Wie Grindelwald zur Topdestination werden will

Aktualisiert am 05.07.2011 3 Kommentare

Der Berner Oberländer Ferienort kämpft mit stagnierenden Logiernächten. Ein ehrgeiziges Gondelbahn-Projekt soll das Skigebiet wieder international konkurrenzfähig machen.

Ein Grossprojekt für Grindelwald: Der Verlauf der neuen Gondelbahn.

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Bild: PD

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Die Jungfraubahn will dem Berner Oberländer Ferienort eine 80-Millionen-Investitionsspritze setzen.Geplant ist eine eine neue, Y-förmige Gondelbahn zum Berg Männlichen und zur Kleinen Scheidegg sowie unten im Tal eine neue Bahnstation. Mit der neuen Bahnstation soll das Skigebiet vom Unterland her besser erschlossen werden. Als Grund für die Investitionspläne gab der Direktor der Jungfraubahn Holding, (JFN 61 -3.79%) Urs Kessler, in Interlaken vor den Medien an, Grindelwald weise Symptome einer kranken Destination auf. Die Anzahl Logiernächte stagniere, und wegen ungenügender Auslastung sei es den Hotels nicht möglich zu investieren. Dem gelte es entgegenzuwirken.

Ein weiterer Grund sind die Resultate einer Analyse des Skigebiets durch externe Fachleute. Sie hat ergeben, dass es zu lange dauert, bis die Skifahrerinnen und Skifahrer im Skigebiet sind und sich dort verteilen. Deshalb soll bei Grindelwald-Grund eine neue Haltestelle der Berner Oberland-Bahnen (BOB) entstehen. Diese Bahn gehört zur Jungfraubahn-Gruppe. Zudem erhöht sich mit der neuen Gondelbahn die Förderkapazität vom Tal auf den Berg.

Mit der neuen BOB-Haltestelle und der neuen Gondelbahn werde sich die Reisezeit von Bern auf die Skipiste auf unter zwei Stunden verringern und damit das Skigebiet im Wettbewerb mit anderen Destinationen in eine hohe Liga kommen, sagte Kessler. Der dritte Grund für die Pläne liegt bei der im Winter 2015/16 auslaufenden Konzession der bestehenden Gondelbahn Grindelwald- Männlichen (GGM). Diese Bahn gehört nicht zur Jungfraubahn-Gruppe.

Inbetriebnahme ab 2015

Dass die Jungfraubahn trotzdem ihren Ersatz plant, geht einerseits darauf zurück, dass sie mit 28 Prozent des Aktienkapitals grösste Teilhaberin der GGM AG ist. Anderseits ist sie Mitbesitzerin des Parkplatzes am Fuss der Bahn und ihr Skigebiet grenzt an jenes am Männlichen.

Die GGM ist laut den Jungfraubahn-Verantwortlichen bereit, nun die weitere Planung in einer Arbeitsgruppe weiterzutreiben. Dass nicht auch GGM-Vertreter vor die Medien traten, liegt laut Jungfraubahn-Geschäftsleitungsmitglied Christoph Schläppi daran, dass die Jungfraubahn börsenkotiert ist und früh über das Projekt informieren musste. Im Winter 2015/16 soll die neue Gondelbahn den Betrieb aufnehmen.

Auch 500-Betten-Resort geplant

Die Jungfraubahn möchte nicht nur mit der neuen Gondelbahn Grindelwald attraktiver machen. Sie strebt auch an, dass bei der Talstation der geplanten Bahn ein neues 500-Betten-Resort entsteht. Dafür habe ein national bekanntes Bauunternehmen Interesse angemeldet, sagte Kessler, ohne den Namen zu nennen. Das Unternehmen soll als Investor auftreten. Kessler kündigte weitere Informationen dazu im Verlauf dieses Jahres an. (mau/sda)

Erstellt: 05.07.2011, 20:02 Uhr

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3 Kommentare

Michael Häusermann

05.07.2011, 21:14 Uhr
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Das mag ja auf den ersten Blick als ganz was tolles erscheinen, nur das Umsteigen, welches ja bei diesem Y Projekt automatisch entsteht haben die externen Planer wohl nicht eingeplant. Erneutes anstehen in der Mittelstation ist da schon mal vorprogrammiert. Zudem wird Grindelwald dadurch nicht gastfreundlicher. Ein :) würde der Region besser tun als ein Y... Antworten


Su Studer

05.07.2011, 22:04 Uhr
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ich war 2x in Grindelwald in den Skiferien, jeden Morgen der Stress, dass man ca. um 08:30 Uhr an der Männlichen-Talstation war, bevor die ganzen Busse und anderen Touristen vom Tal her kamen. Wer zu spät unterwegs war, der musste bis zu einer Stunde anstehen bevor man nur mal in der Gondel sass. Entspannte Skiferien sehen anders aus, wir fahren nicht mehr hin, obwohl das Skigebiet super ist. Antworten



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