UNO-Experten fordern Fleischsteuer

Klimaforscher möchten Fleisch verteuern – denn Fleischessen ist ähnlich umweltschädlich wie Autofahren.

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Würden sich alle Menschen so ernähren wie wir Schweizer, hätte das fatale Konsequenzen für unseren Planeten. Insbesondere der hohe Fleischkonsum belastet Umwelt und Klima, unter anderem durch die damit verknüpften Treibhausgasemissionen, den hohen Flächenverbrauch der Futtermittelproduktion und den immensen Wasserbedarf. Vor dem Hintergrund des global steigenden Fleischkonsums verlangt daher das International Resource Panel (IRP) in einem Bericht für das Umweltprogramm der UNO eine intelligentere und ressourcenschonendere Lebensmittelproduktion.

Insbesondere fordern die Studienautoren um Maarten Hajer von der Universität Utrecht eine Steuer auf Fleisch, letztlich mit dem Ziel, den Fleischkonsum zu zügeln. Weiter sollen Regierungen auch dafür sorgen, dass in der Landwirtschaft weniger Nährstoffe verloren gehen und die Umweltschäden durch die Lebensmittelproduktion präziser erfasst werden. In der Schweiz trägt die Ernährung mit rund 30 Prozent zur gesamten Umweltbelastung bei. Das entspricht in etwa der Umweltbelastung der Mobilität (12 Prozent) und des Wohnens (19 Prozent) zusammen.

Fleisch als Klimasünder

Insbesondere Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier machen rund die Hälfte der ernährungsbedingten Umweltschäden aus. Vegetarische oder vegane Ernährung belasten Umwelt und Klima deutlich weniger stark. Zum Beispiel benötigt die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund 14'000 Liter Wasser. Ein Kilogramm Früchte und Gemüse lässt sich hingegen mit rund 500 Liter Wasser erzeugen. Ende letzten Jahres hat eine im Auftrag des WWF durchgeführte Studie die Umweltbelastung verschiedener Ernährungsstile mit dem Verkehr verglichen. Wer zum Beispiel wie der durchschnittliche Schweizer rund ein Kilogramm Fleisch pro Woche verzehrt, verursacht jährlich Treibhausgasemissionen, die umgerechnet 1800 Kilogramm CO2 entsprechen.

Die gleiche Menge bläst ein durchschnittlicher Privatwagen in die Luft, der 9200 Kilometer zurücklegt. Vegane Ernährung entspricht indes nur 5600 Autokilometern. Daher lautet das Fazit: Eine fleischreiche Ernährung belastet die Umwelt fast doppelt so stark wie die vegetarischen Ernährungsstile. Gesundheitsaspekte der Ernährungsvarianten wurden in der WWF-Studie nicht berücksichtigt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.07.2016, 14:36 Uhr

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