Nationalbank: UBS-Retterin mit Milliardenverlust

Aktualisiert am 25.01.2009 41 Kommentare

Verlust von knapp fünf Milliarden Franken, aufgeblasene Bilanz und halbierte Eigenkapitalquote: Die Schweizerische Nationalbank blickt auf ein schlechtes Jahr zurück.

Schlechtes Jahresergebnis für die Nationalbank: Hauptsitz der SNB in Bern.

Schlechtes Jahresergebnis für die Nationalbank: Hauptsitz der SNB in Bern.
Bild: Keystone

Die Finanzkrise belastet jetzt die Schweizerische Nationalbank (SNB). Gemäss einem Bericht der Zeitung «Sonntag» hat die SNB allein im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen Verlust von 3,9 Milliarden Franken eingefahren – das sind 42 Millionen Franken pro Tag. Der Verlust für das ganze Jahr 2008 beträgt 4,8 Milliarden. Weiter hat die SNB ihre Bilanz auf fast das Doppelte aufgeblasen und die Eigenkapitalquote hat sich mit einem Rückgang von 59 Prozent auf 27 Prozent mehr als halbiert.

Bewertungsprobleme wegen UBS-Papieren

SNB-Pressesprecher Werner Abegg bestätigt laut der Zeitung «Sonntag» die Zahlen, sagt allerdings, sie seien «provisorisch». Das offizielle Endergebnis werde die Nationalbank erst am 4. März vorlegen. Der Grund: Bewertungsprobleme bei den von der UBS übernommenen Wertpapieren. Bisher hat die UBS für 20 Milliarden Franken faule Hypothekarkredite an die Nationalbank abgetreten, bis im Frühjahr sollen es dreimal so viele sein. Die im Monatsheft angeführten Zahlen enthalten erst die erste Tranche. Doch nur schon damit zeigt sich, dass die Kapazität der SNB als Retter in der Not beschränkt ist, wie die Zeitung «Sonntag» schreibt. (vin/bru)

Erstellt: 25.01.2009, 07:26 Uhr

41

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

41 Kommentare

Martin Häfliger

25.01.2009, 00:35 Uhr
Melden

Die SNB betreibt wie die (private) FED in Amerika eine desaströse Finanzpolitik. Ein Papiergeldsystem führt mathematisch unausweichbar in eine Hyperinflation, empirisch ebenfalls belegt. "Fiat Money" ist der USD seit 1971, der CHF erst seit den 90ern. Und doch "schafft" es unsere SNB in zerstörerischer Weise den CHF und somit die Ersparnisse totzuinflationieren. Unser Gold ist ja auch schon weg... Antworten


Bruno Froehlich

24.01.2009, 23:53 Uhr
Melden

Es waren nicht nur die Baenker die denBoden unter den Fuessen verloren, auch die Politik, allen voran die bodenstaendige SVP unter brillianter Fuehrung C.B. (sehr gut Freund eines Banker der lange vor der platzend Seifenblase die Segel streichen musste) forcierten den Goldverkauf der Nationalbank. Ach wie schoen haetten wir es noch zu aktuellem Kurs. Bessere Eigenkapitalquote, einfach verspielt. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen