eigenen Schulden müssen deshalb höher bewertet werden, weil auf den Märkten das Vertrauen in die Bank steigt, diese auch begleichen zu können. Dazu kommen weitere einmalige Sonderposten: Ein Währungsabschreiber beim Verkauf der brasilianischen Tochter Pactual von 409 Millionen Franken und ein buchhalterischer Verlust aus der Wandlung der Pflichtwandelanleihe des Bundes im Sommer.

Besseres Ergebnis dank tieferer Kosten

Rechnet man diese nicht operativen Einflüsse heraus, hat die Grossbank einen Gewinn aus ihren Geschäften von 1,557 Milliarden Franken (vor Steuern) erzielt – ein Plus von 60 Prozent. Im zweiten Quartal belief sich der so berechnete Gewinn noch auf 971 Millionen Franken. Ausweisen musste sie damals aber einen Verlust von 1,4 Milliarden Franken.

Der höhere operative Gewinn geht allerdings nicht auf höhere Einnahmen zurück – sie sind fast unverändert bei 5,766 Milliarden Franken (nach 5,770 Milliarden im zweiten Quartal). Ausschlaggebend sind tiefere Kosten. Sie wurden im Vergleich zum Vorquartal um 10 Prozent reduziert.

Schweizer Geschäft «enttäuschend»

Der Blick auf die Geschäftseinheiten zeigt die Investmentbank als Gewinnerin und das Schweizer Geschäft inklusive Offshore-Banking (Wealth Management & Swiss Bank) als Verlierer. Das Investmentbanking hat vor allem von den Handelsaktivitäten im Bereich der Festverzinslichen Anlagen, Währungen und Rohstoffe («Fixed Income, Currencies and Commodities») profitiert. Hier hat der Ertrag im Vergleich zum letzten Quartal von 532 Millionen auf 1,167 Milliarden Franken um 119 Prozent zugelegt. Das ist ein Erfolg für Konzernchef Oswald Grübel, der sich hier besonders um gute Leute bemüht hat. Dass die Investmentbank dennoch einen Verlust von 1,37 Milliarden Franken ausweisen muss, liegt an der erwähnten buchhalterischen Neubewertung der eigenen Schulden, die voll diesem Unternehmensbereich belastet wurde.

Der Vorsteuergewinn im Bereich «Wealth Management & Swiss Bank» beläuft sich für das letzte Quartal zwar auf 792 Millionen Franken, im Vorquartal waren es jedoch 932 Millionen gewesen. Der Gewinn nahm hier ab, obwohl die Restrukturierungskosten des Bereichs geringer ausfielen als im Vorquartal. Die Bank nennt das Ergebnis selbst «enttäuschend».

Weiter stabilisierte Bilanz

Dieser Bereich erleidet auch wieder den grössten Teil der Geldabflüsse, diesmal 16,7 Milliarden Franken, im zweiten Quartal waren es ebenfalls 16,5 Milliarden. Während die internationalen Kunden weniger Rückzüge tätigen (12,9 Milliarden im Vergleich zu 16,3 Milliarden im Vorquartal), reduzieren die Schweizer Kunden ihre Mittel bei der UBS in einem dramatisch gesteigerten Ausmass: Im zweiten Quartal beliefen sich diese Rückzüge noch auf 0,2 Milliarden, im dritten auf 3,9 Milliarden Franken. Nettoneugeldabzüge von 9,9 Milliarden Franken zeigten sich aber auch im US-Vermögensverwaltungsgeschäft («Wealth Management Americas») und von 10 Milliarden im Bereich «Global Asset Management». Der gesamte Neugeldabfluss beläuft sich damit auf 36,6 Milliarden Franken im dritten Quartal. Immerhin haben die verwalteten Vermögen dank der Performance der Anlagen dennoch um 8 Milliarden auf 2258 Milliarden zugelegt.

Während die Aktionäre weiterhin leiden müssen, können zumindest die Steuerzahler etwas aufatmen. Der Bank ist es gelungen, ihre Risiken weiter zu vermindern: Die Kernkapitalquote hat sie mittlerweile auf im Branchenvergleich hohe 15 Prozent gesteigert, die sogenannte Leverage Ratio auf 3,51 Prozent. Die Bilanzsumme ist insgesamt um 8 Prozent geschrumpft, die risikogewichteten Aktiven sogar um 15 Prozent. Zudem scheint die UBS wie schon die CS von weniger Kreditausfällen auszugehen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2009, 11:40 Uhr

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68 Kommentare

Stefan Meier

03.11.2009, 08:52 Uhr
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Na und? Sollte die UBS nicht genügend cash haben, um obszöne Boni für das selbstverschuldete Verlustjahr auszurichten, so wird es mir als Steuerzahler eine Ehre sein, hier mit meinem sauer verdienten Geld einzuspringen. Antworten


Jascha Berger

03.11.2009, 08:58 Uhr
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Lasst die UBS endlich in Ruhe,sie wird den Aufstieg wieder meistern, auch ohne Urs Hugetobler . Wirklich diese neidische Verhalten geht mir gehörig auf den Keks. Antworten



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