Wirtschaft

Wo die UBS überzeugt – und wo nicht

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 07.02.2012

Die Schweizer Grossbank hat die Zahlen 2011 vorgelegt. Positives fällt im Kerngeschäft Vermögensverwaltung auf. Das Sorgenkind der UBS leidet hingegen noch immer. Eine Analyse.

Noch nicht da, wo sie hin will: Die UBS meldet einen Gewinn von 4,2 Milliarden Franken.

Noch nicht da, wo sie hin will: Die UBS meldet einen Gewinn von 4,2 Milliarden Franken.
Bild: Reuters

Die UBS-Zahlen 2011

Die UBS hat 2011 einen Reingewinn von 4,23 Milliarden Franken erzielt. Die Grossbank liegt damit deutlich unter ihrem Ergebnis des Vorjahres, als sie unter dem Strich 7,53 Milliarden Franken verdiente. Dagegen geniesst sie bei den Vermögenden offensichtlich wieder ein höheres Vertrauen: Insgesamt flossen der UBS 2011 neue Kundengelder von netto 42,4 Milliarden Franken zu. Insgesamt verwaltete die grösste Schweizer Bank Ende 2011 Kundenvermögen in Höhe von 2,167 Billionen Franken. Ihr Geld verdiente die UBS hauptsächlich mit der Vermögensverwaltung. Die Investmentbank dagegen schrieb im vierten Quartal einen Vorsteuerverlust von 256 Millionen Franken. (sda)

Aktien am Morgen im Minus

Die Aktien der UBS haben im frühen Handel am Dienstagmorgen an Boden verloren. Vor 10.00 Uhr kosteten sie noch 13,12 Franken und standen somit 1,1 Prozent tiefer. Insgesamt ist der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag wenig verändert in den Handel gegangen. Die Situation sei weiterhin von den Bemühungen um eine Lösung in Griechenland geprägt, hiess es in Marktkreisen. Der Swiss Market Index (SMI) verlor vor 10.00 Uhr 0,18 Prozent. (sda)

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«Leicht enttäuschend, vor allem der Ausblick», sagt Arno Endres, Chef Research der Luzerner Kantonalbank, zu den heute von der UBS (UBSN 11.26 2.27%) präsentierten Jahreszahlen 2011. Zwar sei der Ausblick für die ganze Finanzindustrie getrübt, dennoch hätte er von der UBS etwas positivere Prognosen erwartet.

Besonders negativ schlägt für den Experten der erneute Vorsteuerverlust des UBS-Investmentbankings zu Buche: «Man muss sich schon fragen, ob dieses Geschäftsmodell mittelfristig noch haltbar ist», so Endres. Einerseits baue man Kosten und Stellen ab, und dennoch sei es weiterhin nicht möglich, Gewinne zu schreiben. «Das Investmentbanking ist schnelllebig und an alte Erfolge wird man nicht so einfach wieder anknüpfen können.»

Der Prestige-Erfolg der Konkurrenz

Endres verweist auch auf verlorenes Terrain im Vergleich zur Konkurrenz: «Morgan Stanley zum Beispiel bringt jetzt Facebook an die Börse. Solche Erfolge braucht man in diesem Geschäft, das ist wichtig für die Reputation.» Dass Börsengänge für Investmentbanken eine prestigeträchtige Angelegenheit sind, erklärte jüngst auch IPO-Experte Andreas Neumann im Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Interview.

Positiv fällt Endres der Neugeldzufluss auf. Offensichtlich sei der Bank hier eine Trendumkehr gelungen. «Das Misstrauen gegenüber der UBS ebbt ab.» In der Vermögensverwaltung sei die Schweizer Grossbank weltweit immer noch der Platzhirsch. Selbst in den USA konnte die Bank Neugelder anziehen. In Asien legt das Vermögensverwaltungsgeschäft generell zu. Davon profitiert auch die UBS. Endres glaubt nicht, dass dieses Geschäft dort ähnlich unter Druck gerät wie in Europa und den USA.

Vorteil im Steuerstreit

Einen Vorteil zur Schweizer Konkurrenz sieht Endres darin, dass die UBS den Steuerstreit schon länger hinter sich gebracht hat. «Die anderen Banken sind im Visier der USA und werden dadurch in ihrer Geschäftstätigkeit gehemmt.»

Eine wichtige Baustelle der Bank bleibt das Investmentbanking, wo man grosse Veränderungen auch im laufenden Jahr erwartet. Daneben erwartet Endres vor allem «personalpolitische Veränderungen». Oswald Grübel habe bei der UBS viel verändert, und jetzt gehe das weiter. «Das ist eine Art Interludium.»

Weber wird Akzente setzen

Vom neuen Verwaltungsratspräsidenten der UBS erwarte er, dass dieser die Weichen neu stellen und die eine oder andere Personalentscheidung treffen wird. Ob das auch im Investmentbanking der Fall ist, bleibe offen. Aber: «So wie ich Weber einschätze, ist er ein risikobewusster Banker», sagt Endres. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.02.2012, 09:27 Uhr

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