Wirtschaft

«Zu viel Swissness tötet Swissness»

Die Nahrungsmittel-Industrie kritisiert die so genannte Swissness-Vorlage des Bundesrats. Das Gesetz, welches den Gebrauch der Marke «Schweiz» regeln soll, sei zu streng.

Konkret fordert die Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial), dass nur 60 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz stammen müssen. Die Gesetzesvorlage, die demnächst zur Beratung ins Parlament geht, sieht dagegen einen Anteil von 80 Prozent vor.

Die Fokussierung auf die Herkunft der Rohstoffe blende Faktoren wie Forschung und Entwicklung oder Qualität aus, teilte Fial am Montag mit. Eine repräsentative Umfrage habe gezeigt, dass für 54 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten der Herstellungsort eines Produkts wichtiger sei als die Herkunft der Rohstoffe.

Ein «Killerkriterium»

Deshalb sollten auch Produkte als Schweizer Nahrungsmittel gelten, wenn ihre Herstellungskosten zu 60 Prozent in der Schweiz anfallen, fordert Fial weiter. Diese Regelung sieht die Gesetzesvorlage bei Industrie-Produkten vor.

An einer Medienkonferenz in Bern wies Daniel Lutz von Nestlé Schweiz darauf hin, dass etwa der Brotaufstrich «Le Parfait» oder «Thomy Senf» nicht mehr als Schweizer Produkte verkauft werden dürften. «Zu viel Swissness tötet Swissness», sagte er. Monique Bourquin von Unilever nannte die 80-Prozent-Gewichtsregel ein «Killerkriterium» für viele Produkte der Traditionsmarke Knorr. (vin/sda)

Erstellt: 22.03.2010, 14:23 Uhr

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8 Kommentare

Heinz Gubler

23.03.2010, 10:37 Uhr
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Wie wäre es mit einer umfassenden, den Tatsachen entsprechenden Deklaration des Produktes. Dann kann nämlich derjenige, dem der ganze Kosumwahn angeblich dient, der Konsument, WIRKLICH selber entscheiden, was er will und was nicht. Antworten


fredy Brülhart

22.03.2010, 22:28 Uhr
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Nun was mehr ärgert ist, wenn Produkte mit dem Schweizer kreuz werben, und den Konsumenten vortäuschen ein Schweizer Produkt zu sein. Liechtenstein gehört zwar zolltechnisch zur Schweiz, aber ich find es doch ein wengi abwägig wenn Hilcona mit dem Kreuz wirbt und man dann liest hergestellt in FL. Antworten


lucius mayer

22.03.2010, 18:17 Uhr
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Der ganze Schwindel mit der Etikette «Schweiz» riecht stark nach legalem gewerbsmäßigen Betrug. Antworten


Gustav Springer

22.03.2010, 16:14 Uhr
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Seit wann wächst Kakao in der Schweiz? Antworten


Martin Waeber

22.03.2010, 14:28 Uhr
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In einem Land wie der Schweiz wo der Hauptteil der Wertschöpfung aus Forschung und Entwicklung und Produktion stammt ist es doch ein völliger Unsinn, wenn nur auf den Anteil der Rohstoffe abgestellt wird. Antworten


peter hablützel

22.03.2010, 14:26 Uhr
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Als Konsument will ich, dass ein Schweizerprodukt auch aus der Schweiz kommt. Als Beispiel: Das CH-Bündner-Fleisch kommt überall her, nur nicht aus der Schweiz. Es kann doch nicht sein, dass ein Produkt im Ausland produziert wird und nur noch in der Schweiz zusammengesetzt wird. Schweizerlabel=100% Schweiz Antworten


Werner Feldmann

22.03.2010, 14:18 Uhr
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Verdrehung der Tatsachen: Zuviel Swissness die die Swissness tötet, das haben wir wenn nur 60% der Rohstoffe aus der Schweiz stammen müssen. Soll Swiss einen wahren Wert haben, dann tun wir gut daran dass nicht jeder Senf von sich behauptet ein Schweizer Produkt zu sein. Je weniger desto besser!! Antworten


Hans Willi

22.03.2010, 14:06 Uhr
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Farbe bekennen! Dann halt eine Angabe auf den Verpackungen: X% CH-Rohstoffe. X% CH-Herstellung. Und schon ist das Problem gelöst. Jede/r Konsument kann selbst entscheiden, ob das Produkt für ihn genug "Swissness" enthält oder nicht. Und das bitte in lesbarer Schrift! Dass die Endherstellung zu 100% in der CH liegen muss, sollte Voraussetzung sein. Antworten



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