Wirtschaft

Wie viele Milliarden für Zuckerberg?

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 14.06.2011 16 Kommentare

Innert sechs Monaten hat sich der Rufpreis des Online-Netzwerks Facebook verdoppelt, jetzt steht der Börsengang kurz bevor. Experten schätzen ein, wie viel die Eigentümer abkassieren werden.

1/4 24 Milliarden Dollar: Das könnte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei einem Börsengang abräumen.
Bild: Reuters

   

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Der Facebook-Chef ernährt sich fast nur noch vegetarisch.

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Das neue Miethaus von Mark Zuckerberg

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Der Facebook-Gründer gilt mit einem geschätzten Vermögen von sieben Milliarden zu den reichsten Personen in den USA. Sein neues Miethaus zeugt jedoch von einer gewissen Bescheidenheit.

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Vor dem Börsengang des Online-Netzwerks Facebook ( 31.91 -3.39%) an die US-Technologiebörse Nasdaq werden erste Hiobsbotschaften laut: minus sechs Millionen User in den USA allein im Monat Mai. In Kanada sind es 1,5 Millionen Nutzer weniger. Der Grund: Das Unternehmen hat seine Wachstumsgrenzen erreicht. Positive Wachstumseinschätzungen kommen laut Branchenreporten nicht für die etablierten Internetmärkte USA und Europa, sondern für die Wachstumsmärkte östlich von Zentraleuropa bis nach Asien und die Schwellenländer der südlichen Hemisphäre.

Dass der Hype vorbei ist, darin sind sich Marktbeobachter einig, «das ist vergleichbar mit dem iPhone», so IT-Analyst Gabriel Bartholdi von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). In Kernmärkten sei dies ein üblicher Effekt. Uneinigkeit herrscht hingegen über den wahrheitsgetreuen Marktwert des Unternehmens. Auf rund 50 Milliarden US-Dollar wurde die potenzielle Marktkapitalisierung Anfang Jahr geschätzt. Jetzt soll es das Doppelte sein. Analysten warnen, bei der Entwicklung des Technologiepapiers schwingen blühende Kursfantasien hinsichtlich des Kunden- und Marketingpotenzials mit. «Hundert Milliarden Dollar sind ein stolzer Preis», meint auch Bartholdi, «der Wert ist wieder um ein Drittel gestiegen.» Die Frage werde daher sein, wo sich realistischerweise Kundenzahl und Preis einpendeln werden.

Eine krasse Überbewertung des Kurses wäre für die Investoren desaströs: Der Kurs würde in den Keller rasseln und die Anleger müssten die Überbewertung teuer bezahlen. Aus diesem Grund dürften die Investmentbanker von Goldman Sachs den Firmenwert eher konservativ ansetzen und die kursierenden Gerüchte über den Ausgabepreis eher nicht bestätigen, meinen Anlage-Experten. Auch der kolportierte Nettogewinn von Facebook in der Höhe von 355 Millionen US-Dollar stimmt Börsenkenner noch lange nicht euphorisch. Obwohl der Umsatz stark gestiegen ist: Die Nachrichtenagentur Bloomberg vermeldet für das Jahr 2010 einen Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar. Im Jahr davor waren es noch 800 Millionen US-Dollar Umsatz, im Jahr 2008 laut Medienberichten 300 Millionen. Über die tatsächlichen operativen Ergebnisse des Unternehmens ist allerdings noch wenig bekannt. Eine Publizitätspflicht trifft das Unternehmen erst, wenn der Börsengang spruchreif wird.

14'000 Prozent

Über die Eigentümerstruktur hingegen weiss man heute schon mehr: Firmengründer Mark Zuckerberg hält 24 Prozent am Unternehmen, sein Compagnon und Mitgründer Chris Hughes zwölf Prozent. War zu Jahresbeginn noch von einem Firmenwert von 50 Milliarden Dollar die Rede, oszilliert das Vermögen Zuckerbergs heute zwischen zwölf – respektive 24 Milliarden Dollar nach einem Börsengang. Wohlgemerkt: Wenn die Prognosen stimmen. Das Vermögen von Kollege Hughes rangiert dementsprechend zwischen sechs und zwölf Milliarden Dollar. Finanzmanager Peter Thiel, der zu Gründungszeiten mit 500'000 Dollar eingestiegen ist, hält heute sieben Prozent an Facebook. Sein Vermögenswert könnte bei einem Börsengang auf bis zu sieben Milliarden Dollar klettern, das entspricht einer Steigerung seines Investments von sage und schreibe 14’000 Prozent. Die russische Investorengruppe Mail.ru hält 6,9 Prozent, die Zuckerberg-Kollegen Dustin Moskovitz und Eduardo Saverin je sechs und fünf Prozent. Auch diese Investoren könnten noch kräftig abräumen. Sogar Konkurrent Microsoft setzt auf die rosige Zukunft von Facebook und hat sich mit 1,6 Prozent der Firmenanteile eingekauft.

Seit Januar mit an Bord ist auch die Investmentbank Goldman Sachs mit einer halben Milliarde US-Dollar. Die Bank hat ihrerseits ein Tool für Facebook entwickelt, über das Anleger sogar direkt per Facebook-Seite Firmenanteile erwerben können. Rund 1,5 Milliarden US-Dollar will das Finanzhaus auf diesem Weg aufstellen. Unter Insidern gilt das Investmenthaus deshalb längst als Favorit, wenn es darum geht, wer den Börsengang federführend vorbereiten und begleiten soll.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2011, 13:36 Uhr

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16 Kommentare

Tylor Durdan

14.06.2011, 13:52 Uhr
Melden 15 Empfehlung

100 Mia. machen bei aktuell 674'000'000 Fakebook Nutzern stattliche 150 USD pro User. Wenn da keine Blase geschaffen wird, will ich gar nicht wissen was die mit den Infos aus den Profilen alles machen. Antworten


Ernst Brunner

14.06.2011, 14:02 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Die am meisten ueberberwertete Firma der Welt - ich kann es gar nicht abwarten short zu gehen ! 100 Milliarden Dollar für heisse Luft (ein bisschen Werbung). Glencore hatte soeben einen IPO für 60 Milliarden - mit all den Assets, Trading Profits, etc und haben im ersten Qtr 1.3 Mia Gewinn gemacht - Facebook angeblich 355 Mio im Jahr. Soviel zur Facebook-Bubble des Jahrhunderts . Antworten



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