Wirtschaft
Wie Obamas Gesetz die Bankenlandschaft umpflügt
Aktualisiert am 09.08.2010 7 Kommentare
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Die Verschärfung der Spielregeln durch Obamas Gesetz bedeuten für die mächtigen Wall-Street-Konzerne die tiefsten Einschnitte seit mehr als einem halben Jahrhundert. Die führende Investmentbank Goldman Sachs reagiert nun als erstes Institut mit Änderungen im Geschäftsmodell auf die neuen Vorgaben. Das Geldhaus will den lukrativen Eigenhandel in einen Hedge-Fonds auslagern, in den Goldman dann nur noch als Kunde investiert, wie es heisst.
Spekulative Geschäfte auf eigene Rechnung sind den Banken in den USA künftig untersagt. Andere Institute dürften daher folgen und sich auf Druck der Regulierer von ihren Gewinntreibern der Vergangenheit verabschieden.
Risiken eindämmen
Mit dem vor einigen Wochen verabschiedeten Reformpaket will Obama die Finanzbranche wetterfest machen und künftige Krisen verhindern. In dem über 2300 Seiten starken Gesetz werden Banken und Investoren Regeln auferlegt, die das Eingehen von Risiken eindämmen sollen.
Kernbestandteil ist dabei die nach dem Regierungsberater Paul Volcker benannte Volcker-Regel: Demnach müssen die Institute nicht nur den Eigenhandel einstellen, sondern auch ihre Investitionen in Private-Equity- und Hedge-Fonds auf ein Minimum reduzieren.
Fonds-Engagements zurückgefahren
Dies sind genau die Bereiche, in denen die grossen Investmentbanken ihre Milliarden-Gewinne eingefahren haben - die aber in der Krise wiederum zu ähnlich hohen Verlusten geführt haben. Das zeigt das hohe Risiko dieser Geschäfte, die massgeblich zur Blasenbildung etwa an den Immobilienmärkten beigetragen haben.
Auch wenn die Banken einige Zeit für die Umsetzung der neuen Vorgaben bekommen, zeigen diese bereits erste Wirkung. So haben grosse Institute wie die Bank of America Morgan Stanley oder die Citigroup ihre Engagements in Private-Equity-Fonds zurückgefahren.
Banken dürfen künftig maximal 3 Prozent ihres Kernkapitals in diese Anlageform stecken, die wegen der Gefahr eines kompletten Ausfalls mit vergleichsweise hohen Risiken verbunden ist. Alle Arten von Finanzinvestoren wie etwa Hedge-Fonds werden in der Politik als Mitverursacher der schweren Krise angesehen. Ihre Geschäfte sind bislang nur wenig reguliert.
Goldman beeilt sich
Goldman hofft nun darauf, mit einer schnellen Reaktion auf das neue Gesetz die Ausgangsposition zu verbessern und damit schlimmere Einbussen zu verhindern. Nach einer raschen Auslagerung des Eigenhandels-Geschäfts in einen Fonds kann dieser umgehend bei Investoren um Mittel werben, wie Experten betonen. «Goldman hat klar den Vorteil, als Erster den Markt abzugrasen», sagte Walter Todd von der Investmentfirma Greenwood Capital Associates.
Als Kunde könnte die Bank dann zudem noch einen ordentlichen Happen aus den Geschäften abbekommen. Wie gross der Fonds werden soll, ist noch nicht bekannt.
Klar ist aber, dass Goldman nach der Lösung des Themas Eigenhandel weitere radikale Einschnitte bevorstehen: Denn die Bank muss noch ihre Investitionen und Finanzierungszusagen in Private- Equity- und Hedge-Fonds von zuletzt über 27 Milliarden Dollar auf gut 2 Milliarden Dollar drosseln. (sam/sda)
Erstellt: 09.08.2010, 11:29 Uhr
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7 Kommentare
BS würde man in Amerika sagen, das 1300 Seitige Dokument zu den Banken war am vorabend noch 900 Seiten stark, die Parlamentarier mussten unterschreiben ohne zu wissen was darin steht. Wenn man dann noch sieht dass fast alle Mitarbeiter um ihn herum entweder von der FED oder Goldman Sachs kommen, darf man erwarten, dass das es nur ein Papiertiger ist, den der Herr einfach showreich vermarktet. Antworten
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