Wirtschaft
Pleitebank: Die Millionengagen fliessen weiter
Aktualisiert am 22.09.2008 83 Kommentare
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Die Sache empört vor allem in Grossbritannien, denn erstens fürchten dort tausende Angestellte der zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers um ihre Jobs. Und zweitens ist es eine britische Bank, welche die Sache entschieden hat – nämlich Millionenboni für gescheiterte Banker.
Konkret: Im Übernahmevertrag, der unter dem amerikanischen Gläubigerschutz-Paragraphen Chapter 11 geschlossen wurde, definierte der britische Finanzkonzern Barclays rund 200 Angestellte als entscheidend: Ohne sie könne er das Handelsgeschäft von Lehman nicht fortführen. Und diese Spitzenleute sollen mit langfristigen Verträgen und hohen Salären zum Verbleib bewogen werden; für acht besonders wichtige Lehman-Direktoren sind dabei Zweijahreskontrakte mit Gehältern zwischen 10 und 25 Millionen Franken geplant.
Bonanza nach dem Bankrott
Insgesamt will Barclays 2,5 Milliarden Dollar aufwerfen, um solche goldenen Fesseln zu finanzieren. Das Geld stammt noch aus entsprechenden Rückstellungen von Lehman aus dem laufenden Jahr. Von den restlichen Lehman-Brothers-Leuten – knapp 25'000 – müssen viele damit rechnen, ihr Salär zum Monatsende nicht zu erhalten; nach dem Verkauf von Lehman Brothers U.S.A. fürchten vor allem die Angestellten in Europa und Asien, am Ende fallengelassen zu werden.
Die Londoner «Times» erfasste den Deal mit dem Satz: «Die Angestellten des New Yorker Büros von Lehman, die zum grössten Firmenkonkurs der Geschichte beitrugen, können sich eine 2,5-Milliarden-Dollar-Bonanza teilen». Barclays erklärt den Entscheid damit, dass der Wettbewerbsdruck um gute Leute schlicht dazu zwinge.
Am Wochenende bewilligte ein New Yorker Konkursgericht, dass Barclays den nordamerikanischen Ableger von Lehman Brothers übernehmen kann. Im Kaufpreis von 1,75 Milliarden Dollar ist auch der Hauptsitz der Investmentbank am New Yorker Times Square inbegriffen. Barclays hatte es zuvor abgelehnt, die Investmentbank komplett zu übernehmen; mit dem Deal sollen aber bis zu 10000 Arbeitsstellen gerettet werden.
Erstellt: 22.09.2008, 19:48 Uhr
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83 Kommentare
Wettbewerbsdruck....gute Leute.....dieses Geschwafel kann man sich ja nicht mehr länger anhören....trotz (oder wegen?) diesen Volldeppen ist es ja genau zum Eclat gekommen. Manchmal fragt man sich wieso man diesem Treiben immer noch zuschaut, wäre wieder mal Zeit für eine Revolucion..... Antworten
Es würde mich nicht sonderlich wundern, wenn unsere sogenannten Topbanker im März 2009 ebenfalls in grossem Stil wieder abkassieren und Dank einer manipulativen Regierung (SVP und FDP) auf Steuerrabatte hoffen könnnen. Und der naive Büetzer wird mit billigen Floskeln von Angstmacherei wieder für die nächste Gesetzesänderung zugunsten der Reichen gefügog gemacht! Antworten
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