Was Analysten von UBS und CS erwarten
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Am Dienstag veröffentlicht die UBS ihr Ergebnis vom vergangenen Jahr. Dass es ein Verlust sein wird, ist klar. Die Finanzwelt ist allerdings gespannt darauf, wie profitabel die Bank gegen Jahresende war und ob der Abfluss an Kundengeldern gebremst werden konnte.
Vor einem Jahr verstrahlte der damalige UBS-Chef Marcel Rohner noch Zuversicht: Bei der Präsentation des zweistelligen Milliardenverlusts fürs Jahr 2008 zeigte er sich überzeugt, dass die UBS 2009 wieder schwarze Zahlen schreibe. Die Bank sei gut ins neue Jahr gestartet und der Neugeldzufluss ermutigend, hiess es damals.
Auch Grübel kämpft
Doch es kam anders: Die Bank, die härter als andere Finanzinstitute von der Finanzkrise getroffen wurde, erholte sich nicht so rasch wie von Rohner erhofft. In den ersten neun Monaten des Jahrs kumulierte die UBS Verluste von 3,9 Milliarden Franken.
Der neue Chef Oswald Grübel, der vor knapp einem Jahr die operative Führung der Bank übernahm und mit dem ehemaligen Bundesrat Kaspar Villiger als Verwaltungsratspräsidenten zum neuen Führungsduo der Bank wurde, konnte zwar bereits im Sommer wieder von operativen Gewinnen der Bank sprechen. Doch die Altlasten wiegten zu schwer und das Konzernergebnis blieb dunkelrot.
Immer noch 4 Milliarden Verlust?
Von Gewinnen von jährlich 15 Milliarden Franken, welche Grübel im November an einem Investorentag für in drei bis fünf Jahre in Aussicht stellte, wird das am frühen Dienstagmorgen publizierte Resultat daher noch weit weg sein. Börsenanalysten gehen von einem Jahresverlust von 3 bis 4 Milliarden Franken aus.
Im Vergleich zu 2008, als der Verlust sich auf über 21 Milliarden Franken belief, wird das Ergebnis der durch die Finanzkrise und den Steuerstreit mit den USA durchgeschüttelte Grossbank aber gut aussehen. Und für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres wird in Fachkreisen sogar mit einem positiven Ergebnis gerechnet.
Geldabfluss abgeschwollen?
Von Interesse dürfte ausserdem sein, ob die Kunden der UBS inzwischen wieder mehr vertrauen. Denn seit zwei Jahren ist das Finanzinstitut mit einem hohen Abfluss von Kundengeldern konfrontiert. Nachdem 2008 netto 226 Milliarden Franken aus der Bank flossen, waren es von Januar bis September vergangenen Jahres kumuliert erneut über 90 Milliarden Franken.
Branchenkenner dürften zudem einen gespannten Blick auf das Ergebnis der Investmentbanking-Aktivitäten der UBS werfen. Einzelne Analysten gehen davon aus, dass dieser Geschäftsbereich früher als erwartet wieder profitabel arbeitet und unter Umständen schon im vierten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen schrieb.
Gegenwind bläst weiter
Die Bankenverantwortlichen dürften sich zwar über solche Nachrichten freuen, doch Gegenwind bläst der UBS auch dieses Jahr weiter entgegen. Mit dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, die Auslieferung von Kontodaten an die US-Steuerbehörden sei illegal, besteht wieder eine Unsicherheit darüber, ob der Steuerstreit mit den USA tatsächlich vom Tisch ist.
Unsicherheit geht zudem auch von den aus einer Schweizer Bank geklauten Kundendaten deutscher Bankkunden aus, welche die deutschen Behörden kaufen und auswerten wollen. Dieses Problem belastet aber nicht die UBS alleine, sondern den ganzen Bankenplatz Schweiz - zumal weiterhin unklar ist, von welchem Institut die Daten stammen.
Deutsche Bank auf der Überholspur
Bei der Konkurrenz der UBS ist die Stimmung trotzdem weit besser. Bei der Credit Suisse, die ihr Jahresergebnis zwei Tage nach der UBS veröffentlichen wird, gehen die Analysten fürs 2009 von einem Gewinn von über 7 Mrd. Franken aus. Das Ergebnis würde sich damit wieder in der gleichen Grössenordnung bewegen wie 2007 vor Beginn der Finanzkrise.
Die Credit Suisse steht damit in einer Reihe mit anderen internationalen Grossbanken, die ihre Ergebnisse bereits präsentierten. Die Deutsche Bank etwa wies fürs vergangene Jahr einen Konzerngewinn von 5 Milliarden Euro aus. (cpm/sda)
Erstellt: 07.02.2010, 15:11 Uhr
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