Wird Facebook zum Shopping-Center?
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Schon seit längerer Zeit erscheinen auf der Plattform Werbeanzeigen, die den Nutzer auf die Webseite der jeweiligen Firma führen. Jetzt geht Facebook einen Schritt weiter, wie die «Financial Times» berichtet: Es bietet den Nutzern den Zugang zu Geschäften als Anwendung für die eigene Plattform an – ermöglicht es also, eine Art virtuelle Einkaufsstrasse auf der eigenen Facebook-Seite zusammenzustellen, mit all jenen Läden, die einen interessieren. So kann man direkt via Facebook einkaufen, ohne weitergeleitet zu werden.
Diese Zugänge, sogenannte Applikationen, hätten in den letzten Tagen rapide zugenommen, schreibt das Fachblatt. Das sei ein Zeichen, dass Facebook auf dem Weg zu einem neuen Geschäftsmodell sei: «Das grösste soziale Netzwerk der Welt könnte bald zur grössten Plattform für Online-Shopping werden.»
Zielgruppe sind grosse Handelsunternehmen
Der Software-Entwickler Alvenda, der einige der Facebook-Auftritte von Läden gebaut hat, wird alleine in den nächsten zwei Monaten mindestens 20 zusätzliche Applikationen in das Netzwerk stellen, wie er der FT bestätigt. Die Zielgruppe seien «sehr grosse Handelshäuser und Elektronikhändler».
Facebook selber sagte gegenüber dem Blatt, es gebe keine Pläne, ein von den einzelnen Benutzern unabhängiges virtuelles Einkaufszentrum aus Ladenzugängen zu bauen. Auch sei nicht geplant, die Einkäufe der Nutzer zu besteuern oder eine eigene Währung anzubieten.
Facebook hat zur Zeit 250 Millionen Nutzer weltweit. Seinen Umsatz schätzte der amerikanische Fachblog «TechCrunch» 2008 auf 280 Millionen Dollar, 2009 soll er auf bis zu 550 Millionen Dollar ansteigen. Dem stehen hohe Expansionskosten gegenüber – Facebook macht bisher nach Einschätzung von Branchenexperten keinen Gewinn und sucht nach einem lukrativen Geschäftsmodell. (oku)
Erstellt: 05.08.2009, 09:28 Uhr
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