Wirtschaft

«Unsere Leute sollen gut verdienen»

Interview: Markus Diem Meier. Aktualisiert am 11.02.2010 57 Kommentare

Im Videointerview nimmt Credit-Suisse-Chef Brady Dougan Stellung zum Ergebnis, zu den Aussichten für 2010, zu gestohlenen Kundendaten, zum Griechenland-Engagement seiner Bank und zu seinem Bonus.

«Die Volcker-Vorschläge betreffen uns kaum»: Brady Dougan im Interview.

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Die erst heute bekannt gewordenen Resultate der Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) für das vierte Quartal sind schlechter ausgefallen als es die Analysten erwartet hatten. Brady Dougan meint dazu im Videointerview (siehe oben), dass das Quartal für alle Banken schwer gewesen sei. Innerhalb der Finanzindustrie könne sich das Resultat der Credit Suisse aber auch für diesen Zeitraum zeigen lassen. Das gesamte Jahresergebnis 2009 gehöre ohnehin zu den besten der Branche.

Im neuen Jahr ist die Credit Suisse laut Dougan wieder gut unterwegs: «Wir sind stark ins erste Quartal gestartet», sagt er. Angesprochen auf die Aktienmärkte, die für die Finanzbranche schwerere Zeiten implizieren, sagt Dougan, dass die Marktbedingungen jetzt herausfordernder seien. Die Zeit, in der es nur aufwärts gehe, sei jetzt vorbei. Das Geschäftsmodell der Credit Suisse sei allerdings ohnehin nicht nur für gute Zeiten angelegt.

Keine Angst vor den Obama-Regulierungen

Angesprochen auf die Vorschläge der Obama-Administration (die sogenannte «Volcker Rule») gibt sich Dougan gelassen. Der Credit-Suisse-Chef erklärt, seine Bank habe sich ganz auf die Dienstleistungen für die Kunden konzentriert. «So wie die Vorschläge jetzt aussehen, werden sie kaum eine Wirkung auf uns haben». Der Eigenhandel sei bereits stark reduziert worden. Gemäss diesen Vorschlägen soll Universalbanken der Eigenhandel künftig untersagt werden.

Dasselbe sagt Dougan auch zur Auseinandersetzung um das Schweizer Bankgeheimnis. Die Credit Suisse habe schon seit Jahren die Betreuung der Private-Banking-Kunden in ihren Heimatländern aufgebaut (das sogenannte «Onshore Banking»). Der Chef der Grossbank unterstreicht das damit, dass die Credit Suisse auch in den letzten Jahren in jedem Quartal neue Kundengelder anzuziehen vermochte. Auch die gestohlene CD mit Bankdaten kommt zur Sprache, die die Deutsche Regierung gekauft hat. Laut Dougan habe die Credit Suisse keine weiteren Informationen dazu.

Kein wesentliches Griechenland-Engagement

Klarheit schafft der CEO zur momentan drängenden Frage, wie stark Schweizer Banken von einem Zahlungsausfall in Griechenland betroffen wären: «Wir haben kein wesentliches Engagement dort», sagt Dougan zur allfälligen Betroffenheit der Credit Suisse.

In die Kritik geraten ist Dougan persönlich, weil er laut vorläufigen Schätzungen bis zu 50 Millionen Dollar kassieren könnte. Im Interview verweist er darauf, dass die Credit Suisse generell bei den variablen Zahlungen die mittlerweile geltenden Verantwortungsgrundsätze so gut einhalte wie kein anderes Institut der Finanzindustrie. Zudem seien die Zahlungen eng an den Aktienkurs angebunden: «Unsere Leute sollen gut verdienen, wenn auch die Aktionäre profitieren und umgekehrt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.02.2010, 14:46 Uhr

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57 Kommentare

lisa tschudin

11.02.2010, 08:16 Uhr
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schoen. die gewinne sind privat, aber wenns verluste gibt greift der bund ein, und die ganze bevoelkerung traegt mit., Antworten


Christian Soler

11.02.2010, 07:44 Uhr
Melden

Sehr gut ins 2010 gestartet Dass der Reingewinn des Schlussquartals 2009 mit 793 Milliarden Franken unter den Ergebnissen der Vorquartale zu liegen kam, ist zu schön um wahr zu sein. Antworten



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