Wirtschaft

Weltkonzern will Steuersitz in die Schweiz verlegen

Aktualisiert am 27.09.2010 8 Kommentare

Der britische Baumaterial-Konzern Wolseley flieht vor den hohen Steuern in England und will seinen Steuersitz in der Schweiz errichten. Der Betrag, der damit gespart werden kann, ist beachtlich.

So präsentiert sich der Konzern im Internet: Wolseley.co.uk.

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Der weltgrösste Heizungs- und Sanitäranbieter, der stark unter den Folgen der globalen Rezession leidet, könnte mit einer Verlegung seines Steuersitzes in die Schweiz Jahr für Jahr Millionen von Pfund sparen. Die Gruppe soll an der Börse in Grossbritannien notiert bleiben und ihren Hauptsitz auf der britischen Kanalinsel Jersey haben, wie am Montag mitgeteilt wurde. Wolseley ist ausser in Grossbritannien, den USA und Kanada in 22 Ländern tätig und gehört dem Aktienindex FTSE-100 an, der die grössten Titel der Londoner Börse umfasst.

Die Verlagerung in die Schweiz werde den Steuersatz des Unternehmens von 34 Prozent auf 28 Prozent drücken, sagte Finanzchef John Martin während einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen hätte im abgelaufenen Geschäftjahr mit Schweizer Steuersitz etwa 23 Millionen Pfund (über 35 Millionen Franken) gespart.

Aktionäre müssen noch zustimmen

Wolseley wolle die «nicht hilfreiche» britische Gesetzgebung hinter sich lassen, sagte Martin. Diese zwinge sein Unternehmen, auch Steuern auf Gewinne in anderen Ländern zu zahlen. Dadurch werde der Konzern, der 81 Prozent des Umsatzes ausserhalb Grossbritanniens erzielt, «zweifach besteuert», beklagte er.

Der Änderung müssen noch die Wolseley-Aktionäre zustimmen, die neue Holding soll den Plänen zufolge zufolge bis November entstehen. Wolseley machte gemäss Angaben am Montag im Geschäftsjahr 2009/2010, das Ende Juli endete, 328 Millionen Pfund (510 Millionen Franken) Verlust vor Steuern. Ein Jahr zuvor waren es noch 766 Millionen Pfund (1,19 Milliarden Franken) gewesen.

Deutlich vorteilhaftere Bedingungen

Bereits in den letzten Monaten hatten mehrere britische Firmen und Hedge-Fonds ihren Sitz in die Schweiz verlagert, darunter der Versicherer Beazley. In der Schweiz treffen sie allesamt deutlich vorteilhaftere Steuerbedingungen an als in Grossbritannien. (sam/sda)

Erstellt: 27.09.2010, 12:20 Uhr

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8 Kommentare

Thomas Müller

27.09.2010, 13:15 Uhr
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Grandios! Und damit kommen nochmals zig Arbeitsplätze in die Schweiz wo wir doch jetzt schon angeblich nicht über genügend qualifizierte Arbeitskräfte verfügen und diese en gros aus dem Ausland importieren müssen. Bravo! Nur weiter so! Antworten


Mike Albrecht

27.09.2010, 15:28 Uhr
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Genau so schnell sind sie wieder weggezogen, wenn die Schweizer Steuergesetze strenger werden. Ist das eine nachhaltige Entwicklung? Solche Firmen sind riskant für die Schweiz und erschweren die Finanzplanung. Antworten



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