Wirtschaft
Wer nichts brachte, spürte Raj Rajaratnams harte Hand
Aktualisiert am 20.10.2009 14 Kommentare
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Jeden Morgen um 8.35 Uhr versammelte Raj Rajaratnam 70 Mitarbeiter um sich. Wer zu spät kam, wurde mit 25 Dollar gebüsst. Das ist typisch für das harte Klima beim Finanzunternehmen Galleon Group, das 3,7 Milliarden an Kundengeldern verwaltet. An der Sitzung im 34. Stock des IBM-Hochhauses an der noblen New Yorker Madison Avenue löcherte Rajaratnam seine Angestellten mit Fragen – mit der Forderung, immer mehr und bessere Informationen zu haben als die Konkurrenz.
Wer den Ansprüchen genügte, hatte Erfolg. Wer nicht, musste sich warm anziehen, wie das «Wall Street Journal» dokumentiert. Analysten, die nicht genug Informationen beibrachten seien im Kollektiv beschimpft worden. «Schaff einen Vorsprung oder du bist weg», soll das Motto in der Hedge-Fund-Firma gewesen sein, berichtete ein ehemaliger Händler der Wirtschaftszeitung. «Galleon sucht nach diesem kleinen bisschen Vorsprung. Um das geht es bei der Firma.» Der Druck sei extrem hoch gewesen.
An der Grenze der Legalität
Folglich gingen die Mitarbeiter noch dem kleinsten Gerücht auf aggressive Weise nach – immer in der Hoffnung, als erste herauszubekommen, wie sich die Gewinne bestimmter Unternehmen entwickeln.
Ob es dabei immer rechtens zuging, war offenbar zweitrangig. Ein Galleon-Analyst wurde gemäss Medienberichten im Jahr 2008 unter Druck gesetzt, von einem Firmenvertreter Details über eine mögliche Übernahme zu erfahren – so massiv, dass er vorsorglich einen Anwalt um Rat fragte. Ein berechtigtes Misstrauen, wie die Verhaftung seines Vorgesetzten zeigt.
Milliardenvermögen gemacht
Auf die meisten Vorwürfe, welche die Behörden Rajaratnam machen, stehen Maximalstrafen von 20 Jahren. Falls er am Ende auch verurteilt wird, würde er mindestens zehn Jahre hinter Gitter wandern, so CBS. Der tamilischstämmige 52-Jährige weist ein Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar auf. In der berühmten «Forbes»-Liste gilt er damit als 559. reichster Mann der Welt. (raa/se)
Erstellt: 20.10.2009, 13:44 Uhr
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14 Kommentare
Ja, schlimm. Aber immer noch ein superkleiner Fisch. Genau dasselbe passiert unbeeinträchtigt auf sehr viel höheren Ebenen: Grosskonzerne stellen Regierungsmitglieder und andere Politiker, die die Aufgaben für die Geheimdienste definieren. Und die sind v.a. wirtschaftlicher Natur. Konkurrenz? Ja woher denn... Antworten
In vielen Verkaufssitzungen - und zwar auch in der Schweiz- , die zwar meist nur wöchentlich abgehalten werden, geht es ähnlich zu! Zwar geht es dort (meist) nicht um Millionen-/Milliardenbeträge, doch die Verkäufer werden von ihren Vorgesetzten oft sehr ähnlich unter Druck gesetzt! Vor versammelter Frau/Mannschaft abgekanzelt, wenn er/sie nicht die erwartete 'Performance' nachweisen kann! Antworten
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