Wirtschaft
Warum die Versicherer besser dastehen als die Banken
Von Claude Chatelain. Aktualisiert am 24.04.2009 2 Kommentare
Versicherung für Hunde
Auch Haustiere wollen versichert sein. Seit Montag bietet die Mobiliar eine Unfall- und Krankenversicherung für Hunde und Katzen an. «Tiere haben einen wichtigen Platz im Leben unserer Kunden», sagt Chef Urs Berger. Seit der Lancierung Anfang Woche seien 12 Katzen und 4 Hunde versichert worden. Die Zahlen seien viel versprechend. In der Schweiz gebe es rund 1,3 Millionen Katzen sowie 500000 Hunde. Bisher können Haustiere nur bei weniger bekannten Anbietern, etwa bei der Animalia in Bümpliz, versichert werden. cch
Wie die Banken sind auch die Versicherungen den Finanzmärkten stark ausgesetzt. Doch im Unterschied zu den Banken sind die Versicherungsgesellschaften der Schweiz gut aufgestellt – sie konnten alle für 2008 ein positives Ergebnis ausweisen. Zwei Einschränkungen: Swiss Life hätte ohne den Verkauf von Tochtergesellschaften rote Zahlen ausgewiesen. Und Swiss Re, wo Alt-Bundesrat und UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger im Verwaltungsrat sass, wies wegen risikoträchtiger Geldanlagen ein katastrophales Ergebnis aus.
Im Wesentlichen gibt es drei Gründe, weshalb die Versicherer der Schweiz trotz widriger Finanzmärkte verhältnismässig gute Resultate ausweisen:
- Sie sind besser kapitalisiert als die Banken
- Sie verfolgen generell eine konservativere Anlagestrategie
- Sie blicken auf ein Geschäftsjahr ohne grössere Elementarschäden zurück.
Keine Grossschäden
Dieser dritte Punkt äussert sich im historisch tiefen Schaden- und Kostensatz, der sogenannten Combined Ratio. Sie setzt die allgemeinen Kosten und den Schadenaufwand ins Verhältnis zu den Prämieneinnahmen. Normalerweise tendiert dieser Prozentsatz gegen hundert. Doch weil die Schweiz im zurückliegenden Jahr von grösseren Elementarschäden verschont blieb, weisen die Versicherer rekordtiefe Combined Ratios von zum Teil unter 90 Prozent aus.
Eine tiefe Combined Ratio deutet auf ein Prämiensenkungspotenzial hin. Doch Urs Berger warnt vor verfrühten Hoffnungen. Wie der Chef der Mobiliar erklärt, könne man nicht auf Grund eines einzigen, ereignisarmen Schadenjahres die Prämien anpassen. «Die durchschnittliche Entwicklung zählt.» Als 2005 wegen des verheerenden Hochwassers rekordhohe Elementarschäden aufgetreten waren, habe man auch nicht flugs die Prämien erhöht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.04.2009, 09:10 Uhr
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2 Kommentare
Da freut man sich ja riesig, dass wenigstens die Versicherer positiv gewirtschaftet haben. Vielleicht wäre es ja möglich, die Pensionskassenverluste mal genauer unter die Lupe zu nehmen, dann wäre wohl klar, wie die Gewinne weitersprudeln auf Kosten der... (pro Gewinner braucht es einen Verlierer...) Antworten
Versicherungen sind besser kapitalisiert, sie verfolgen eine konservative Anlagestrategie und hätten keine grossen Elementarschäden gehabt. Also das ist der Grund, warum sie heute so gut sind. War dies bei den Banken nicht einmal ähnlich. Nur auf einmal zählte der Benchmarkt als Vergleich. Rendite, Wachstum und strukturierte Produkte. Und viele machten da mit, so auch die Medien und die Kunden. Antworten
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