Wegen Juxanrufen: SBB-Infosäulen müssen weg

Die SBB beginnt in den nächsten Wochen mit dem Abbau von schweizweit rund 1600 so genannten Kundentelefonen. Die orangen Kästen in Schweizer Bahnhöfen seien nicht mehr zeitgemäss.

«Zu zwei Dritteln Juxanrufe»: SBB-Kundentelefone verschwinden von den Bahnhöfen.

«Zu zwei Dritteln Juxanrufe»: SBB-Kundentelefone verschwinden von den Bahnhöfen.
Bild: Keystone

Früher hätten die Kundentelefone an den Bahnhöfen vor allem der Informationsvermittlung gedient, sagte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi zu einem Bericht von «Blick am Abend». Heute würden für die Information der Passagiere mehrheitlich digitale Anzeigen und Lautsprecherdurchsagen eingesetzt.

Ein weiterer Grund für den Abbau sei, dass die Telefone oft missbraucht worden seien. «Zu zwei Dritteln gingen darüber Juxanrufe ein. Echte Notfälle wurden schweizweit pro Jahr höchstens zehn gemeldet», führte Pallecchi aus. Zudem seien die Geräte häufig so veraltet, dass dafür keine Ersatzteile mehr erhältlich seien.

Schneller und direkter

Kommt es an einem Bahnhof zu einem Notfall, rät der SBB-Sprecher dazu, über die Nummer 0800 117 117 direkt die Bahnpolizei zu avisieren. Dies sei der schnellere und direktere Ablauf.

Bis auf weiteres bestehen bleiben rund hundert der Geräte an den grossen Schweizer Bahnhöfen, weil sich dort sehr viele Leute aufhielten, wie Pallecchi ergänzte. Für deren künftige Verwendung erarbeitet die SBB nun ein Konzept. (bru/sda)

Erstellt: 29.09.2009, 18:06 Uhr

5 KOMMENTARE

Maria Künzi

30.09.2009, 10:04 Uhr

Zuest einmal abbauen und dann schauen was geschieht. Typisch. Die SBB hatte kein Konzept vor der Einführung und hat jetzt auch kein Konzept für nach dem Abbau. Da wird einfach mal drauflos gewurstelt und dann schaut man was geschieht. Vielleicht könnte man mal eine Analyse durchführen, Kunden befragen und sich überlegen, wie man besser vorgehen könnte. Wieviele Dilettanten braucht eine SBB?


Peter Mustermann

30.09.2009, 09:35 Uhr

In Winterthur steht eine nigelnagel neue, mit Kamera ausgerüstete, Notrufsäule. Gleich neben ihr steht eine seperate Informationsäule. Was Winterthur schafft, sollten doch auch die Zücher können? :P


Martin Ebnöther

30.09.2009, 00:05 Uhr

Ist das nicht genau der falsche Ansatz, die Apparate auf den grossen Bahnhöfen zu behalten? Wo viele Leute sind, sind auch viele Mobiltelefone für allfällige Notrufe vorhanden. Die Notrufsäulen müssten doch eher auf den kleinen Schnapsbahnhöfen bestehen bleiben.


remo bieler

29.09.2009, 22:42 Uhr

nur weil sich die sbb über juxanrufe ärgert, baut man sie ab? und der sbb reicht die erfolgsbilanz von 10 echten notfällen pro jahr nicht. wünscht sich die sbb denn mehr notfälle? schaut auf münchen! sollen die autohersteller am besten wieder auf airbags verzichten, weil sie zu wenig in einsatz kommen? für manche gegenstände ist man froh das sie nie in einsatz kommen. aber man ist froh gibt es sie


Hans Schmid

29.09.2009, 21:05 Uhr

Und an welche Nummer kann ich mich wenden, wenn ich z.B. eine Auskunft betr. einer Zugsverspätung brauche? Die Bahnpolizei hat wohl keine Freude, wenn sie wegen sowas belästigt wird.






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