Wirtschaft
UBS-Verfahren: Amerikanische Medien prophezeien harten Kurs
Eine Grossbank unter Druck: UBS-Sitz in New York (Archivbild). (Bild: Keystone)
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Zahlreiche Sender und Zeitungen berichten, wenn auch nicht auf den Titelseiten, über den Steuerstreit, in dem die amerikanischen Behörden 52'000 Kontendaten einfordern.
«Wall Street Journal»: Notfalls harte Massnahmen
Das angesehene «Wall Street Journal» prophezeit: Am Montag werde die US-Regierung klar machen, dass von der UBS erwartet wird, der Forderung nachzukommen. Mache die Bank das nicht, so zitiert die Zeitung einen Experten, schlage der Hammer, mit allem, was rechtlich möglich ist, zu.
Der UBS drohe die Beschlagnahmung von Eigentum, atemberaubende Strafgelder und Gefängnis für UBS-Entscheidungsträger, so das Blatt weiter. Das Argument der Bank und der Schweizer Regierung, eine Herausgabe der Daten breche Schweizer Recht, wird in den USA nicht gross beachtet.
Bericht über Gespräche hinter den Kulissen
In der Schweiz berichtete unterdessen die «NZZ am Sonntag» von «hektischen Verhandlungen vor dem UBS-Prozess in Florida». Im Zentrum stünden nicht primär Geldzahlungen, sondern die Frage, ob und auf welchem Weg die amerikanischen Behörden an weitere Kunden herankämen, die möglicherweise US-Steuergesetze verletzt haben.
Die Zeitung verwies im Zusammenhang damit auf einen Bericht in der «New York Times», in dem UBS-Sprecherin Karina Byrne mit der Aussage zitiert wurde, eine Lösung des Konflikts mit der US-Steuerbehörde IRS mittels Geldzahlungen sei ausgeschlossen. Byrne erklärte demnach, man habe bereits 780 Millionen Dollar gezahlt.
Spekulationen über einen möglichen Vergleich
Die «New York Times» hatte die Diskussionen um einen Vergleich schon vor einem Monat angeheizt, als sie einen anonymen Beamten zitierte, der bestätigte, dass Vergleichsgespräche im Gang seien. Zudem zitierte das Blatt den Botschafter der Schweiz in Washington, Urs Ziswiler, der am Rande des Besuches von Bundesrätin Doris Leuthard gesagt haben soll, die UBS sei nicht willig, die Steuern von Kunden zu zahlen, die hinterzogen hätten.
Fox News: Selbstanzeigen vor September ratsam
Ein bedeutender Sieg der US-Regierung in dem Gerichtsfall wird auf der Webseite des konservativen Medienunternehmens Fox News erhofft. Der Fox-Bericht merkt an: «Die Aussicht, dass amerikanische Steuerzahler weiter Geld auf schwarzen Konten verstecken können, schwindet.»
Ob Vergleich oder Gerichtsentscheid: Der Sender rät Steuersündern im eigenen Land, sich noch vor dem September selbst anzeigen, um allzu harte Strafen zu vermeiden.
«Financial Times»: Probleme mit wichtigem Posten
Die «Financial Times» berichtet unterdessen, die langwierige Steueraffäre mache es der UBS schwer, einen neuen Chef der Vermögensverwaltung zu finden. Laut den Informationen der Zeitung, zögerten mögliche Kandidaten für den wichtigen Posten, weil der Ausgang des Falles zu unsicher sei.
Verschiedene Medien lassen Anwälte sprechen, deren Kunden sich freiwillig beim IRS melden. Viele seiner Klienten, erzählt ein Anwalt, befürchteten, fast die Hälfte ihres Guthabens zu verlieren. Andere dagegen freuten sich, wieder legal an das Geld zu kommen und es ausgeben zu dürfen. Dies, so ein Kommentator, täte auch der amerikanischen Wirtschaft gut. (raa/sda)
Erstellt: 12.07.2009, 11:08 Uhr
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