Wirtschaft
UBS mit Gewinn von 1,2 Milliarden Franken im 4. Quartal
Aktualisiert am 09.02.2010 30 Kommentare
Artikel zum Thema
- Drei Milliarden Franken für Boni gebucht
- Was Analysten von UBS und CS erwarten
- Wo die UBS ihre Hoffnungen begraben muss
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
12,8 Milliarden Franken für Löhne
Für Löhne (inklusive Boni) gab die UBS 2009 12,8 Milliarden Franken nach 12,2 Milliarden Franken im Vorjahr aus. Für variable Personalkosten wurden 2009 3 Milliarden Franken gebucht, nach 1,7 Milliarden Franken im Vorjahr.
Wegen der Langfristigkeit der Bonus-Zahlungen ist aber nicht bekannt, wieviel die UBS ausbezahlt: «Drei Milliarden Franken sind verbucht, aber das heisst nicht, dass die Angestellten auch genau diesen Betrag erhalten», sagte Finanzchef Cryan. Er machte auch keine Angaben dazu, ob ausser Konzernchef Oswald Grübel weitere hohe Führungskräfte der Bank auf ihre Boni verzichten werden.
«Die Boni wurden aber von der UBS bestimmt», sagte Cryan mit Blick auf das regulatorische Umfeld und die Finanzaufsichtsbehörde Finma. Da die Bundesbeteiligung an der UBS im vergangenen Sommer geendet hatte, kann die Finma bei den Boni-Zahlungen nicht mehr direkt mitbestimmen.
Wegen der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen zum Eigenkapital der Banken hat die Finma indirekt aber Einfluss auf die Boni-Zahlungen, da deren Betrag die Kapitalbasis tangiert. Finma-Sprecher Tobias Lux sagte der Nachrichtenagentur SDA, es habe entsprechend «Kontakte» mit der UBS gegeben.
Die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) wittert Morgenluft: Die von der Finanzkrise in ihren Grundfesten erschütterte Grossbank erzielte im vierten Quartal 2009 1,205 Milliarden Franken Gewinn, verglichen mit einem Verlust von 564 Millionen Franken im Vorquartal. Damit konnten erstmals seit fünf Quartalen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Im Gesamtjahr steht aber immer noch ein Riesenverlust von 2,736 Milliarden Franken, der dritte Jahresverlust in Folge.
Als Ergebnisstütze erwies sich in den letzten drei Monaten des Jahres einmal mehr das Vermögensverwaltungsgeschäft für reiche Kunden und das Schweizer Geschäft. Der Vorsteuergewinn der Division Wealth Managament & Swiss Bank stieg im Vergleich zum Vorquartal um 40 Prozent auf 1,1 Mrd. Franken. Übers ganze Jahr gesehen hat diese Division 3,9 Mrd. Franken zum UBS-Ergebnis beigetragen.
Die Vermögensverwaltung in Nord- und Südamerika (Wealth Managemnt Americas) steigerte ihren Quartalsgewinn im Vergleich zum Herbst sogar um 62 Prozent auf 178 Millionen Franken. Ingesamt schreibt die Division fürs ganze 2009 damit einen Vorsteuergewinn von 32 Millionen Franken.
Grübel optimistisch
Besser abgeschnitten als im Vorquartal hatte auch die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden (Asset Management): Der Gewinn dieser Division stieg von 130 auf 284 Millionen Franken. Der Ertragsrückgang in diesem Geschäftsbereich habe durch einen tieferen Personalaufwand mehr als ausgeglichen werden können, so die UBS.
Die Grossbank führt das bessere Quartalsergebnis weiter insbesondere auf niedrigere Kosten, tiefere Wertberichtigungen für eigene Verbindlichkeiten und eine Steuergutschrift zurück. Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich überzeugt, dass «mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen», wie er in der Mitteilung zitiert wird.
147,3 Milliarden abgezogen
Das Vertrauen der Kunden in das Zürcher Traditionshaus ist jedoch immer noch ein grosses Problem: Auf das ganze Jahr gesehen wurden Vermögen in Höhe von 147,3 Milliarden Franken abgezogen, davon allein 56,2 Milliarden Franken im vierten Quartal, wie die UBS am Dienstag bekannt gab.
Insgesamt verwaltete die UBS Ende 2009 Vermögen in der Höhe von 2,23 Billionen Franken. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Plus von 3 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal ist es allerdings ein Minus von 1 Prozent.
Belastung durch Schuldtitel
Der operative Vorsteuergewinn für 2009 beträgt 1,4 Milliarden Franken. Die grösste Belastung mit 2 Milliarden Franken auf das Ergebnis seien Verluste auf eigenen Schuldtiteln wegen der wieder gestiegenen Kreditwürdigkeit, gab die UBS weiter bekannt. Negativ schlugen unter anderem der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual und Restrukturierungskosten zu Buche.
Mit dem Resulat übertrifft die Bank, die seit knapp einem Jahr von Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger und Konzernchef Oswald Grübel geführt wird, die Vorhersagen der Analystengemeinde: Von der der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten 2,9 bis 3,9 Milliarden Franken Verlust vorausgesagt.
16 Prozent weniger Personal
Den fürs vergangene Jahr angekündigte Stellenabbau hat die UBS umgesetzt: Gemäss Communiqué vom Dienstag sank der Personalbestand im Laufe des Jahres um 16 Prozent und betrug Ende Jahr noch rund 65'000 Mitarbeiter.
Die Personalreduktion war Teil eines Kostensenkungs- und Effizienzprogrammes, durch welches sich die Fixkosten der Grossbank um 20,1 Milliarden Franken jährlich reduziert haben. Zielvorgabe waren Einsparungen von 20 Milliarden Franken. (sam/sda/ddp)
Erstellt: 09.02.2010, 08:57 Uhr
Kommentar schreiben
30 Kommentare
Wieso anstelle der Boni- nicht eine Dividenden Zahlung? Die Aktie wäre attraktiver, Kurs würde sich etwas erholen und die Eigenkapitaldecke wäre etwas besser. Oder könnte man gar einen besseren Zins weitergeben?Nachhaltigkeit ist halt noch immer ein Fremdwort für diese gierige Bank - Gesellschaft. Antworten
@ Sabrina Meier: Die Rede ist nicht von der Wandelanleihe, sondern von den Toxischen Papieren, welche die SNB der UBS für 40 .. 50 Mrd (wer weiss das schon) abgekauft hat. Die faulen Eier bei der SNB beginnen irgendwann zu stinken. Ausserdem nähme mich wunder, was die Investoren aus Asien / Nahost über die UBS denken, die bei 25 .. 30 Fr eingestiegen sind. Gutes Investment sieht anders aus. Antworten
Wirtschaft
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
- 07:17«Deutschland sollte niemanden züchtigen»
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!


