Wirtschaft
Vasella sticht in ein Wespennest
Aktualisiert am 20.10.2008 497 Kommentare
Daniel Vasella, Verwaltungsratspräsident von Novartis. (Bild: Keystone)
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Vasella erklärt sich in der Tagesschau
Wann immer die Schweizer Öffentlichkeit in den letzten fünf Jahren über Managersaläre stritt, tat sie das anhand von zwei herausragenden Symbolfiguren: Marcel Ospel und Daniel Vasella. Beide verdienten zuverlässig über 20 Millionen pro Jahr – und beide boten Leistungen, über die sich trefflich streiten liess.
Jetzt, wo vom einen die Rückzahlung seiner Millionen gefordert wird, eilt ihm der andere zu Hilfe: Novartis-Chef Daniel Vasella sprach heute im Schweizer Fernsehen von «Populismus» und nannte die ganze Diskussion «erschreckend»: Die Debatte über die Boni und Lohnsysteme greife zu kurz, obendrein sei es wichtig, «dass man diese Systeme nicht dauernd ändert». Auf den Online-Plattformen erntete Vasella umgehend und massenhaft Reaktionen - sie wandten sich mehrheitlich gegen seine Ansichten. Auf dem Forum von Tagesanzeiger.ch/Newsnet häuften sich dabei Begriffe wie «Gier», «Raffgier» und «Abzocker». Mehrere Leser äusserten den Verdacht, Vasella beziehungsweise die Managerkaste insgesamt hätten Bodenhaftung verloren. «Das Problem bei einem wie Vasella ist, dass er doch gar keine Ahnung mehr hat, was den normalen Bürger dieses Landes bewegt», so ein Leser.
«Lieber Herr Vasella!» - «Recht hat er!»
Noch häufiger findet sich indes die Argumentation, dass zwischen den Salären der Manager und ihrer Arbeit zu wenig Zusammenhang bestehe. Deshalb, so ein Leser, habe die Kritik an den Topsalären nichts zu tun mit Populismus: «Solche Aussagen von einem Konzernchef zu hören, überrascht mich. Es geht um die glaubwürdige, leistungsgerechte und zieladäquate Anwendung von Boni». Ein anderer Beobachter erkennt ganz im Sinne des Shareholder-Value-Gedankens, dass der Kurs der Novartis-Aktie in den letzten fünf Jahren stagniert sei: «Dies ist der Beweis, dass die Bezüge von Vasella nicht gerechtfertigt sind».
Daneben gibt es eine weiteren Gruppe von Lesern, welche eher moralisch argumentieren und zum Beispiel daran erinnern, dass Vasella eine der steuergünstigsten Gemeinden der Schweiz zum Wohnort gewählt hat. Oder welche die Bezüge der Manager (beziehungsweise von Vasella selbst) mit den Löhnen der Arbeiter in Beziehung setzen. «Lieber Herr Vasella», schreibt ein ehemaliger Novartis-Angestellter, «nach 38 Dienstjahren werde ich mit etwas mehr als 3000 Franken Altersrente abgespeist. In fünf Jahren wurde die Rente nie erhöht. Haben Sie eigentlich kein schlechtes Gewissen, solche Boni zu kassieren?»
Und was ist mit den Sportlern und Stars?
Allerdings: In den Online-Kommentaren zur Bundesspritze für die UBS waren die Meinungen fast einhellig, kaum je liess einer ein gutes Haar an den Bankern; jetzt aber findet Vasellas Position auch allerhand Unterstützung. Mehrere Leser erinnern daran, dass die Millionengagen der Sportler und Stars dann ja auch überprüft werden sollten. Andere wiederum stellen klar, dass die Gehälter der Manager letztlich Sache der Aktionäre seien – also eigentlich Privatsache. «Recht hat er!», schreibt ein Leser. «Hierbei geht's doch wirklich nur um Populismus. Die ganze Debatte dient einigen Politikern dazu, sich ein bisschen zu profilieren, und einigen Medien, eine Hetzkampagne zu lancieren».
(rap)
Erstellt: 20.10.2008, 20:32 Uhr
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497 Kommentare
Mit einem solchen Salär sollen Manager zur Verantwortung gezogen werden wenn Sie misswirtschaften. Das heisst, Rückzahlungen bis hin zu Gefängnisstrafen. Somit kann das Risikon eines CEO Postens gerrechtfertigt werden. Es kann nicht sein das Manager egal ob erfolgreich oder nicht erfolgreich jedes mal einen golden Fallschirm erhalten. Antworten
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