Wirtschaft

Zu tiefe Boni: In Hong Kong laufen der UBS die Banker davon

Aktualisiert am 10.03.2009

Ohne Bonuszahlungen keine Topmanager. Diese einfache Gleichung scheint sich bei der UBS zu bewahrheiten: In Hong Kong kehren viele Banker der Grossbank den Rücken und gehen zur Konkurrenz – der Credit Suisse.

«Die Situation ist hier sehr unglücklich»: UBS-Banker in Hong Kong.

«Die Situation ist hier sehr unglücklich»: UBS-Banker in Hong Kong.
Bild: Keystone

Jahrelang kriegten die UBS-Banker satte Boni ausgezahlt. Nun wurden diese Lohnzustupfe massiv zurückgefahren – in Asien um bis zu 95 Prozent im Vergleich zu 2007. Das verärgert die Banker: In Hong Kong laufen deshalb viele zur Konkurrenz über; allein letzte Woche sollen es zwei Topmanager und zehn Mitarbeiter einer erfolgreichen Investmentabteilung gewesen sein, schreibt die «South China Morning Post» und beruft sich dabei auf UBS-interne Quellen. Das ganze Team wurde laut der Zeitung von der Credit Suisse übernommen. Die CS soll den Bankern hohe Boni garantiert haben.

Exodus wird wohl weitergehen

Weder die UBS, noch die CS wollten gegenüber der «South China Morning Post» zu den Kündigungen Stellung nehmen. Auch die zwei Topmanager schweigen: Angeblich hat ihnen die UBS mit einer Klage gedroht, sollten sie Infos an die Medien weitergeben. Der Exodus wird wohl weitergehen: Die Zeitung zitiert einen weiteren Manager, der zusammen mit Mitarbeitern die UBS verlassen will, da sie sich wegen der geschrumpften Boni «wütend und unterbewertet» fühlen. «Die Situation ist hier sehr unglücklich», sagt er. Neben der Credit Suisse liebäugeln in Asien auch Goldman Sachs, JP Morgan und die Deutsche Bank mit abspringenden UBS-Bankern.

2008 zahlte die UBS weltweit nur noch rund 2 Milliarden Franken Boni, 2007 waren es 9,5 Milliarden Franken. Doch nicht in allen Fällen kommen die Banker finanziell schlechter weg: Wie die «New York Times» kürzlich schrieb, baut die Grossbank nach dem Abbau bei den Boni ein Gegengewicht auf: Sie erhöht die Fixlöhne. Umgerechnet eine halbe Million statt nur 300'000 Franken pro Jahr für einen Kadermann in London – so das konkrete Beispiel. Allerdings – so urteilt die Zeitung – liege die Gesamtsumme für die einzelnen Investmentbanker in London oder New York immer noch tiefer als zu Zeiten der Bonusschwemme. (cha)

Erstellt: 10.03.2009, 11:36 Uhr

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