Wirtschaft
Übernimmt Tito Tettamanti Blochers BaZ?
Aktualisiert am 14.12.2011 43 Kommentare
Medienkonferenz mit Tettamanti
Informationen über BaZ
Der Financier Tito Tettamanti lädt heute Nachmittag zu einer Medienkonferenz in Zürich ein, bei der auch über seine Pläne mit der «Basler Zeitung» informiert werden soll. Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird über die MK berichten.
Offenbar als Verwaltungsratspräsidentin der BaZ-Holding im Gespräch: Marina Masoni, Anwältin und Ex-Regierungsrätin aus dem Tessin. (Bild: Keystone )
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Links
- «Wie BaZ-Besitzer Blocher gemauschelt hat» (Aargauer Zeitung)
- «Anschlag auf ein anständiges Blatt» (Süddeutsche Zeitung)
- «Blocher-Tochter verkauft die ‹Basler Zeitung›» (Blick)
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Rahel Blocher will die von Moritz Suter übernommene «Basler Zeitung» (BaZ) offenbar nicht behalten. Laut einer Meldung des «Blick», der sich auf gut unterrichtete Quellen stützt, wird die 35-jährige Tochter von SVP-Stratege Christoph Blocher noch heute den Verkauf des Medienunternehmens bekannt geben. Der Käufer ist angeblich der Tessiner Financier Tito Tettamanti, der bereits einmal im Besitz der BaZ-Aktien gewesen war. Laut «Blick» soll Filippo Leutenegger, Zürcher FDP-Nationalrat und Medienprofi, das BaZ-Präsidium übernehmen und damit Delegierter der BaZ-Holding werden.
Neben Leutenegger kursiert ein anderer Name für die Besetzung des BaZ-Präsidiums. Gemäss Informationen der «Aargauer Zeitung», die sich auf Insider beruft, soll Marina Masoni Präsidentin des Verwaltungsrats der BaZ-Holding werden. Die Tessiner Ex-Regierungsrätin, die 2007 wegen einer Steueraffäre abgewählt wurde, amtiert bereits als Verwaltungsrätin der Schweizer Niederlassung der französischen Bank BNP Paribas. Zuvor hatte die Anwältin die Tessiner Filiale der Privatbank Wegelin geleitet.
«Wartet bis Donnerstag, dann gibts interessante Neuigkeiten»
Leutenegger hat die Medienberichte über sein Engagement in Basel nicht dementiert. «Wartet bis Donnerstag, dann gibt es interessante Neuigkeiten», liess der Parlamentarier die Journalisten im Bundeshaus in Bern wissen. Auch BaZ-Chefredaktor Markus Somm hat für weitere Informationen über die Besitzverhältnisse auf den Donnerstag verwiesen.
Nach Informationen der «Aargauer Zeitung» ist die BaZ-Holding auf der Suche nach unabhängigen Privatinvestoren, um das Unternehmen breiter abzustützen. Dabei fungiere der frühere UBS-Präsident Marcel Ospel als Mittelsmann. Grossen Medienkonzernen wie Tamedia oder NZZ soll keine Beteiligung angeboten werden.
«Ich will nicht für Herrn Blocher arbeiten»
Die Stimmung auf der Redaktion der «Basler Zeitung» hat einen neuen Tiefpunkt erreicht, nachdem klar geworden ist, dass Christoph Blochers Familienfirma Robinvest das Sagen im Traditionsunternehmen hat.
Und es gibt bereits Leute, die nicht mehr für die BaZ schreiben möchten, so zum Beispiel der frühere Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner. «Ich will nicht für Herrn Blocher arbeiten. Meine Kündigung habe ich bereits abgeschickt», sagte Rechsteiner der «Aargauer Zeitung». Auch der ehemalige SP-Präsident Helmut Hubacher erwäge, als BaZ-Kolumnist aufzuhören.
«Süddeutsche Zeitung»: «Anschlag auf ein anständiges Blatt»
Das offizielle Outing der Familie Blocher als Besitzerin der «Basler Zeitung» hat teils heftige Kritik in der Schweizer Öffentlichkeit ausgelöst. Die Protestbewegung «Rettet Basel», die 2010 nach der Einsetzung von Blocher-Biograf Somm als Chefredaktor entstanden war, hat inzwischen zu einer Kundgebung am Samstag aufgerufen.
Dass SVP-Stratege Christoph Blocher die BaZ-Holding kontrolliert, ist auch bei Medien im benachbarten Ausland auf Interesse gestossen. So veröffentlichte die «Süddeutsche Zeitung» einen längeren Artikel über die Geschehnisse rund um die BaZ. Der Titel lautete: «Anschlag auf ein anständiges Blatt». (vin)
Erstellt: 14.12.2011, 14:03 Uhr
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