Wirtschaft

UBS lässt Details via Bern ausrichten

Aktualisiert am 28.01.2009 95 Kommentare

Neues aus dem Bundesrat zur Boni-Debatte bei der UBS: Laut der Landesregierung ist die Grossbank vertraglich verpflichtet, 1,3 Milliarden Franken variable Lohnanteile auszuzahlen.

Die Landesregierung spricht von variablen Lohnanteilen und nicht von Boni: Bundesratssprecher Oswald Sigg.

Die Landesregierung spricht von variablen Lohnanteilen und nicht von Boni: Bundesratssprecher Oswald Sigg.
Bild: Keystone

Die neue Aufregung um die Bonuszahlungen der UBS für das Katastrophenjahr 2008 hat am Mittwoch auch den Bundesrat beschäftigt. Er verstehe die Emotionen und Reaktionen, die angesichts dieser Nachricht geäussert worden seien, sagte Regierungssprecher Sigg vor den Medien.

Der Bundesrat spreche aber nicht von Boni, sondern von variablen Lohnkosten. «Er ist darüber informiert worden, dass diese im Fall der UBS um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesenkt worden sind und dass 1,3 Milliarden der ausbezahlten variablen Lohnanteile vertraglich gebunden sind», sagte Sigg.

UBS: News am 10. Februar

Die UBS erklärte auf Anfrage, dass die variablen Lohnkomponenten um über 80 Prozent reduziert würden. Ein Teil der Zahlungen sind vertraglich gebunden, andere seien weitere variable Lohnanteile. Zu den von Sigg bezifferten Zahlungen, zu denen sie vertraglich verpflichtet ist, äusserte sich die Bank nicht. Die definitiven Zahlen würden noch erarbeitet und am 10. Februar bekannt gegeben.

Ein Blick in den UBS-Geschäftsbericht des letzten Jahres zeigt, dass die Grossbank für Boni und variable Vergütungen im Jahre 2007 49 Prozent des gesamten Personalaufwands verwendet hatte. Das waren rund zwölf Milliarden Franken. Laut früheren Angaben der Bank müssen davon noch rund zwei Milliarden Franken abgezogen werden, bei denen es sich um Broker-Vergütungen in den USA handelte, die praktisch ausschliesslich in variabler Form erfolgt waren. Zieht man von den verbleibenden rund zehn Milliarden Franken die nun von Sigg und der UBS genannten 80 oder über 80 Prozent ab, verbleiben maximal zwei Milliarden Franken.

Zahlen bereits genannt

Bereits im vergangenen November hatte der Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), Daniel Zuberbühler, in einem Interview der «SonntagsZeitung» gesagt, die Bonuszahlungen der UBS könnten von zehn auf rund zwei Milliarden Franken sinken.

Der Bundesratssprecher machte ausserdem deutlich, dass die Landesregierung nicht in die neu aufgeflammte Kontroverse über die Boni eingreifen wird. Der Bundesrat vertraue darauf, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA und die UBS eine adäquate Lösung finden würden, sagte Sigg. Eine Lösung ist gemäss FINMA-Präsident Eugen Haltiner nach harten Verhandlungen mit der UBS bereits zu Stande gekommen.

In einem Fernseh-Interview vom letzten Montag hatte er von einem sachgerechten und verantwortungsbewussten Entscheid gesprochen. Die Grossbank muss wegen der von ihr beanspruchten Staatshilfe den gesamten Teil der variablen Lohnkomponenten der FINMA zur Genehmigung unterbreiten sowie die Zusammensetzung und die Verteilung auf die einzelnen Konzernteile offen legen. (cpm/ap)

Erstellt: 28.01.2009, 16:58 Uhr

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95 Kommentare

Michi Meier

28.01.2009, 14:25 Uhr
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Bitte sind Sie sich bewusst, dass die Lohnsumme um CHF 10Mia gesenkt wurden! Ich denke, die Firma hat sich sicher in die richtige Richtung bewegt. Man mag vielleicht darüber streiten, ob die UBS den Bonus grundsätzlich abschaffen und den variablen Teil zum Fixlohn hätte hinzufügen sollen. Dann wäre das Ganze sicher nicht so populistisch hochgeschraubt worden. Antworten


Hasen Kurt

28.01.2009, 13:57 Uhr
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Die Leute, die über diese sog. "Boni" schimpfen, verstehen die angewendeten Lohnmodelle nicht! Es handelt sich nicht um Boni sondern wie von UBS - leider etwas spät - kommunziert um "vertraglich vereinbarte leistungsabhängige Lohnbestandteile". Ich habe für die Zahlungen Verständnis, arbeite übrigens bei keiner Bank. Antworten



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