Wirtschaft
UBS-Stellenabbau: Wer gute und wer schlechte Karten hat
Von Ralph Pöhner. Aktualisiert am 16.04.2009 25 Kommentare
Einige Lichter werden wohl gelöscht: UBS-Büroturm in Zürich. (Bild: Keystone)
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Rund 8700 Stellen müssen bis Ende nächsten Jahres noch verschwinden, 2500 davon in der Schweiz – hier ist mit 1200 bis 1500 Entlassungen zu rechnen. So lautete die Hiobsbotschaft, die UBS-Konzernchef Oswald Grübel gestern verkündete. Doch ansonsten blieb er vage: In welchen Bereichen, in welchen Regionen, in welchen Funktionen müssen die UBS-Mitarbeiter nun um ihre Stelle bangen?
Grübel machte dazu nur ein paar allgemeine Bemerkungen: Die UBS beschränke sich verstärkt auf Aktivitäten, «die nötig sind, um unsere Kunden optimal zu betreuen». Was dafür nicht dringend nötig sei, werde gestoppt. Beispielsweise wolle die UBS im Marketing, im Sponsoring oder bei der externen Beratung «erhebliche Kürzungen vornehmen».
Bis Ende Mai wird informiert
Der Grund für Grübels Unklarheit: Die Betroffenen selber wissen noch nichts davon. Bis in drei Wochen sollen die wichtigsten Detailentscheide gefällt sein, und bis in vier Wochen will die UBS die Mitarbeiter, die entlassen werden, über ihre Lage informiert haben.
Doch ein schärferes Bild lässt sich jetzt schon zeichnen. So entfallen in der Schweiz rund 80 Prozent der Entlassungen auf den Bereich Wealth Management & Swiss Bank, also auf das Vermögensverwaltungsgeschäft und das Personal zur Betreuung des Heimmarktes; der Rest betrifft Leute im Investmentbanking. Rund drei Viertel der Betroffenen arbeiten im Grossraum Zürich. Das entspricht 1750 bis 2000 Stellen.
Massenhaft werden Jobs gebündelt
Wie Franco Morra und Jürg Zeltner, die neuen Chefs von Wealth Management & Swiss Bank, gestern in einem internen Memo andeuteten, soll vor allem bei den sogenannten Middle- und Backoffices abgebaut werden, also beispielsweise bei Marketing- und IT-Dienstleistungen. Zudem will die UBS hier im Produktebereich und bei Aufsichtsaufgaben effizienter werden.
Für einige UBS-Angestellte ist dies nichts Neues: Bereits Ende März schrieb der Leiter der Abteilung Products & Services – also der wichtigsten Dienstleistungseinheit von UBS Schweiz – seinen Leuten, dass die Kosten substanziell gesenkt werden müssen: «Unser Sparpotenzial», so Markus Ronner damals, «liegt in einem Abbau der Komplexität und Kapazität ebenso wie in der Steigerung der Effizienz» – eine wenig versteckte Andeutung eines Stellenabbaus. Intern wurde dieser Bereich gern als Moloch bezeichnet und als zu gross und unübersichtlich kritisiert.
Auf Konzernebene zusammenfassen
Das Potenzial, um auf Stellen zu verzichten, schafft ein weiteres Grossprojekt: Anfang April kündigte die UBS an, alle konzernweiten Infrastruktur- und Serviceaufgaben im sogenannten Corporate Center zu bündeln: Einkauf, Immobilienmanagement, Personalwesen. Aber auch die Informatik-Einheiten der einzelnen Unternehmensbereiche werden nun auf Konzernebene zusammengefasst.
Das Projekt betrifft konzernweit 15'000 Personen, die meisten davon in der Schweiz, und es steht ausser Zweifel, dass es Raum schafft für einen erheblichen Abbau von Jobs.
Spiegel der Hierarchie
Wie die UBS auf Anfrage weiter meldet, spiegelt Oswald Grübels Sparprogramm in etwa die interne Hierarchie-Struktur: Rund drei Viertel der Entlassungen werden normale Angestellte und das mittlere Kader betreffen, ein Viertel soll in den Direktionsetagen stattfinden. Auch rund 2000 höhere Kadermitglieder müssen also über die Klinge springen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.04.2009, 14:20 Uhr
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