Vekselberg verliert Mehrheit im Verwaltungsrat
Von Marc Badertscher. Aktualisiert am 30.03.2010
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Das geht aus den Details der anstehenden Kapitalerhöhung hervor, die Oerlikon veröffentlicht hat. Der Masterplan sieht vor, dass der russische Hauptaktionär Viktor Vekselberg in jedem Fall 450 Millionen Franken einschiesst. Der Beitrag der Hedgefonds dagegen ist flexibel ausgestaltet, je nachdem, ob das breite Publikum Oerlikon traut und bereit ist, ebenfalls Geld zu investieren. Pro Aktie erhalten die heutigen Oerlikon-Eigner das Recht, 19 neue Aktien zu je Fr. 3.72 zu kaufen.
Streiken die Anleger vollständig, was höchst unwahrscheinlich ist, avancieren die Hedgefonds zum grössten Aktionär. Sie würden durch Umwandlung von 553 Millionen Schulden, die Oerlikon bei ihnen hat, mit 55 Prozent theoretisch sogar Vekselberg (45 Prozent in diesem Szenario) überflügeln. Sie wären so dem unternehmerischen Risiko voll ausgesetzt, müssten dafür nur auf die Rückzahlung von 25 Millionen Franken Schulden verzichten. Das ist wenig: Einst hatte Vekselberg einen Schuldenverzicht von 250 Millionen gefordert.
Wird die Kapitalerhöhung dagegen von den bisherigen Aktionären und Neueinsteigern vollständig unterstützt, kommen die Fonds auf eine Beteiligung von gut 20 Prozent (125 Millionen Schuldenumwandlung und rund 150 Millionen Cash für den Kauf von Aktien, die im Eigenbesitz von Oerlikon sind, mit anschliessender Kapitalerhöhung). Darüber hinaus erhalten sie Optionen für weitere 5 Prozent Oerlikon-Aktien, die bei deutlich anziehendem Kurs eingelöst werden können. In diesem für die Fonds risikoärmeren Szenario müssen sie dafür auf Schulden von 125 Millionen verzichten. Schmerzen dürfte sie das nur bedingt. Denn die Schuldscheine über insgesamt rund 1,5 Milliarden Franken haben sie den Banken mit einem Discount von 20 bis 30 Prozent abgekauft. Die Fonds starteten so mit einem Buchgewinn von mindestens 300 Millionen Franken.
Wie immer sich das neue Aktionariat auch zusammensetzen wird: Trotz Viktor Vekselbergs neuerlicher Grossinvestition wird er den Verwaltungsrat nicht mehr dominieren. Künftig soll die Mehrheit der Verwaltungsräte von seiner Beteiligungsgesellschaft Renova unabhängig sein.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.03.2010, 09:42 Uhr
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