Polizei kesselt 250 Anti-WEF-Demonstranten ein

Das Anti-WEF-Bündnis hat in der Stadt Zug gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum demonstriert. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Unbewilligte Demonstration in Zug: Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (23. Januar 2016)

Unbewilligte Demonstration in Zug: Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. (23. Januar 2016) Bild: Leser-Reporter 20 Minuten

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Rund 250 Menschen haben am Samstagnachmittag in der Stadt Zug gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos protestiert. Die Polizei kesselte die Teilnehmenden der unbewilligten Demonstration ein und nahm 22 Personen fest. Verletzt wurde niemand.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das «Anti-WEF Bündnis». Die Polizei war mit einem Grossaufgebot präsent. Es sei ihr bis am Abend gelungen, Personen zu schützen und Sachbeschädigungen zu verhindern, heisst es in einer Mitteilung der Strafverfolgungsbehörden.

Unter den Kundgebungsteilnehmenden, die sich gegen 15 Uhr auf dem Bundesplatz in Zug eingefunden hätten, seien auch gewaltbereite und vermummte Personen gewesen, heisst es weiter. Aus der linken Zürcherszene seien mehrere Personen identifiziert worden, sagte die Zuger Polizeisprecherin Judith Aklin.

Rund 100 Wegweisungen und 22 Festnahmen

Als sich der Demonstrationszug gegen 15.30 Uhr in Bewegung setzen wollte, kesselten die Ordnungskräfte die Demonstranten ein. Insgesamt seien 140 Personen kontrolliert worden. Davon seien 22 Personen festgenommen und rund 100 Personen mit einer Wegweisung belegt worden.

Nach 17.30 Uhr seien die Polizeikontrollen beendet gewesen. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld der Kundgebung mehrere Personenkontrollen durchgeführt – unter anderem am Bahnhof.

Wegen der Kundgebung seien der öffentliche und private Verkehr rund um den Bundesplatz zeitweise beeinträchtigt gewesen, da die umliegenden Strassen für den Polizeieinsatz hätten gesperrt werden müssen.

Die Zuger Polizei wurde auch von Einsatzkräften aus allen zentralschweizerischen Polizeikorps, von Kantons- und Stadtpolizei Zürich sowie der Kantonspolizei Tessin, der Bahnpolizei und von Zuger Partnerorganisationen wie Staatsanwaltschaft, Rettungsdienst, Feuerwehr und Zivilschutzorganisation unterstützt.

Kritik am kapitalistischen System

«Wipe out WEF – Zug um Zug zur sozialen Revolution» lautete einer der Slogans an der Kundgebung. Das Anti-WEF-Bündnis kritisiere nicht das WEF als Veranstaltung, sondern das kapitalistische System, welches am WEF die globale Ausbeutung vernetze und plane, hiess es in einem im Internet veröffentlichten Aufruf zur Demo.

Zug mit all seinen Konzernen, Briefkastenfirmen und Steuerflüchtlingen sei ein passender Ort für ihre Kundgebung. Auf einem in Zug mitgeführten Transparent schrieben die WEF-Kritiker: «In eurer Stadt sitzen Konzerne, die töten, vertreiben & zerstören. Aber ihr sorgt euch um die 'Gewalt' einer Demo?!»

20 Demonstranten in Davos

Ähnlich tönte es an einer friedlichen Demonstration am Samstag in Davos, die unter dem Motto «Diese Wirtschaft tötet» stand. «Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten», hiess es dort auf einem Transparent. Rund 20 Personen nahmen an der Protestaktion teil.

Die kleine Schar pazifistischer Aktivisten rief nicht einmal mehr die Polizei auf den Plan, die den WEF-Tagungsort in früheren Jahren mit vielen Hundertschaften gegen Unzufriedene und Globalisierungsgegner absichern musste.

Der Organisator der Davoser Demo, Henning Zierock, störte sich nicht am kleinen Aufmarsch. «Wir sind nur wenige, aber wir sprechen für viele», sagte er an der Kundgebung. Am WEF sei es genau umgekehrt: Da träfen wenige Entscheidungen, die Folgen hätten für das Leben von vielen. (pat/sda)

(Erstellt: 23.01.2016, 17:32 Uhr)

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