UBS kann Abfluss von Kundengeldern nicht stoppen
Aktualisiert am 03.11.2009 68 Kommentare
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Die UBS hat ihre Talfahrt abgebremst: Im dritten Quartal fiel bei der Grossbank noch einen Verlust von 564 Millionen Franken an, nachdem sie drei Monate zuvor noch ein Defizit von 1,402 Milliarden erlitten hatte, wie die UBS am Dienstag bekannt gab. Damit ist der Verlust etwas grösser, als Analysten erwartet hatten. Diese hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Fehlbetrag von 511 Millionen Fr. vorhergesagt.
Schuld an den roten Zahlen seien im Wesentlichen drei Faktoren, schreibt die UBS. So musste die Grossbank auf eigenen Schuldtiteln einen Bewertungsverlust von 1,436 Milliarden verbuchen nach einem Minus von 1,213 Milliarden im Vorquartal. Zudem sorgte der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual für einen Nettoverlust von 409 Millionen Franken. Und schliesslich führte die Wandlung der Pflichtwandelanleihe, die beim Bund platziert war, zu einem buchhalterischen Minus von 305 Millionen Franken. Unter Ausklammerung diese Sondereffekte erzielte die UBS zum zweiten Mal in Serie ein positives Vorsteuerergebnis. Es betrug 1,557 Milliarden, verglichen mit 971 Millionen Franken im zweiten Quartal.
Weiterer Abfluss von Kundengeldern
Entgegen den Erwartungen hat die UBS ihren starken Abfluss von Geldern kaum eindämmen können. Im dritten Quartal musste sie erneut per Saldo einen Abfluss von 36,7 Mrd. hinnehmen. Dies ist nur etwas weniger als im Vorquartal (39,5 Mrd. Franken). Und es gibt keine Hoffnung auf eine schnelle Wende. «Wir sehen derzeit keine unmittelbare Wende zu positiven Zuflüssen», sagte Finanzchef John Cryan in einer Telefonkonferenz. In der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden und im Schweizer Geschäft erlitt die UBS einen Nettogeldabfluss von 16,7 Mrd. Fr. nach 16,5 Mrd. Fr. im Vorquartal.
Allerdings wies die Bank im Unterschied zu früher nun auch kräftige Abflüsse von Schweizer Kunden aus, die unter dem Strich 3,9 Mrd. Fr. abzogen. Im Vorquartal waren es lediglich 0,2 Mrd. Fr. gewesen. Dafür verlangsamten sich die Abflüsse internationaler Kunden von 16,3 Mrd. auf 12,9 Mrd. Franken. Bei der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden auf dem amerikanischen Kontinent vergrösserte sich der Abfluss von 5,8 auf 9,9 Mrd. Franken. In der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden (Asset Management) verlangsamte sich indes der Abfluss von 17,1 Mrd. auf 10 Mrd. Franken.
Steuerfahnder bremsen UBS
Es gebe mehrere Gründe für den erneuten Aderlass. So sei die UBS immer noch dabei, aus dem grenzüberschreitenden US-Geschäft auszusteigen. Zudem leide die UBS unter ihrem Reputationsverlust. Solange die UBS keinen Gewinn gemäss dem Rechnungslegungsstandard IFRS zeige, wird sich eine Reihe von Kunden Sorgen machen, sagte Cryan. Zudem sei der Druck verschiedener Staaten in Steuerfragen auch nicht hilfreich beim Versuch, Vermögen anzuziehen.
Insgesamt stiegen die verwalteten Vermögen der Grossbank zwischen Juli und Ende September um 8 Mrd. auf 2258 Mrd. Franken. Davon entfielen 982 Mrd. auf die globale Vermögensverwaltung und das Schweizer Geschäft. 694 Mrd. Fr. wurden in der Vermögensverwaltung auf dem amerikanischen Kontinent verwaltet, während es im globalen Asset Management 583 Mrd. Fr. waren.
Grübel: Geschäft normalisiert sich
Die Kernkapitalquote bei der UBS stieg Ende September auf 15,0 Prozent, verglichen mit 13,2 Prozent Mitte Jahr. Die Grossbank wies erstmals auch die Leverage Ratio aus. Sie betrug 3,51 Prozent. Der Personalbestand sank um weitere 2783 Beschäftigte auf 69'023 Mitarbeiter.
UBS-CEO Oswald Grübel kommentierte das Ergebnis des dritten Quartals folgendermassen: «In den letzten beiden Quartalen haben wir die dringendsten Probleme der Bank angepackt. Das Geschäft beginnt sich allmählich zu normalisieren. Unser Fokus liegt weiterhin auf Risikoabbau und auf Kapitalkraft.» Die Einigung mit den US-Steuerbehörden und der Entscheid des Bundes, sein UBS-Engagement zu beenden, hätten enorm positive Auswirkungen im Hinblick auf die Wiederherstellung des Vertrauens in die UBS und die Stimmung unter den Mitarbeitern, wird Grübel in der Medienmitteilung zitiert. «Nun erwarte ich weitere Fortschritte in den nächsten Quartalen.»
(vin/NN/ap/sda)
Erstellt: 03.11.2009, 10:44 Uhr
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