Armstrongs Fäkalsack und Aldrins Vakuum-Bürste
Spötter behaupten gerne, die Raumfahrt hätte der Menschheit vor allem eines gebracht – die teflonbeschichtete Bratpfanne. Das ist selbstredend falsch: Die Teflonpfanne wurde bereits 1938 entwickelt. Tatsächlich aber ist vom 25-Milliarden-Projekt Mondlandung einiges für den Alltagsgebrauch abgefallen.
Bedanken bei der Nasa dürfen sich etwa Hausmänner und -frauen über den Handstaubsauger, der dazu entwickelt wurde, den Mondstaub von der Kleidung zu saugen. Oder Bergsteiger und Segler, die auf Sonnenbrillen zurückgreifen können, die vor UV-Strahlung schützen. Die Technologie kam bei den Visieren der Raumhelme zum Einsatz.
Platznot bringt Fortschritt
Vorangetrieben hat die technische Entwicklung vor allem die Enge im Raumschiff. Alleine 93 Prozent des Volumens der Saturnrakete beanspruchten die gewaltigen Treibstofftanks. Kein Platz blieb dabei beispielsweise für die kolossal grossen Rechenmaschinen jener Tage. Mit den neuen, im Vergleich winzigen Chips kamen in den frühen Siebzigern die ersten Taschenrechner auf den Markt.
Auch der fehlende Zugang zu einer Steckdose im All, brachte der Welt nützliche Dinge, wie den Akku-Bohrer, mit dem Aldrin und Armstrong aus dem Mondboden Proben gewannen. Anderes lässt sich erst seit einigen Jahren kommerziell nutzen. Dazu zählt die Brennstoffzelle, die in der Apollo-11-Kapsel für Strom sorgte. Das Verfahren, dass aus Wasserstoff und Sauerstoff Energie produziert, belieferte die Astronauten zudem mit frischem Wasser.
Nasa verhilft Stricode zum Durchbruch
Weitere Erfindungen, die den Weg vom Mond in die Einkaufszentren geschafft haben, sind gefriergetrocknete Nahrung, das Ohr-Fieberthermometer und der Strichcode. Die Nasa benutzte die schwarz-weissen Streifen, um die Übersicht über die tausenden Teile nicht zu verlieren.
Ins Reich der Märchen und Mythen gehört dagegen die Behauptung, wonach der Klettverschluss für die Raumfahrt entwickelt worden sei. Der ist zwar im Raumschiff an jedem Teller und Filzstift angebracht, stammt aber nicht von der Nasa. Stolz sein auf den Klettverschuss dürfen wir trotzdem: Ausgedacht hat ihn sich 1951 der Schweizer Ingenieur Georges de Mestral.
Erstellt: 20.07.2009, 17:28 Uhr








