Wirtschaft

Warum die Euro-Abwertung ein Segen ist

Durch eine weitere Abwertung des Euros sollen sich nach Ansicht des deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger die Exportchancen verbessern.

Sieht in der Abwertung des Euros eher Segen als Fluch: Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger.

Sieht in der Abwertung des Euros eher Segen als Fluch: Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger. (Bild: Keystone)

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«Das wird dann mehr zu einem Problem für die Amerikaner», sagte Bofinger in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Auch Schweizer Exporteure und der Tourismus hätten daran sicher nicht Freude.

Das Mitglied der Wirtschaftsweisen, die die deutsche Regierung beraten, erinnerte daran, dass der Euro einst nur 0.80 Dollar wert war, derzeit notiert er bei 1.36.

Der Euro-Raum stehe von seinen wirtschaftlichen Grunddaten her viel besser da als die USA: Das strukturelle Defizit liege im Euro- Raum bei 4,4 Prozent, in den USA bei 8,8 Prozent. Der Schuldenstand sei in den USA auch höher.

Devisenmärkte sind absurd

«Es wäre absurd, wenn der Euro so massiv abgewertet würde. Aber die Devisenmärkte sind absurd. Da wurden leider keine Lehren aus der Finanzkrise gezogen», sagte Bofinger.

Der Euro-Raum würde laut dem Wirtschaftsweisen aber auch bei einem Staatsbankrott Griechenlands nicht auseinanderbrechen. Das Land erwirtschafte nur 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euro- Raums.

Zur Befürchtung, Spanien, Portugal oder Italien könnten mitgerissen werden, sagte Bofinger: «Es ist empörend, dass Finanzinstitute, die vor gut einem Jahr von den europäischen Regierungen und der Europäischen Zentralbank gerettet wurden, jetzt zum Dank versuchen, die europäische Währung zu zerstören.» Dem müsse die Politik entgegentreten. (tan/sda)

Erstellt: 14.02.2010, 12:54 Uhr

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