Video zeigt, wie die Polizei den rasenden Toyota stoppt
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Die Irrfahrt des Prius
Zuerst beschleunigte das Auto ungewollt ...
... dann musste die Polizei zu Hilfe eilen.
Quelle: MSNBC
Als der Wagen von James Sikes plötzlich auf über Tempo 150 beschleunigte und er nichts mehr ausrichten konnte, rief der 61-Jährige telefonisch um Hilfe. Bald fuhr ein Wagen der Autobahnpolizei neben ihm her. Über Lautsprecher forderten die Polizisten den Toyota-Fahrer auf, das Bremspedal bis zum Anschlag durchzutreten. Ausserdem fuhren die Wagen eine Steigung hinauf. Langsam verringerte das Auto sein Tempo. Nachdem die Geschwindigkeit auf unter 80 km/h gedrosselt war, schaltete der Fahrer den Motor aus und liess den Wagen ausrollen.
Was Sikes zuvor erlebte, schilderte er später den US-Medien so: «Ich trat auf das Gaspedal, um ein Auto zu überholen. Und dann passierte etwas Komisches: Es hüpfte und klemmte fest. Ich trat auf die Bremse. Das Auto hielt nicht an, es tat nichts, und es wurde immer schneller.» Er habe den Gestank der Bremsen gerochen, so fest habe er aufs Bremspedal getreten.
Nicht ernst genommen
Über den Fall wird in den US-Medien in allen Details berichtet. Aufgrund der Schilderungen Sikes hat NBC den Fall in einer Animation nachgestellt. Es zeigt, wie die Polizei, noch ehe der Prius zum Stehen kam, vor das durchgedrehte Auto fuhr, um nötigenfalls als Prellbock zu fungieren.
Wie Sikes weiter berichtete, war er mit seinem Wagen vor zwei Wochen in der Werkstatt, nachdem er schriftlich über die Toyota-Rückrufaktion informiert worden war. Die Werkstatt habe ihn aber wieder heimgeschickt. «Ich gab denen meinen Rückrufzettel. Die gaben ihn zurück und sagten, ich stehe nicht auf der Rückrufliste», sagte der Kalifornier.
Kein Absatzeinbruch
Toyota hat in den vergangenen Wochen wegen Sicherheitsproblemen weltweit 8,5 Millionen Autos zurückgerufen. Das US-Verkehrsministerium sprach Anfang März von 52 Todesfällen seit dem Jahr 2000 bei Unfällen, die mit unabsichtlichen Beschleunigungen zu tun haben sollen.
Der gefürchtete grosse Absatzeinbruch blieb laut neusten Berichten aber aus. In den ersten acht Tagen des Monats März seien in den USA etwa 50 Prozent mehr Autos abgesetzt worden als ein Jahr zuvor, hiess es heute. Der japanische Autobauer hatte nach den bekannt gewordenen Pannen und dem Rückruf mit grosszügigen Rabatten um Kunden geworben.
Toyota-Fahrer klagen
Im Zusammenhang mit den gigantischen Rückrufaktionen kommen auf Toyota in den USA aber neue Forderungen zu, die den Konzern drei Milliarden Dollar oder mehr kosten könnten. Dabei handelt es sich um Klagen enttäuschter Toyota-Besitzer, die Ersatz für den Wertverlust fordern, den gebrauchte Toyota-Modelle seit Beginn der Pannenwelle erlitten haben. Der erste Prozess wegen der Wertverluste soll am 25. März vor einem Bundesgericht in San Diego stattfinden. (cpm)
Erstellt: 10.03.2010, 15:24 Uhr
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