Wirtschaft

Wie heisst das «übelste Unternehmen des Jahres»?

Aktualisiert am 10.01.2011 5 Kommentare

Sechs internationale Konzerne müssen damit rechnen, Ende Januar in Davos GR als schlimmste Firma 2010 gebrandmarkt zu werden. Das Voting zu den «Public Eye Awards» zeigt bereits einen Favoriten.

1/6 Die Kandidaten für die «Public Eye Awards»: Massiver Druck, Dutzende Überstunden, miserable Bezahlung: 18 Menschen, die bei Foxconn arbeiteten, wählten den Freitod.
Bild: Keystone

Wie heisst das «übelste Unternehmen des Jahres»?

   

Sechs Konzerne sind in der Endrunde für den Publikumspreis des «Public Eye Awards», der von der Erklärung von Bern und von Greenpeace am 28. Januar verliehen wird; «in Sichtweite des World Economic Forum (WEF)», wie die beiden Organisationen mitteilten. Am Montag wurde die Internetabstimmung für die schlimmste unternehmerische Missachtung von Umwelt und Menschenrechten eröffnet. Sie wird bis zum 27. Januar laufen.

Zur Wahl stehen folgende sechs Unternehmen: Die taiwanesische Elektronik-Firma Foxconn, der Schweizer Stromversorger Axpo, der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold, die finnische Ölfirma Neste Oil, der US-Zigarettenproduzent Philip Morris und der britische Energiemulti BP, der am 10. Januar um 13:05 Uhr bereits mit 214 Stimmen in Führung lag und als Favorit für den Publikumspreis gelten dürfte. Auf Rang zwei lag zu diesem Zeitpunkt Axpo mit 77 Votes.

Suizide von Mitarbeitern, Vergiftungen und Uranhandel

Die Vorwürfe der Erklärung von Bern und von Greenpeace an die einzelnen Firmen wiegen schwer. Foxconn zeichne sich durch miserable Arbeitsbedingungen aus. Mindestens 18 Mitarbeitende nahmen sich 2010 das Leben. Axpo seinerseits beziehe Uran aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak und habe dies jahrelang verschleiert.

AngloGold lässt laut den beiden Organisationen beim Goldabbau in Ghana seit Jahren Land und Leute vergiften und schrecke auch vor Verletzuneng der Menschenrechte nicht zurück. Neste Oil verkaufe unter dem irreführenden Namen «Green Diesel» europaweit Biosprit aus Palmöl. Als Folge würden in Südostasien immer mehr Regenwälder zerstört und Menschen von ihrem Land vertrieben.

Auch Zigarettenkonzern und ein Ölgigant am Pranger

Philip Morris mit Hauptsitz in Lausanne kam in die Public-Eye-Endrunde, weil der Konzern bei einem Schiedsgericht der Weltbank gegen das neue Raucherschutzgesetz von Uruguay geklagt und eine Anpassung an die eigenen Wünsche erreicht hatte. Und BP treibt laut Voting-Erläuterungen ungeachtet der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko den Ausbau gefährlicher Fördertechniken voran.

Die «Public Eye Awards» werden seit dem Jahr 2005 jeweils als Jury- und als Publikumspreis vergeben. Im vergangenen Jahr ging der Negativ-Preis an die Royal Bank of Canada (RBC) und den Schweizer Chemiemulti Roche. (raa/sda)

Erstellt: 10.01.2011, 14:29 Uhr

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5 Kommentare

Michael Spring

10.01.2011, 17:33 Uhr
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@Franz Offenbach: Wenn Sie eines der tausenden Opfer dieser 6 korrupten Grosskonzerne wären, würden Sie ganz anders reden. Dann wären Sie dankbar, dass es jemanden gibt, der den Opfern eine Stimme verleit und die Rechte dieser Menschen und der geschändeten Natur verteidigt. Es ist nötig, dass man solchen Konzernen ganz genau auf die Finger schaut. Denn sie scheuen für Gewinn vor nichts zurück! Antworten


Heinz Kehrmann

10.01.2011, 16:37 Uhr
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@Franz Offenbach Das schlechtreden von Public Eye ist aber in Ordnung oder wie soll ich das verstehen? Es geht hier nicht um die Organisationen, die hinter diesem Event stehen, sondern darum die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf unangenehme Themen zu lenken. (zB Nahrungs- und Energiebeschaffung) Und das wird auch erreicht. Antworten



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