Versicherer sollen Soldaten-Familien um Millionen betrogen haben
«Es ist schockierend und einfach unrecht, dass sich diese multinationalen Lebensversicherungskonzerne Hunderte von Millionen an Profiten in die eigene Tasche gesteckt haben, die eigentlich denen gehören, die Familienmitglieder verloren und ohnehin unermesslich gelitten haben», sagte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo. Sein Vorwurf: Statt den Angehörigen von Soldaten und anderen Mitarbeitern von Bundesbehörden im Todesfall die Lebensversicherungssumme auf einen Schlag auszuzahlen, hätten die Unternehmen Metlife ( 30.33 -1.04%) und Prudential die Gelder einbehalten und auf einem speziellen Konto geparkt. Den Grossteil der angefallenen Zinsen hätten dann die Versicherer eingestrichen.
Die Angehörigen hätten von diesen dicken Profiten nie etwas erfahren. Cuomo rechnete vor, dass die Versicherer bis zu 4,8 Prozent Zinsen kassiert hätten, wenn sie die Gelder auf Firmenkonten angelegt hätten. Die Familien hätten aber nur 0,5 Prozent Zinsen ausgezahlt bekommen. Bei normalen Banken wäre gut das Doppelte drin gewesen. Zudem seien die Gelder bei den Versicherern anders als bei den Banken nicht einmal vor Verlust sicher gewesen, wenn die Unternehmen pleite gegangen wären.
Eine branchenweite Untersuchung
Cuomos Verdacht ist, dass auch andere Versicherungskonzerne ähnlich vorgegangen sind. Er kündigte deshalb eine branchenweite Untersuchung an. Die beiden namentlich genannten Versicherer wollten die Anschuldigungen nicht weiter kommentieren. Prudential versichert Militärangehörige in den USA, Metlife die Mitarbeiter von Bundesbehörden. Cuomo machte seine Ermittlungen nach einer Enthüllungsgeschichte der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg öffentlich. (se/sda)
Erstellt: 30.07.2010, 14:43 Uhr
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